Erfreuliche Bilanz Rückblick auf die Wettkampfsaison 2000

Mit einem nationalen Boulderwettkampf, dem ersten in dieser Disziplin seit mehreren Jahren, sowie mit zwei Weltcups und einem Jugend- und Junioren-Europacup – alles innerhalb eines Monats – ging die Sportklettersaison 2000 Anfang Dezember zu Ende. Erfreulicherweise folgten auch die Höhepunkte aus Schweizer Sicht Schlag auf Schlag, womit das Sport-kletterjahr mit einer insgesamt sehr erfreulichen Bilanz abgeschlossen werden konnte.

Seit den Anfängen des Swiss Cup Ende der Achtzigerjahre gab es in der Schweiz keinen nationalen Boulderwettkampf mehr. Mit der Schaffung einer eigenen Weltcup-Serie nahm diese Disziplin in den letzten zwei Jahren wiederum stark an Bedeutung zu, und auch seitens der Organisatoren besteht ein grösseres Interesse für einen nationalen Boulderwettkampf. Der Wettkampf in Adliswil zeigte, dass auch in der Schweiz Anlässe dieser Art auf grosse Resonanz stossen können und dass nationale Boulderwettkämpfe unbedingt in den Wettkampfkalender gehören. Noch kann von einer eigentlichen Spezialisierung bei den Athleten nicht gesprochen werden. Dies belegt die Tatsache, dass sich durchwegs die bekannten Namen aus dem Schwierigkeitsklettern durchsetzten.

Ein hervorragend organisierter Wettkampf in Frankreich mit einem überaus grossen Zuschaueraufmarsch und ein sportliches Saisonfinale in Kranj bildeten den Abschluss der Weltcupsaison. Während aus Schweizer Sicht in Frankreich die Spitzenresultate trotz eines sichtbaren Aufwärtstrends noch ausblieben, entschädigte das Resultat von Kranj für die Anstrengungen, die auf allen Ebenen im Verlaufe der Saison gemacht worden waren.

Mit dem vierten Rang von Annatina Schultz, ihrer besten Platzierung im Schwierigkeitsklettern, und einem sechsten Rang von Simon Wandeler sowie einer Halbfinalqualifikation von Diego Lampugnani wurden die Zielsetzungen erreicht. Zudem gewann Urs Schönenberger seine ersten Weltcup-punkte der Saison, was dazu führte, dass bei den Herren insgesamt fünf verschiedene Athleten Weltcuppunkte im Schwierigkeitsklettern erzielten. Diese Bilanz wurde lediglich von Italien und Frankreich übertroffen. Bei den Damen sammelten alle drei Athletinnen regelmässig Punkte, und der fünfte Schlussrang von Annatina Schultz in der Gesamtwertung ist insgesamt als grosser Erfolg zu werten.

Dass der Nachwuchs der Elite in keiner Art und Weise nachsteht, verdeutlichen die Resultate des letzten Wettkampfes sowie das Abschneiden in der Gesamtwertung des Europacups. In der Kategorie Jugend A Herren wurden die Medail-lenplätze in der Schlusswertung nur knapp verpasst. Diese Kategorie ist zurzeit das Aushängeschild der Nachwuchs-nationalmannschaft, wie die entsprechenden Ranglisten zeigen: Roman Felix wurde in Amsterdam Weltmeister, Cédric Lachat gewann die Europacups in Imst (A) und Kranj (Slowenien), und Simon Anthamatten dominierte den Wettkampf von Aprica (I). Neben dieser aussergewöhnlichen Bilanz drohen die anderen Kategorien etwas zu verblassen, doch sorgten Remo Sommer in der Kategorie Jugend B und Alexandra Eyer bei den Juniorinnen für weitere Spitzen-platzierungen sowohl an einzelnen Wettkämpfen als auch in der Gesamtwertung.

Für die Athletinnen und Athleten beginnt die Wettkampfsaison Anfang April (Jugend- und Junioren-Europacup) bzw. Ende Juni (Weltcup). Die Vorbereitungen laufen auch im Hinblick auf die im eigenen Land anstehenden Weltmeisterschaften in allen drei Disziplinen in Winterthur vom 5. bis 8. September 2001 auf Hochtouren. Diese sind neben den Jugend- und Junioren-Weltmeister-schaften in Imst im Juni ganz klar als Saisonhöhepunkt definiert und werden für die weitere Entwicklung des Sportkletterns in der Schweiz von grösster Bedeutung sein.

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