Ganz bei mir Leidenschaft Achttausender

Schliesslich schaffte sie ihn doch noch, ihren letzten 8000er: Am 23. August 2011 stand Gerlinde Kaltenbrunner nach ihrem dritten Versuch auf dem Gipfel des K2. Die Österreicherin gilt damit als erste Frau, die alle 8000er ohne künstlichen Sauerstoff bestiegen hat. Elf Männer haben das schon geschafft. Aber ob Mann oder Frau: Nach wie vor ist das eine unglaubliche Leistung. Wer nur ein wenig Höhenluft geschnuppert hat, kann erahnen, mit wie viel Leiden diese Leistung verbunden ist. Kaltenbrunner hat dabei auch etliche Menschen sterben sehen.

Mir, der Gelegenheitsalpinistin, fällt es schwer, nachzuvollziehen, warum sich die nun 40-jährige Spitzenalpinistin Jahr für Jahr dem hohen Todesrisiko aussetzte. Aber gerade weil die negativen Seiten des Höhenbergsteigens so auf der Hand liegen, möchte man mehr erfahren über die Motivation, das Glück, die Zufriedenheit. Kurz: über den Sinn ihres Tuns.

Es gelingt der Mitautorin Karin Steinbacher, glaubwürdig das Porträt einer aussergewöhnlichen Frau nachzuzeichnen. Nach und nach wird einem klar: In Kaltenbrunner vereinen sich eine tiefe Liebe zu den Bergen, enormer Wille und fast einmalige körperliche Voraussetzungen. Sie ist tatsächlich für die hohen Berge gemacht, als ob es ihre Bestimmung wäre.

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