In 44 Tagen um die Schweiz Einzigartiges Projekt der SAC-Jugend Pilatus

Die Jugend des SAC Pilatus realisierte diesen Sommer in der Schweiz eine einzigartige Tour: Während 44 Tagen umrundeten 72 Teilnehmer zu Wasser, zu Land und im Fels die Schweiz. Kriterien wie ein maximaler Abstand von sieben Kilometern zur Schweizer Grenze oder die Fortbewegung stets per Muskelkraft verliehen dem Projekt einen unverwechselbaren Charakter.

Sonntag, 17. August 2008: Kurz vor Mittag erreichen Schwimmer, begleitet von Gummibooten, Pedalos und einem Ruderboot, vom Vierwaldstättersee her das Festgelände der SAC-Jugend Pilatus in Luzern. Mit Applaus und Johlen werden die Teilnehmer der letzten Etappe einer Tour, die in 44 Tagen über 2210 Kilometer um die Schweiz führte, empfangen.

Um innerhalb sechs Wochen mit reiner Muskelkraft die Schweiz umrunden zu können, teilten wir die gesamte Strecke in eine Ost- und Westroute auf. Diese beiden « Halbrund»-Touren bestanden aus je zehn mehrtägigen Etappen, wobei die erste und letzte jeweils gemeinsam erfolgten. Zu jeder Etappe kreierten wir eine Fahne, sodass die Schweiz-Umrun-der am Schluss mit 20 Fahnen in Luzern ankommen würden. Die Gruppen setzten sich für die verschiedenen Etappen immer wieder neu zusammen.

Für das Anliefern oder Zurückneh-men von Schlauchboot-, Bike-, Wander- oder Hochtourenausrüstung konnten wir aber nicht mehr auf motorisierte Fahrzeuge verzichten. Bei einem Leiter wurde die Garage kurzum in ein temporäres Materiallager für die Tour umgewandelt. Das aufwendige Projekt konnte nur dank über 50 Helferinnen und Helfern realisiert werden, die als Leiter, Busfahrer oder Koch zum Einsatz kamen. Um die Jugendlichen nicht in Unkosten zu stürzen, suchten wir Sponsoren. Doch wie die Jugendlichen ausserhalb der Sektion für das Projekt begeistern? Wir erstellten ein Infobüchlein, in dem die wichtigsten Informationen zu den einzelnen Etappen zusammengefasst wurden. Durch verschiedene Printmedien und Radiostationen erreichten wir schliesslich unser Zielpublikum.

Gestärkt mit einem Brunch, starten am 5. Juli in Luzern gut 20 Teilnehmende Richtung Reuss. Mit Schlauchbooten legen sie die erste Etappe bis Döttingen zurück. Ost- und westwärts bewegen Foto: Johannes Suter Grenzerfahrungen im Bergell: auf der Fiamma mitten im Bergell.

Foto: Fabienne Pfister sich nun zwei Gruppen weiter. Im Westen erreichen nach mehrtägiger Velofahrt Jugendliche den Genfersee, den sie mit einem Segelboot kreuzen. Für die Hügelzüge zwischen St-Gingolf und Champéry sind die kleinen Gänge der Mountainbikes nötig. Zum Teil nahe der Haute Route folgend erreicht eine weitere Gruppe dann Zermatt. Die Königsetappe erfordert Klettern und führt zum Teil über ausgesetzte Grate über die italienische Seite hoch zur Capanna Regina Margherita ( 4554 m ) und weiter zur Distelalp im Saastal. Die Teilnehmer der Touren im Osten lernen Graubünden mit seinen idyllischen Tälern, lieblichen Landschaften, aber auch schwindelerregenden Bergspitzen – darunter die Fiamma – kennen. In Brissago erfolgt der Zusammenschluss und die grosse Finalissima: Mit dem Bike hinauf auf den Gotthardpass und hinunter mit Trottinetten ins Urnerland geniessen wir im Haldi ob Schattdorf den letzten Abend, bevor die Teilnehmer der letzten Etappe schwimmend nach Luzern zurückkehren. Die Erleichterung ist gross und die Freude riesig. Während 44 Tagen haben insgesamt 72 Jugendliche die Schweiz unfall- und verletzungsfrei umrundet. Ein klein wenig Wehmut mischt sich ins glückliche Ende. Doch wer weiss, was für Ideen uns die nächste Skitour bringen wird... a Andreas von Deschwanden, Luzern/ Ueli Eichholzer, Horw Weitere Informationen und Bilder der Tour auf www.jugend-pilatus.ch Geschafft: Das OK, Leiter, Helfer und die meisten Teilnehmer freuen sich über das gelungene Projekt.

Das Wetter im Sommer 2008 wechselte oft sehr schnell. Karte und Kompass waren für die Leiter deshalb besonders wichtig. Unterwegs im Grenz gebiet beim Grand Combin. Zurück in Luzern: Am 17. August erreichen die Teilnehmer der Schweizumrundung mit Booten und schwimmend das Lido.

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