Gemacht von Strahlern, Wanderern und Snowboardern Das Tourenportal des SAC hat viele Eltern.

Seit über zwei Jahren arbeitet ein Team aus verschiedenen Fachkräften am SAC-Tourenportal. Projektmanager, Entwickler, Autoren, IT-Spezialisten, Übersetzer und Verlagsmitarbeiter kümmern sich um Technik und Inhalte. Drei davon stellen wir euch vor.

Bruno Müller, Autor

Der Gegensatz zwischen der bedächtigen Stimme von Bruno Müller und dem, was er erzählt, könnte kaum grösser sein. Was der Mann alles in seine Lebenszeit quetscht, müsste ihm den Atem rauben. Der 52-Jährige ist Strahler und Kletterer, er richtet Loipen, Winterwanderwege und Schneeschuhtrails ein, er baut für das Kraftwerk Göschenen Elektrosteuerungen, und fünf Jahre lang war er dazu noch Hüttenwart der Voralphütte. Und eben: Er schreibt. Zum Beispiel Bücher: Zwei Kletterführer, ein Bikeführer, ein Buch über den Urner Alpinismus und der SAC-Führer für die Zentralschweizer Alpen figurieren auf seiner Publikationsliste. Daneben redigiert er das Heft der Urner Mineralienfreunde und führt sein persönliches Tourenbuch; früher auf Papier, seit einigen Jahren im Internet (www.rauchquarz.ch). Ein Arbeitspensum, das die meisten ins Burn-out treiben würde. Nicht so Bruno Müller. Als der SAC anfragte, ob er für das Tourenportal schreiben möchte, sagte er sofort zu. «Das ist ein guter Lückenfüller», findet er. Letzten Herbst begann er, die Hochtouren aus seinem SAC-Führer für das Portal aufzubereiten. Kein Copy-and-paste, wie er betont. Er hat alle Texte aktualisiert und neu geschrieben. Dafür wird er mit einer Pauschale pro Tour entschädigt. Es schaue ein fairer Stundenlohn heraus, sagt Müller.

Immer wenn er speichert, ist es Zeit für eine Prise

Die Schreibarbeit macht er in seinem sanft renovierten ehemaligen Bauernhaus, das hoch über Altdorf thront. In Vitrinen steht ein Bruchteil der Ernte seiner Streifzüge durch die Urner Alpen: Mineralien in allen Formen und Farben. Glasklare Bergkristallgruppen sind zu sehen, die seltenen, gedrehten Gwindel, Rauchquarze in allen Farbtönen oder Zepter-Amethyste. Eine inspirierende Umgebung. Noch mehr Treibstoff fürs Schreiben liefert eine andere Leidenschaft von Müller: das Schnupfen. Immer wenn er Text speichert, was im System ein paar Sekunden dauert, ist es Zeit für eine Prise. «Mein Konsum steigt merklich, wenn ich fürs Tourenportal arbeite», grinst er. Das Schnupfen ist ein beliebtes Ritual unter Strahlern. Wenn er und sein Neffe am Abend vor dem Biwak sitzen, das sie in einer alten Kristallhöhle eingerichtet haben, ziehen sie immer wieder mal zwei braune Häufchen in die Nase.

Entdeckt hat Müller das Strahlen vor fast 30 Jahren beim Klettern. In einer Route in der Grauen Wand beim Furkapass stiessen er und sein Bruder auf eine offene Kluft. «Da ist das Fieber ausgebrochen. Die Spannung beim Suchen, das Glück bei einem Fund, das Gefühl von Freiheit; es ist unbeschreiblich.» Vor sechs Jahren war Müller im Yosemite-Nationalpark, dem Mekka für Felskletterer. Zurück in der Schweiz, entdeckte er im Urserental eine schöne Kluft. «Dieses Erlebnis hat Amerika bei Weitem übertroffen.»

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