Graubünden und der Heimatschutz Von der Erfindung der Heimat zur Erhaltung des Dorfes Guarda

Ausgerechnet im Zweiten Weltkrieg wurde im Unterengadin ein ganzes Dorf restauriert und konserviert. Wie das?, fragt der Autor der Dissertation zu Recht. Es war eine Aktion des Heimatschutzes. Im Fokus steht das Schellenursli-Dorf Guarda, weil es «eines der spektakulärsten Projekte des Bündner Heimatschutzes war». An Guarda zeigt sich am Einzelfall, ob es mit den grossen Ideen von Geistiger Landesverteidigung und nationaler Kulturwahrung wirklich so weit her war, wie es das Schweizer Geschichtsbild bisweilen vorgibt. Das Buch wirft einen Blick auf die Geschichte der Institutionen, die seit über 100 Jahren Landschaften, alte Häuser und Trachten oder die rätoromanische Sprache in Graubünden fördern und schützen. Was hat es alles gebraucht, um nach 1900 diese neue Sicht auf die eigene Heimat zu erfinden? Wer hat den Heimatschutz propagiert, und wie haben gewisse Architekten von dieser Bewegung profitiert?

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