Gebirgsschutz ja – aber wie?

Die Abgeordnetenversammlung 2010 hat sich dagegen ausgesprochen, « Alpenlandschaft Zukunft » ( ALZ ) weiterzuführen ( s. Seite 21 ). Der partizipative Ansatz dieses Projekts hätte den Sektionen einen Rahmen geboten, intensiv an einer transparenten Position des SAC zur Erschliessung des Alpenraums zu arbeiten. Die Aufgaben des Zentralverbandes bleiben jedoch unverändert: Er setzt sich gemäss Statuten aktiv für den Schutz der Gebirgswelt und für einen naturverträglichen Bergsport ein. Durch Ausbildung, Information, Öffentlichkeitsarbeit, Vernehmlassungen und gegebenenfalls eben auch durch Einsprachen. Mit dem zunehmenden Erschliessungsdruck auf den Alpenraum werden diese Aufgaben an Bedeutung gewinnen, denn: Skidestinationen reagieren auf die Klimaerwärmung mit Expansion in höhere Lagen und künstlicher Beschneiung. Im Sommertourismus wird mehr und mehr auf Attraktionen wie Hängebrücken, Seilpärke und Klettersteige gesetzt. Hinzu kommt eine wachsende Zahl von Wind-, Wasser- und Sonnenenergieprojekten. Um den Alpenraum als attraktive Arena des Bergsports vor unerwünschten Eingriffen zu bewahren, wird der SAC deshalb weiterhin und in zunehmendem Masse Stellung beziehen müssen. Was aber bedeutet aktiver Gebirgsschutz? Wo und wie intervenieren wir? Wann machen wir politisch Druck? Der Zentralvorstand wird diese Fragen weiterhin in jedem einzelnen Fall anhand seiner Richtlinien beantworten müssen, ohne auf ein konkretes Beurteilungsraster zurückgreifen zu können. Nun drängt sich eine Konkretisierung dieser Richtlinien auf, zumindest in Bezug auf die oben erwähnten Erschliessungsfragen. Sonst läuft der SAC Gefahr, vom Zeitgeschehen überrollt zu werden. Der Zentralvorstand muss sich überlegen, wie er die Sektionen in diesen Prozess einbinden will.

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