Hüttenwege nur punktuell gefährdet Auswirkungen von Naturereignissen auf Hütten und ihre Wege

In den letzten 15 Jahren kam es bei SAC-Hütten und ihren Wegen zu rund 3300 Naturereignissen. Die Situation ist aber nicht besorgniserregend, da nur in zehn Fällen Menschen betroffen waren. Die Hüttenwegbenutzer sind offensichtlich mit der nötigen Vorsicht unterwegs. Punktuell sind jedoch besondere Abklärungen vor Ort nötig. Dies ergibt eine Umfrage, die der SAC in Zusammenarbeit mit der Firma Geotest durchgeführt hat.

Auch wenn die Gefährdung für die Benutzer gering ist, nehmen die Kosten für den Unterhalt der Hüttenwege aufgrund der Schäden durch Naturereignisse zu. Damit das rund 2000 Kilometer umfassende Hüttenwegnetz intakt bleibt, werden für kleinere und grössere Sanierungen immer häufiger auch Beiträge aus dem zentralen Hüttenfonds des SAC in Anspruch genommen. Die diesjährige Spendenaktion zugunsten des Hüttenfonds kommt darum zu einem Teil auch der Sicherung und Instandhaltung des Hüttenwegnetzes zugute. Alle Mitglieder erhalten als Dank für die Unterstützung einen Ratgeber mit Beispielen von Bergwanderungen und Hüttenwegen, welche die verschiedenen Stufen der SAC-Wanderskala illu s-trieren. Unter Federführung der zentralen Hüttenkommission ging der SAC diesen Fragen nach und führte zusammen mit der Firma Geotest AG in Zollikofen ( BE ) im Sommer 2007 eine Umfrage bei den Verantwortlichen der SAC-Hütten durch. Aufgrund des sehr guten Rücklaufs der Fragebogen und einer telefonischen Nachbefragung konnte ein Bild für alle 153 SAC-Hütten gewonnen werden.

Das Zugangsnetz zu den 153 SAC-Hütten umfasst 259 Wege mit einer Gesamtlänge von 2070 Kilometer. Bei rund der Hälfte der Hütten wurden im Zeitraum der letzten 15 Jahre Naturereignisse auf den Zustiegen registriert. Hochgerechnet ergeben sich für diesen Zeitraum insgesamt etwa 3300 Ereignisse. Davon sind fast zwei Drittel Steinschläge und Felsstürze, ein Drittel Rutschungen und Murgänge und etwa drei Prozent Hochwasser. Viele Vorfälle, insbesondere Steinschlag, ereigneten sich an der gleichen Stelle oft mehrmals pro Jahr, sodass die einschlägigen Gefahrenstellen bekannt sind.

Als Ursachen wurden von den Befragten Starkregen ( 54% ), Schneeschmelze ( 17% ), auftauender Permafrost ( 11% ), hohe Nullgradgrenze ( 11% ) und Gletscherrückgang ( 4% ) genannt. Eine Mehrheit der Hüttenwarte und Hüttenchefs rechnet auch in Zukunft mit ähnlichen Ereignissen und einer Zunahme der Gefahren. Zudem erwarten sie, dass die Klimaerwärmung mit ihren Folgen – etwa dem Anstieg der Nullgrad- und der Schneefallgrenze, dem Aus apern von Firn und Gletschern, dem Auftauen von Permafrost und häufigeren Extremen wie Hitze und Intensivregen – gefährliche Naturprozesse begünstigt.

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