Gedanken zur neuen LVS-Generation

Klar, auch über Probleme wie Handhabung, Programmierbarkeit, Reichweite usw. wird diskutiert; warum aber spricht niemand klar und deutlich die neu geschaffenen Schwachstellen an? Die volldigitalen Geräte, wozu auch das Barryvox gehört, bieten unbestritten eine geniale Vereinfachung beim Suchen. Durch Anzeige von Marschrichtung und Distanz wird die Chance, einen Verschütteten aufzuspüren, vor allem für Anfänger wesentlich erhöht. Dann allerdings wirds kritisch, denn «aufgespürt» heisst eben noch lange nicht « gefunden ». Die neue Technik bietet nämlich beim Feinsuchen oder bei Mehrfachverschüttungen nichts, was eine schnellere und genauere Ortung ermöglicht als mit bisherigen Geräten. Hier ist der versierte Maxi-ton-Sucher, mit der Sondierstange in der Hand, nach wie vor die beste Garantie für schnellen Erfolg. Der Anfänger wird beim neuen Barryvox wohl oder übel mit zwei unterschiedlichen Suchmethoden konfrontiert, sofern er es schafft, die richtigen Knöpfe zu drücken.

Immerhin, das Barryvox hat von ursprünglich 300 g Startgewicht auf neu 170 g abgespeckt. Davon konnten genau 10 g eingespart werden, weil das neueste Gerät mit 3 kleinen Batterien vom Typ AAA/Micro statt dem früher verwendeten Typ AA/Mignon arbeitet. Dieser Typenwechsel bedeutet aber, dass das neue LVS nicht mehr batteriekompatibel mit andern Ausrüstungsgegenständen wie Stirnlampe, Notfunkgerät usw. ist, weshalb in Zukunft immer ein Set LVS-Ersatzbatterien dabei sein muss! Früher war das überflüssig, da der Batterietyp AA im Bedarfs- bzw. Notfall immer irgendwo als Reservestrom-quelle vorhanden war. Die neuen Batterien haben übrigens nur noch Energie für ca. 200 Betriebsstunden, während früher 500 Stunden erreicht wurden, was dem Durchschnittsbergsteiger für eine ganze Saison reichte. Meiner Ansicht nach besteht auch beim Bedarf von 3 Mal 1,5 Volt kein Grund, vom altbewährten Bergsteiger-rezept der möglichst vielfältigen Verwendung jedes Gegenstandes abzuweichen.

Es bleibt die Frage, wie es plötzlich gelungen ist, die Geräte kleiner zu machen? Vor 10 Jahren hat man uns noch versichert, dass dies nicht möglich sei, da die Länge der Ferrit-antenne gegeben ist. Wie mir ein Fachmann erklärte, lässt sich das heutzutage schon richten - auf der Strecke bleibt dafür ein bisschen Reichweite! Dazu wird argumentiert, dass die Unfall-Lawinen ja meist nur etwa 50 m breit sind ( vgl. ALPEN 1/2000 S. 14 ff. ). Falls wir tatsächlich das um 2 cm kürzere Barryvox mit einem Verlust am klar sicherheitsrelevanten Faktor Reichweite « bezahlen », so scheint mir das doch ziemlich vermessen zu sein. Pech für all jene, die nicht in eine Durchschnittslawine geraten!

Trotzdem: Die Innovation wird begrüsst, die vorgeschlagene Marschrichtung ist gut.

Es bleibt zu hoffen, dass die zukünftigen LVS treffsicherer werden und wieder « normale » Batterien bekommen, damit nicht im falschen Moment das Piepsen aufhört. Für LVS-Entwickler sollten eigentlich die Prioritäten klar sein: form follows function!

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