Hüttenkurzmeldungen

Einweihungsfest Spitzmeilenhütte

Am Sonntag, 29. Juni, findet ab 10 Uhr die offizielle Einweihungsfeier der neuen Spitzmeilenhütte des SAC-Sektion Piz Sol statt. Es sind alle herzlich eingeladen, an dieser kleinen Feier teilzunehmen.

Umbau Chamonna Tuoi

Infolge Um- und Ausbaus bleibt die Chamonna Tuoi vom 12. Mai bis zum 4. Juli komplett geschlossen.

Wiedereröffnung Capanna Corno Gries

Die 2007 umgebaute Alphütte Corno Gries, die neu 50 Schlafplätze aufweist, ist ab Ende Juni 2008 wieder geöffnet. Die Einweihungsfeier der Capanna findet am 31. August statt. a

Geringes Risiko für Hüttenwegbenutzende

Insgesamt kam es im Beobachtungszeit-raum zu zwei Todesfällen und acht Verletzten aufgrund von Naturereignissen. Angesichts der starken Benutzung der Hüttenwege ist diese Zahl sehr klein. Das Risiko, auf einem Hüttenweg durch Naturereignisse zu Schaden zu kommen, beträgt ein Personenschaden auf 2,6 Mio. Hüttenwegbenutzer. Damit ist es im Vergleich mit Risiken bei anderen Tätigkeiten ( Bergsport, Haushalt, Verkehr ) äusserst gering. Die Hüttenwegbenutzer kennen offensichtlich die heiklen Situationen und sind von sich aus mit der nötigen Vorsicht unterwegs.

Die Standorte der SAC-Hütten selbst sind wenig von Naturereignissen betroffen. Vier Hütten melden im Beobach-tungszeitraum Probleme mit Permafrost im Untergrund und sechs Vorfälle mit Steinschlag. Bei sechs Hütten waren Lawinenniedergänge zu verzeichnen.

Handlungsbedarf in Einzelfällen

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass es wahrscheinlich aufgrund der Klimaerwärmung zu mehr Naturereignissen kommt, welche die Hüttenwege betreffen. Die Gefährdung ist momentan jedoch nicht besorgniserregend. Für den SAC bzw. die hüttenbesitzenden Sektionen besteht darum zurzeit kein allgemeiner Handlungsbedarf. Die Sektionen müssen jedoch Massnahmen bei den ihnen bekannten Problemstellen prüfen und gegebenenfalls realisieren. Die zentrale Hüttenkommission empfiehlt den Hüttenwarten bzw. den Hüttenchefs, einen Ereigniskataster zu führen. Dadurch können allfällige Schutzmassnahmen besser geplant und auch die weitere Entwicklung systematischer verfolgt werden. a Bruno Lüthi, Leiter Hüttenmarketing SAC Diese Passage des Hüttenwegs zur Oberaletschhütte musste mit grösserem Aufwand erstellt werden. Foto: SA C-Ar chiv

Alpinismus, Berg- u.a. Sportarten

Alpinismo e altri sport di montagna

Alpinisme et autres sports de montagne

Rummel am Everest, Gefahr an der Ama Dablam

Expeditionen 2007 in Nepal und Tibet

Das Jahr 2007 brachte wieder viel Frühlingsrummel am Everest: Nicht weniger als 597 Personen standen in einer einzigen Saison auf dem Gipfel des höchsten Berges der Welt. Weiterhin objektiven Gefahren ausgesetzt ist die Normalroute an der Ama Dablam. Dem Slowenen Tomaˇz Humar gelang im Herbst einmal mehr ein Alleingang an einem Achttausender.

Wie Elizabeth Hawley, die Chronistin für das Bergsteigen in Nepal und Tibet, aus Kathmandu berichtet, gab es im Chronistin des Himalayabergsteigens: Elisabeth Hawley notiert 2007 in Kathmandu die Begehungsdaten von Ueli Stecks Soloversuch der An-napurna-Südwand. Die Hochträger sind die wahren Könige am Everest: Einzelne von ihnen bestiegen das Dach der Welt im Frühling 2007 drei Mal. Hier beim Aufstieg zu Camp 2 ( 7500 m ) auf der Everest-Nordseite.

Frühling 2007 wieder einen Massenauf-lauf am Everest. Dabei wurden unglaubliche 597 Gipfelbesteigungen registriert, 287 davon auf der Nordseite. Die von den Sherpas vor Ankunft der kommerziellen Expeditionen vorbereitete Route im vergangenen Frühjahr war offenbar ausgesprochen gut und schnell zu begehen. Nebst den üblichen fragwürdigen Rekorden – der älteste Mann auf dem Gipfel ist nun vorläufig ein 71 Jahre und 63 Tage alter Japaner; ein « Iceman » genannter Holländer, der nur mit kurzen Hosen, Socken und hohen Bergschuhen bekleidet auf den Gipfel wollte, erreichte seinerseits eine Höhe von 7250 Meter – waren es wie immer die Sherpas, die zeigten, wer die wahren Everest-Könige sind: Einzelne unter ihnen bestiegen das Dach der Welt in einer einzigen « Arbeits-saison », das heisst in einem Zeitraum von eineinhalb Monaten, bis zu dreimal vom Basecamp bis zum Gipfel und zurück. Ein chinesisches Team testete seinerseits, ob das olympische Feuer, das dieses Jahr über den Gipfel nach Beijing getragen werden soll, in einer Höhe von 8850 Meter noch brennt – offenbar gab es damit keine Probleme.

« Second Step » ohne Leiter

Die Profibergsteiger Conrad Anker und Leo Houlding widmeten sich im Rahmen einer Filmexpedition der Frage, ob die Stufe hoch oben auf der Normalroute der Everest-Nordseite, der « Second Step », auch ohne die seit 1975 dort angebrachte und vor drei Jahren ersetzte Leiter überwindbar ist. Dabei geht es um die Debatte, ob die britischen Kletterer George Mallory und Andrew Irvine 1924 den Everest-Gipfel erreicht haben könnten. Laut Anker ist es sehr gut möglich, dass sie die Stufe, an der damals keine Leiter stand, überwunden haben. Er fand die Stelle ohne Aufstiegshilfe sogar ein facher als mit. Anderseits ist er der Meinung, dass Mallory und Irvine nicht ausreichend gute Ausrüstung – vor allem nicht genügend warme Kleider – hatten, um bis auf den Gipfel zu gelangen. Das Rätsel wird weiterhin ungelöst bleiben. Der Pickel von Irvine wurde 1933 auf einer Höhe von 8100 Meter gefunden; wie hoch die zwei gelangt waren, konnte nie geklärt werden.

Heikle Stelle an der Ama Dablam

Sieben Menschen verunglückten im Frühjahr 2007 in der Region. Glück im Unglück hatte der Schweizer Ueli Steck, der bei seinem Soloversuch an der Süd- Foto: Rober t Bösch Foto: Rober t Bösch Die Ama Dablam, dank ihrer ästhetischen Form einer der beliebtesten Expeditionsberge Nepals; die Normalroute ist zurzeit jedoch Eisschlag aus gesetzt.

wand der Annapurna I von einem Stein auf den Helm getroffen wurde und abstürzte. Er kam glimpflich davon und unternahm diesen Frühling einen weiteren Versuch, diesmal in Begleitung seines Landsmanns Simon Anthamatten. Als weiterhin objektiv gefährlich und dem Eisschlag ausgesetzt erwies sich die Normalroute über den Südwestgrat auf die Ama Dablam. Dort hatte im Herbst 2006 eine Eislawine, die auf rund 6500 Metern oberhalb von Camp 3 losgebrochen war, sechs Bergsteiger in den Tod gerissen. Offenbar ist die ganze Zone nach wie vor dem Eisschlag ausgesetzt, und einzelne Expeditionsleiter raten momentan vollständig von einer Begehung des Südwestgrats ab. Im Herbst 2007 gingen dennoch 56 Teams genau diese Route an. Zum Glück kam es zu keinen Zwischenfällen, ja, die Herbstsaison 2007 war gar die erste seit 1967, in der es keinen einzigen tödlichen Unfall in den Bergen von Nepal und Tibet gab.

Zwei grosse Erstbegehungen

Die einzigen bemerkenswerten Neutouren gelangen 2007 den bekannten Russen Valeri Babanov und Sergei Kofanov sowie dem Slowenen Toma˘z Humar, einem Experten für grosse Wände im Alleingang. Bereits vor acht Jahren erregte Humar Aufsehen mit seinem Solo durch die Südwand des Dhaulagiri I. Nun unternahm er an einem anderen Achttausender, der Annapurna I, einen Alleingang auf einer neuen Route über den östlichen Ausläufer der riesigen Südwand hinauf zum langen Ostgrat bis zum Ostgipfel des Berges ( 8026 m ). Der Slowene hatte sich für den östlichsten Teil der Südwand entschieden, weil er dort die Steinschlaggefahr als weniger gross einschätzte. Er brach am 24. Oktober gegen Abend auf und erreichte am 28. den Ostgipfel des Berges, bevor er den langen Abstieg über die gleiche Route antrat. Foto: Christine Kopp Himalaya-Expeditionen Frühling 2008 Aus Platzgründen haben wir den Rückblick auf die Aktivitäten im Himalaya aufgeteilt. Den Bericht zur Frühlingssaison 2008 finden Sie deshalb erst in der Juli-Ausgabe der ALPEN.

Valeri Babanov und Sergei Kofanov wagten sich ihrerseits an die imposante und bitterkalte Nordseite des Jannu ( auch Kumbhakarna genannt, 7710 m ) im äussersten Osten Nepals. Sie begannen ihren Aufstieg am 14. Oktober. Mit einem Minimum an Material brachen sie auf einer Höhe von 4700 Meter auf dem Kumbhakarna-Gletscher auf, stiegen hinauf zum Yamatari La und weiter über den Westpfeiler und den Südwestgrat des Berges, wo sie ihr viertes Biwak auf 7300 Meter Höhe 100 Meter unter der Westschulter einrichteten. Zwei Tage später standen sie auf dem Gipfel und vollendeten ihre Route, die Babanov als « sehr logische, wunderschöne Linie » bezeichnete.

Masse oder Klasse

Bergsteigen in Nepal kann also ganz Verschiedenes heissen: ein Aufstieg über eine fast bis auf den letzten Meter präparierte und fixierte Route auf den Everest in der Masse, mit Sherpas und anderen Einheimischen als stets präsenten Helfern, Trägern und Köchen, viel Flaschensauerstoff und vielleicht zusätzlich Der 39-jährige Slowene Tomazˇ Humar ist bekannt für spektakuläre Solobegehungen. So war ihm bereits vor acht Jahren ein Alleingang durch die Südwand des Dhaulagiri gelungen.

Knacknuss Ostgrat: Humar musste noch mehrere Kilometer auf dem über 7400 m hoch gelegenen Grat bewältigen.

Alpinistischer Meilenstein: Tomazˇ Humar gelang im Frühling 2007 ein spektakulärer Alleingang über den östlichen Ausläufer der Annapurna I ( rote Linie ). Die orange Linie zeigt den Aufstieg der Polen Jerzy Hajzer und Artur Kukuczka aus dem Jahr 1988.

Foto: zvg Foto: zvg/T omaz ˇ Humar Foto: zvg/T omaz ˇ Humar einem westlichen Bergführer – oder aber auch ein Abenteuer im Zweierteam ohne Fixseile, Träger oder Flaschensauerstoff auf Neulandsuche auf der bitterkalten Nordseite eines hohen Siebentausenders, mit dessen Namen man ausser unter Kennern kein Aufsehen erregt. Jedem das Seine, wobei klar ist, dass zwischen den sportlichen Leistungen ganze Berg-welten liegen. a Christine Kopp, Muri/CH und Pasturo/I Annapurna Ost ( 8021 m )

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