Diskriminierende Wortwahl

Der Ausdruck «taubstumm» ist für Gehörlose ein Schimpfwort und abwertend, da man früher mit diesem Ausdruck Dummheit assoziierte, denn stumm und dumm liegen wortmässig sehr nahe. Der Ausdruck «taubstumm» ist insofern falsch, als Gehörlose nicht stumm sind. Gleich zu Beginn des Artikels «Wenn Zappelphilippe und Taubstumme klettern lernen» schreiben Sie, dass man keine Kommentare wie «Halt mich», «Kannst du mich runterlassen?» etc. vernimmt, sondern dass nur mit Blickkontakten kommuniziert wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese fünf Jugendlichen sich nur mit Blickkontakten unterhalten haben, sondern glaube, dass sie wahrscheinlich die oben erwähnten Kommentare in Gebärdensprache wiedergegeben haben, dies aber den Hörenden entgangen ist. Denn nur mit Blickkontakten kommen auch gehörlose Menschen nicht weit, ihre Sprache ist die Gebärdensprache, die eine eigene Grammatik und einen eigenen Satzbau hat, wie eben die gesprochene Sprache auch ihre Regeln hat. Ich schreibe dies, weil ich durch meine gehörlose Schwester in der Welt der Gehörlosen gross geworden bin und weiss, wie sie ständig mit Vorurteilen vonseiten der Hörenden zu kämpfen haben.

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