Gemütlich schlafen im Winterbiwak

Rein alpinistisch ist in der Schweiz ein geplantes Biwak selten nötig. Ausgerüstet mit Schlafsack, Isoliermatte und Kocher, ist es aber ein besonderes Erlebnis. Damit die Nacht einigermassen gemütlich wird, gilt es, einige Grundregeln zu beachten.

Notbiwak

Wenn man infolge eines Unfalls, Erschöpfung, einbrechender Dunkelheit, Verirrens oder Lawinengefahr blockiert ist, schützt man sich am besten in einem Notbiwak vor Kälte und Wind. Wenn irgend möglich, gräbt man sich dazu eine Schneehöhle, notfalls nur ein Schneeloch. Mangels Wärmeglocke ist es hier drinnen aber deutlich kälter. Zu beachten: Erschöpfte oder verunfallte Personen unterkühlen viel schneller als die übrigen.

Am schnellsten lässt sich eine Schneehöhle in einer geeigneten Wechte bauen. Voraussetzung ist allerdings, dass der Bau vorher geübt wird. Grundsätzlich sollte die Oberkante des Eingangs tiefer liegen als die Liegefläche. Damit wird eine Warmluftglocke geschaffen, denn die erwärmte Luft steigt auf. So steigen die Temperaturen bald über den Gefrierpunkt. Und so geht es:

Eine ausgeglättete Innenwand verhindert tropfendes Schmelzwasser, ein Luftloch gewährleistet die Sauerstoffversorgung. Dieses muss man unbedingt offen halten, besonders wenn die Wände bei mehrtägigem Aufenthalt vereisen.

 

Zelt

Im Zelt ist es zwar kälter, aber man erspart sich die circa zwei bis drei Stunden Bauzeit für eine Schneehöhle. Beim Zeltaufstellen ebenfalls sinnvoll ist es aber, die Liegefläche festzutreten und rundherum einen Graben von etwa 20 bis 30 Zentimetern auszuheben. So kann die kalte Luft rund ums Zelt absinken und die warme sich im Zelt sammeln. Ebenfalls sinnvoll ist es, in einem Abstand von circa 50 Zentimetern bis zu einem Meter zum Zelt einen Windschutzwall aufzurichten.

 

Iglu

Ein Iglubau ist eindeutig aufwendiger als das Graben einer Schneehöhle und bei nicht bindendem Schnee schwierig, dafür aber auch bei wenig Schnee möglich. Eine Säge ist sehr nützlich.

Von aussen mit der Schaufel Schnee an das fertige Iglu werfen, das verbessert die Isolation.

Mehr Infos

Winkler/Brehm/Haltmeier: Bergsport Winter, Technik/Taktik/Sicherheit. SAC-Verlag2008

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