Irreführende Wegweiser

Auf die Höhenangaben der Wegweiser ist kein Verlass. Denn nicht immer stimmen sie mit der effektiven Höhe überein. Warum das so ist, erklärt Ueli Mosimann.

Zur Orientierung ist beim Wandern und Bergsteigen die aktuelle Höhe eine wichtige Information. Meist wird dabei der eigene Standpunkt mit der Landeskarte 1:25000 verglichen. Diese Höhenangaben – auch Koten genannt – sind auf einen Meter genau gemessen und eingetragen. Ist man auf einem Wanderweg unterwegs, hat aber die Karte nicht gerade zur Hand, wird als Referenz auch gerne die Höhenangabe von den Wegweisern übernommen. Doch Vorsicht: Diese Höhenangabe ist nur dann genau, wenn der Standort des Wegweisers mit einem kotierten Punkt der Landeskarte übereinstimmt. Häufig zeigt der Wegweiser aber einen geschätzten und daher ungenauen Wert. Es kann sogar vorkommen, dass die Höhe der nächstgelegenen Kote tel quel übernommen worden ist. Im steileren Gelände können dadurch Abweichungen von bis zu 50 Höhenmetern zwischen dem Standort des Wegweisers und dem angegebenen Wert resultieren. Fazit :Vor allem in anspruchsvollem Gelände, wenn genaue Höhenangaben unerlässlich sind, gehören eine aktuelle Ausgabe der entsprechenden Landeskarte 1:25000 und ein Höhenmesser immer zur Ausrüstung. Wanderer und Alpinistinnen vergleichen so laufend die eigene Höhe mit derjenigen auf der Karte.

Höhenmesser Höhenmesser gibt es mit zweierlei Technologien: satellitengesteuerte oder barometrische. Erstere finden sich in vielen Outdoor-GPS-Geräten: Bei ausreichendem Empfang mit Signalen von mindestens vier Satelliten stimmt auch die Höhenmessung mit einer Toleranz von rund zehn Höhenmetern. Der Vorteil: Das GPS-Gerät misst unabhängig vom Luftdruck. Bei ungünstigen Empfangs-bedingungen, etwa in engen Tälern, wird die Messgenauigkeit aber markant schlechter. Deshalb sind beim Bergsteigen nach wie vor barometrische Höhenmesser « state of the art ». Diese sind heute als elektronische Komponente in vielen Outdooruhren integriert. Sie messen auf ein Hektopascal genau, was zehn Höhenmetern entspricht. Der Luftdruck ist aber grösseren Schwankungen unterworfen. Bei einer schnellen Wetteränderung etwa sind Schwankungen von fünf bis zehn Hektopascal in zwölf Stunden durchaus möglich, was Abweichungen von 50 bis 100 Höhenmeter ergeben kann. Deshalb müssen barometrische Höhenmesser mittels der Höhenkoten der Landeskarte nachjustiert werden.

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