Geologie des Kantons Uri

Uri und Geologie – da kommen uns das Stichwort Granit und Namen wie Bergseeschijen oder Salbitschijen in den Sinn, mit ihrem fantastisch festen Granitfels. Oder die eindrücklichen Gesteinsfalten, die man bei der Fahrt entlang des Urnersees am gegenüberliegenden Nieder- und Oberbauen erblickt. Tatsächlich erfahren wir im Buch anschaulich beschrieben viel Spannendes über die Gesteinsverformungen während der Alpenbildung oder über den Zentralen Aaregranit, etwa dass dieser vor 298 Millionen Jahren entstand, dass sich hingegen die wunderbaren Rauchquarze und Bergkristalle in seinen Klüften erst vor 15 bis 20 Millionen Jahren bildeten und für ihr Wachstum bis zu 5 Millionen Jahre brauchten. Doch das Buch bietet noch wesentlich mehr: Der geologische Bau von Uri ist sehr vielfältig. Neben der ganzen geologischen Geschichte, dem geologischen Bau und Beschreibungen der Gesteine erfährt man ebenso viel über ganz « Handfestes » wie etwa das Strahlen, die Naturgefahren, die Gletschergeschichte, den Ofenstein, die Erze und Rohstoffe des Urnerlandes, um nur einiges zu nennen. Die 15 Autoren – unter anderem der Doyen der Geologievermittlung für Amateure, Toni Labhart – haben ein Werk geschaffen, das durch seine Sorgfalt, seine hervorragenden Fotos und Farbillustrationen sowie durch seine klare und sehr gut verständliche Sprache begeistert. In der heutigen Zeit der publizistischen Schnellschüsse ist ein derart gründlich erarbeitetes Werk eine Wohltat. Die Leserführung ist wunderbar, die kleinen thematischen Kästchen geben interessante Vertiefungen oder Ausblicke, die Exkursionsanleitungen sind präzis, das umfangreiche Glossar macht die Lektüre auch für Amateure leicht, und gleichzeitig genügt das Werk auch wissenschaftlichen Ansprüchen. Es ist ein Stöber- und Nachschlagewerk, das seinen Wert lange bewahren wird. Es kann nicht nur den Liebhabern der Urner Berge, sondern allen die an der Alpengeologie interessiert sind wärmstens empfohlen werden.

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