Gammelgaard Lene: Die letzte Herausforderung. Die letzte Herausforderung Wie ich die Tragödie am Mount Everest überlebte. Econ & List Verlag, München 1999. Fr. 22.

Noch bevor Jon Krakauers Bestseller In eisige Höhen erschien, publizierte Lene Gammelgaard, Jahrgang 1961, Mitglied der Everest-Expedition 1996 des Amerikaners Scott Fischer, ihren Bericht über den Aufstieg zum Gipfel und die darauf folgende Tragödie, die sich beim Abstieg im Sturm abspielte und weltweites Aufsehen erregte. « Everest ohne Ende », ist man leicht gelangweilt zu sagen versucht, wenn man dieses nun auf Deutsch erschienene Buch der Dänin zur Hand nimmt. Und tatsächlich kann das Buch kaum überzeugen, auch wenn es, wie der Verlag ankündigt, einiges anders schildert als Krakauer. Störend wirken die offensichtlichen Verpflichtungen gegenüber den Sponsoren, die zu vielen banalen Textpassagen führen. Ihr Zweck ist es lediglich, die Namen der Geldgeber der Dänin gebührend unterzubringen. Störend wirkt auch, dass Gammelgaard den Ablauf der Tragödie zwar erwähnt, aber nur aus einer auf sich selbst und ihre Teammitglieder bezogenen Perspektive. Nur ein paar Sätze beziehen sich auf die Vorgänge innerhalb der zahlreichen anderen Expeditionen, die in die Tragödie verstrickt waren. Überhaupt wirkt das Buch reichlich ichbezogen: Die Dänin schildert vor allem ihre Motive, das Wagnis einer Everest-Besteigung auf sich zu nehmen. Über weite Strecken ist ihr Bericht eine recht monotone Beschreibung der täglichen Vorgänge während der Expedition.

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