Fernsehcrew lässt Gepäck mit Helikopter transportieren

Zum Artikel 112 000 sind für Gletscher-Initiative, «Die Alpen» 01/2020

Aktuell wird eine Fernsehdokumentation über den Gratwanderweg im hinteren Maggiatal gedreht, im Dezember wird sie im SRF ausgestrahlt. Wir sind auf unserer sechstätigen Hüttentour vom Lago Tremorgio zur Capanna Corno Gries in der Capanna Basodino auf die Fernsehcrew gestossen. Eine Begegnung, die uns nachdenklich macht. Die 20 Teilnehmenden sind mit Tagesrucksäckli unterwegs. Das «grosse» Gepäck wird während der 14 Tage per Helikopter von Hütte zu Hütte geflogen. Ob das zur Zeit von Nachhaltigkeitsdiskussionen und drohendem Klimawandel, der notabene auch jene Region betrifft, deren Überquerung durch dieses Projekt beworben wird, angebracht ist? Der SAC macht sich für den Klimaschutz stark, die Hütten bemühen sich um Nachhaltigkeit – und dann sowas? Man braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, wie lebhaft diese Szenerie an unserem Esstisch diskutiert wurde. Unsere Contenance wurde zusätzlich auf die Probe gestellt, weil just an dem Abend der SAC Locarno sein 100-Jahre-Jubiläum zelebrierte und ungeachtet der gültigen Coronabestimmungen zusätzlich zu Filmcrew und Wandergruppe mit 20 Personen aufmarschierte, was die bescheidene Stube der Basodinohütte beinahe aus den Nähten platzen liess.

Ein Dankeschön der Hüttencrew, die für uns «Unbeteiligten» ein «Séparé» einrichtete, in dem wir essen und uns aufhalten konnten. Überhaupt ein grosses Kompliment dafür, mit welcher Ruhe und Freundlichkeit der Hüttenwart und sein Team diesen Ansturm bewältigten und – trotz dem Ärger darüber, dass all die Bemühungen, Coronabestimmungen einzuhalten, unter diesen Umständen zur Farce verkamen – mit vollem Einsatz für ihre Gäste da waren.

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