Hangneigung bestimmen

Wer in einen Hang fährt, der steiler ist als 30 Grad, lebt gefährlich. Dies, weil eine einzelne Person ab diesem Steilheitsgrad eine Lawine auslösen kann. Mit einem deutlich erhöhten Risiko muss zudem ab der Gefahrenstufe « erheblich » im Lawinenbulletin gerechnet werden.

Beim Touren abseits der Pisten ist darum zentral, dass man die Steilheit der Hänge kennt. Und zwar bevor man in den Hang einfährt. Darum sollte man sich bereits bei der Tourenvorbereitung gründlich mit der Hangneigung auseinandersetzen. In der Schweiz gibt es zwei Kartentypen, die die notwendigen Informationen liefern können.

Auf der Landeskarte im Massstab 1: 25 000 kann man mit einem Hangneigungsmesser für Einzelstellen einigermassen genau die Neigung bestimmen ( vgl. Grafik 2 ). Doch Achtung: Die Messungen liefern nur die durchschnittliche Neigung zwischen zwei Höhenkurven; in kupiertem Gelände können einzelne Stellen deutlich steiler und damit gefährlicher sein ( vgl. Grafik 3 ). Einfacher ist es deshalb, wenn man für die Tourenplanung die aktuellen Skitourenkarten von swisstopo ( LK 1: 50 000 ) zurate zieht. Hier sind die Hangneigungen ab 30 Grad rot hinterlegt. Neu können auch beim Onlinekartendienst mapplus.ch die Hangneigungen angezeigt werden. Auf der Swiss Map von swisstopo ist das Tool ebenfalls vorhanden. So erkennt man mit einem Blick, auf welche Touren bei erheblicher Lawinengefahr zu verzichten ist und wo eine Route noch ohne erhöhte Risiken begangen werden kann.

Will man die Steilheit eines Hanges auch an Ort und Stelle bestimmen, gibt es einfache Tricks, etwa mittels Einpendeln mit den Skistöcken ( vgl. Grafik 1 ). Eine altbewährte Faustregel kann ebenfalls weiterhelfen: Zwingt die Hangneigung durchschnittlich begabte Skitourengeher im Aufstieg zu Spitzkehren, ist das Gelände steiler als 30 Grad. Da man hierzu das fragliche Gelände an der steilsten Stelle betreten muss, sind solche Messungen bei heiklen Verhältnissen aber nicht praktikabel. Da drängt sich der Einsatz weiterer Hilfsmittel wie Kompass mit Neigungsmesser, Snowcard oder aktuell auch mittels einer Smartphone-Applikation auf. Mit diesen Hilfsmitteln kann die Hangneigung aus einer gewissen Distanz gemessen werden. Dies ist jedoch nur möglich, wenn der Hang bei guten Sichtbedingungen seitlich eingesehen werden kann.

Weiterführende Informationen: Brehm, Hans-Peter/Haltmeier, Jürg/Winkler, Kurt: Bergsport Winter. Technik, Taktik, Sicherheit, SAC Verlag, Bern 2008; Munter, Werner: 3 × 3 Lawinen, Risikomanagement im Wintersport, Verlag Pohl & Schellhammer, Garmisch-Partenkirchen 2003. Website des Instituts für Schnee- und Lawinen- forschung www.slf.ch, Merkblatt « Achtung Lawinen !»

Feedback