Dichter am Berg. Alpine Literatur aus der Schweiz

AS Verlag, Zürich 2009. 376 Seiten, gebunden, ISBN 978-3-909111-67-1. Fr.39.80

Wer sich mit Bergliteratur in der Schweiz befasst, kommt an Emil Zopfi nicht vorbei. Der Glarner Autor hat selber Bergmonografien und -romane verfasst sowie die « Bergfahrt », eine Tagung für alpine Literatur, ins Leben gerufen. Für sein Buch über alpine Literatur aus der Schweiz konnte er deshalb aus dem Vollen schöpfen. Zopfi breitet denn auch ein literarisches Panorama aus, bringt aber auch sich selber sehr stark ein. So sind nicht nur das erste und das letzte Kapitel seiner Erfahrung als Bergautor gewidmet, in den Beiträgen über andere Autoren schildert er, wie er deren Werke erlebt hat, und schafft so Bezüge zu seiner eigenen Biografie. Erstaunlich freimütig erklärt Zopfi, dass er mit Sprache Anerkennung suchte. Auch entsteht der Eindruck, dass der Autor um Anerkennung für die Bergliteratur ringt. Das anwaltschaftliche Verhältnis zur Bergliteratur hat den Vorteil, dass Zopfi überzeugende und persönliche Porträts der Bergautoren und ihrer Werke gelingen. Dazu kommt, dass der Leser einen tiefen und teilweise ungewohnten Einblick in das Bergsteigen in einem Zeitraum von mehr als einem Jahrhundert erhält. Immer wieder sind Details zur Rolle des SAC zu erfahren, etwa dass einzelne Sektionen des SAC sich während des Kalten Kriegs aus ideologischen Gründen weigerten, Linke aufzunehmen, oder dass der schreibende Tessiner Extremkletterer Luca Sganzini Sohn des ersten Tessiner SAC-Präsidenten war.

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