Jahresbericht 2000

Nach der Amtsübernahme an der AV im Sommer 1999 legte der neue Zentralvorstand seine Legislaturziele fest. Zentraler Punkt dabei war, das in der vorangehenden Periode des Umbruchs und der Reorganisation Erreichte im Rahmen einer nun beginnenden Konsolidierungsphase zu festigen und zu sichern.

In der ersten Hälfte des Berichtsjahres 2000 musste sich der neue Zentralvorstand ein erstes Mal mit der langfristigen Finanzplanung auseinander setzen. Diese stützt sich einerseits auf die Erkenntnisse und Ergebnisse der Vorjahre, anderseits auf die bereits bestehenden Dreijahres-Finanzpläne. Die vorliegende Jahresrechnung 2000 weist allerdings in verschiedenen Bereichen ein Resultat auf, das von den Budget- und Planungs-vorgaben deutlich abweicht. Genauere Nachprüfungen und das Controlling im Verlauf des Berichtsjahres haben gezeigt, dass die bestehenden Strukturen, Beschlüsse und Reglemente zwingend eine Reihe von Aufgaben mit sich bringen, deren ordnungsgemässe Erfüllung zu einem Fehlbetrag von Fr. 270 000.– (gegenüber einer ausgeglichenen Rechnung) geführt hat. Ein entsprechendes Ergebnis muss somit auch für die folgenden Jahre erwartet werden. Im Weiteren wurde festgestellt, dass der SAC bei einem sich auf nahezu 12 Millionen Franken belaufenden Budget über fast keine freien Reserven verfügt. Praktisch heisst das, dass man sich hier auf sehr dünnem Eis bewegt. Schliesslich fehlen dem Dachverband in Zukunft zur Reserven-bildung weitere Fr. 200 000.– pro Jahr.

Im Jahr 2001 wird sich diese Entwicklung fortsetzen. Wohl hat der ZV sofort reagiert und Budgeteinschrän-kungen vorgenommen, trotzdem ist schon jetzt absehbar, dass sich das Bud-getziel angesichts der zu erfüllenden Aufgaben und Erwartungen nicht einhalten lässt. Im Rahmen der Finanzplanung gilt es somit die Diskussion aufzunehmen, welchen Weg der SAC einzuschlagen hat: Soll er Dienstleistungen abbauen und wenn ja, welche? Oder soll er seine diesbezüglichen Leistungen weiter erbringen, was bedingt, dass man ihm dann auch die notwendigen Mittel zu Erfüllung seiner Aufgaben zur Verfügung stellen muss? Mitglieder und Sektionen nehmen die zentralen Dienstleistungen immer mehr in Anspruch, was zu begrüssen ist, vor allem auch, weil dadurch der Gedankenaustausch intensiviert und die Kontakte ausgebaut werden. Aber – wer Leistungen erwartet, muss auch bereit sein, etwas dafür zu tun. Wir hoffen deshalb, dass die Diskussion, die es in Zusammenhang mit den auf den SAC zukommenden Kosten und ihrer Aufteilung zu führen gilt, in offener und fairer Weise stattfinden wird.

Die neuen Strukturen haben sich im Verlauf des Berichtsjahres bewährt, deren Effizienz ist jedoch immer wieder kritisch zu überprüfen. Im Auftritt nach aussen und in der Zusammenarbeit mit Partnern legte der Zentralvorstand stets Wert auf die Eigenständigkeit des SAC. Der SAC ist eine gute Marke und geniesst hohes Ansehen in der Schweizer Bevölkerung. Dazu müssen wir Sorge tragen. Jeder von uns vertritt den SAC, und dafür danke ich allen.

Ausbildung Im vergangenen Jahr wurden die Tourencheftagungen in Zusammenarbeit mit der Tourenkommission in drei Regionen durchgeführt. Das von den Tourenchefs gewünschte Thema «Rechte und Pflichten des Tourenleiters» stiess auf ein breites Interesse und findet seinen Niederschlag in einem Merkblatt, das 2001 publiziert werden soll. Im November hat erstmals die Fachgruppe Ausbildung, die der Ausbildungskommission untersteht, getagt. Sie dient zur Sicherstellung einer qualitativ hoch stehenden Ausbildung auf Stufe Basis und Tourenleiter. Einsitz haben die Spezialisten der verschiedenen Alpindisziplinen.

Im Juli nahm der neue Fachleiter Bruno Hasler seine Arbeit auf, was sich positiv auf die Umsetzung des Ausbil-dungskonzeptes auswirkte. Realisiert wurden die zweistufigen Sommertou-renleiterkurse, die Merkblätter «Steileis» und «digitales LVS» und der Lawinenkoffer in französischer und italienischer Sprache. Lanciert ist ein Angebot für Seniorentourenleiter, in Auftrag gegeben wurde die Erarbeitung eines Moduls «Sozialkompetenz» für die Kaderausbildung. Schliesslich konnte mit der Firma Mammut ein Partnerschaftsvertrag abgeschlossen werden, der beiden Partnern Nutzen bringen wird.

Für die Zukunft wird eine Verbesserung der Ausbildungsunterlagen und -kurse angestrebt. Die zweistufige Leiterausbildung soll in allen Bereichen Eingang finden, und es werden mehrsprachige Leiterkurse angestrebt. Zudem sollen Ausbildungsunterlagen in Deutsch und Französisch erstellt werden.

Die Zusammenstellung des Tourenange-botes des Zentralverbandes für das Jahr 2001 erfolgte erstmals nach neuem Konzept. Dazu wurden Bergführer via die ALPEN aufgefordert, Tourenangebote einzureichen.

Der Ende 1998 von einer Arbeitsgruppe vorgelegte Bericht zur Situation der Senioren im SAC wurde vom ZV genehmigt, und die Arbeitsgruppe konnte offiziell verabschiedet werden. Die Schlussfolgerungen dieser Arbeit sollen nun in den verschiedenen Kommissionen umgesetzt werden.

Als künftige Arbeiten vorgesehen sind die Mithilfe bei der einheitlichen Bewertung der Skitourenführer (gebiets-übergreifende Vergleiche) und bei einer neuen Bewertungsskala für Bergwander-führer, die Beratung von Tourenchefs hinsichtlich Spesenregelungen und die Mitarbeit bei nationalen und internationalen Projekten (Wandern).

Die Tourenkommission berät die Sektionen bei der Neuerstellung ihrer Tourenreglemente. Im Dezember hat Elisabeth Zingg das Präsidium der Tourenkommission an Stefan Wullschleger abgegeben.

Vom 14.–16. Januar fand das nationale Jugendleitertreffen in Magglingen zum Thema «Sportbiografien im Wandel» statt. Unter anderem wurde die Diskussion über die obere Altersgrenze der Jugendmitglieder im SAC lanciert. Am Familienbergsteiger-Forum vom 9. September ging es um die Förderung des FaBe in den Sektionen. Daran soll auch inZukunft weiter gearbeitet werden. Erfolgreich war das Projekt «Klettern macht Schule»: Während 19 Wochen war die Kletterwand in 16 Schulen zu Gast. Das J+S-Ausbildungsangebot wurde im Hinblick auf das Jahresprogramm 2001 in den Kompetenzbereich der Ausbildungskommission übergeben. Weiter wurde eine KiBe- und FaBe-Dokumentation erstellt.

Die Jugendkommission befindet sich in einer Umbruchphase. Die Neuorientierung und personelle Besetzung ist noch nicht abschliessend definiert. Für die Umsetzung von J+S 2000 muss der SAC das Profil von sog. Vereinscoaches und von einem Verbandscoach definieren. Neu zu konzipieren sind auch die Regionaltagungen der Jugendleiter. Schliesslich steht die Zukunft der mobilen Kletterwand zur Diskussion. Anstrengungen sind gefordert für eine verbesserte Jugendintegration in den Sektionen. Die Unterstützung der Jugendarbeit in den Sektionen hat nach wie vor hohe Priorität.

Die Bergführerprüfung 2000 haben 34 (darunter 1 Frau) von 35 Teilnehmern bestanden. Den Kandidatenkurs absolvierten 57 (SAC 11) Personen, 55 haben ihn bestanden. Der erfolgreiche Kaderkurs im Sommer stand unter dem Thema «Der Bergführer als Naturanimator». Für die Organisation waren Peter Leutwyler (GR) und Silvan Bordogna, Präsident der SAC-Bergführerkommission, verantwortlich, die fachliche Kursleitung hatte Jürg Meyer, Beauftragter Schutz der Gebirgswelt, inne.

Das Jahr 2000 war für das Ressort in verschiedener Hinsicht von besonderer Bedeutung. So erreichten im Bereich Sportklettern die Athleten beste internationale Spitzenplätze, was den hohen Stand der Sportkletterer in der Schweiz beweist. Die Aussichten auf einen Platz auf dem Podest an der WM im neuen Jahr sind gut. Infolge der Verschiebung der Expo auf das Jahr 2002 und der dadurch bedingten Baustellen musste die WM-Durchführung von Biel in die Sul-zer-Hallen nach Winterthur verlegt werden. Diese eignen sich vorzüglich für die drei Kletterdisziplinen Geschwindigkeit, Schwierigkeit und Boulder. Geplant sind zudem ergänzende Rahmenaktivitäten. Auf Anfang Saison 2001 trat Gaby Madlener Sigrist als Chefin Leistungssport zurück. Sie hatte diese Funktion seit dem 1. Juni 1998 inne. Ihr sei an dieser Stelle für ihre umfassende Entwicklungsarbeit im Bereich Sportklettern herzlich gedankt.

Die noch junge Sportart Skialpinismus ist in ständiger Entwicklung. Steigende Zahlen bei den Wettkampfbeteiligungen – bis zu 200 Läufer/innen pro Wettkampf – und neue Austragungsorte – in der laufenden Saison ist Grindelwald erstmals Wettkampfort – verlangen von der Kommission grossen Einsatz. Leider musste die Kommission auch unpopu-läre Entscheide fällen: Im Swiss Cup sind die schmalen Ski (Telemark) und der Abfahrts-Hexenbesenstil nicht mehr zugelassen.

Als Kontaktperson steht Kommissionsmitglied Romain Ducret dem Nachwuchs zur Verfügung. Grosser Beliebtheit erfreuen sich die drei Regionalzentren.

Die immer anspruchsvolleren Aufgaben bedürfen einer sorgfältigen Zusammenarbeit auf allen Ebenen. Die Regionalzentren in den beiden Bereichen Sportklettern und Skialpinismus bilden die gemeinsame Plattform für die Sektionen und die Athleten. Trotz vermehrter professioneller Strukturen gilt weiterhin der SAC-typische Team- und Wettkampfgeist.

Von den fünf im Jahre 2000 vorgesehenen Erneuerungsbauten von SAC-Hütten wurden die Albigna-, die Bächlital-, die Oberaarjoch-, die Hollandia- und die Turtmannhütte termingerecht ausgeführt. Die umgebaute Oberaarjochhütte ist bereits eingeweiht. Die ebenfalls fertig gestellte Bertolhütte wird auf die Wintersaison 2001 wieder benutzbar sein. Die Hüttenkommission begleitete 10 Sektionen in der Vorbereitung für die gleiche Zahl von Hüttenrenovationsbauten, die für die Jahre 2001–2004 vorgesehen sind, u.a. Cristallina, Mont-Fort, Cadlimo und Tschierva. Zudem wurden 13 Subventionsbegehren für Unterhaltsarbeiten für Fr. 199 650.– begutachtet und genehmigt.

Die Arbeitsgruppe «Neue Hüttenpolitik» erarbeitete die neuen Richtlinien zum Bewartungsvertrag, die von der AV im Juni genehmigt wurden. Die dazugehörigen Pflichtenhefte für Hüttenwarte und Hüttenchefs wurden vom ZV verabschiedet. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe der Hüttenkommission und der Kommission Schutz der Gebirgswelt erarbeitete neue Wegleitungen für die Beseitigung von Abwässern aus Berghütten. Beim Treffen der Hüttenkommissionen der Alpenländer «Arc Alpin» in Slowenien im Juni wurden die Problematik der Wegerschliessung in den Alpen, die schwierige Planung von Abwasseranlagen in Karstgebieten, aber auch die Marke-tinganstrengungen der einzelnen Vereine diskutiert.

Auf Ende 2000 sind nach langjähriger Mitarbeit in der Hüttenkommission Renato Buzzini, ehemaliger Kommissionspräsident, Walter Gut sowie die Vertreter der Hüttenwarte Markus Wyrsch und Renate Hagmann aus der Kommission zurückgetreten. Auch an dieser Stelle ganz herzlichen Dank für die engagierte Arbeit.

Die vielfältigen Arbeiten und Engagements des Ressorts ergaben sich einerseits aus der Mehrjahresplanung, andererseits durch unvorhersehbare Ereignisse und Erweiterungen. So arbeiteten Kommissionsvertreter in der vom Zentralvorstand eingesetzten Arbeitsgruppe «Freier Zugang und Naturschutz». Die Kommission besuchte im Zusammenhang mit der geplanten Erweiterung und der aktuellen Thematik von Grossschutzgebieten den Schweizerischen Nationalpark. Einen wichtigen Platz nahm die breite Information über alpine Umweltthemen innerhalb des SAC ein. Im Bereich der Ausbildung über die alpine Umwelt wurden weitere Erfahrungen und konkrete Fortschritte gemacht. Das Ressort vertrat den SAC in diversen Verbänden und Gremien des Natur- und Umweltschutzes, nahm zu verschiedenen Erschliessungsprojekten Stellung, beteiligte sich an vier Einsprachen und setzte im Bereich Natursport-Natur-schutz die Aufklärungs-, Beratungs-, Lobby- und Präventionsarbeit fort. Am Lehr- und Lernmittel Lebensraum Alpen konnten die redaktionellen Arbeiten abgeschlossen, der «Kodex für naturverträgliche Wintertouren» neu aufgelegt und der Kreis der sich ver-pflichtenden Sportanbieter deutlich erweitert werden. Die Mitarbeit in den Projekten «Modellregion Göschenen» und «Work&Climb» wurde fortgesetzt.

Angegangen wurde die Kampagne «Mobilität» mit dem ehrgeizigen Ziel, die Benutzung des öV bei den Touren des gesamten SAC auf 10% zu steigern. Anreize dazu schaffen sollen eine praktische Planungshilfe für öV-Touren in Papierform und auf CD-ROM, eine vergünstigte Zweitageskarte der SBB sowie ein Schulungs-, Beratungs- und Motiva-tionsprogramm zur Umsetzung in den Sektionen. Partner dieser Mobilitätskampagne sind SBB, VCS und Bundesstellen. Das Thema Kommunikation an der Herbsttagung der Sektions-Beauf-tragten zum Schutz der Gebirgswelt wurde zur Vorbereitung und Umsetzung der SAC-Mobilitätskampagne in den Sektionen genutzt.

Nach 14 Jahren intensiver Mitarbeit trat Kommissionspräsident Franz Neff von seinem Amt zurück; auch Michel Carrard stellte sein Amt zur Verfügung. Als neue Kommissionspräsidentin wählte der Zentralvorstand Dr. Monika Frehner, Forstingenieurin, Sektion Pizol. Zudem bewilligten ZV und die PK die Weiterführung der 50%-Assistenz im Ressort.

Rettung Im Jahre 2000 wurde die umfassende Reorganisation der alpinen Rettung SAC umgesetzt. Das neue Rettungsreglement wurde vom Zentralvorstand des SAC genehmigt und Retter und Partner über die Rettungskommission, die Rettungszonen und die Rettungsstationen informiert. Dank dem in Zusammenarbeit mit der REGA neu entwickelten Alarm-konzept, das noch vor der Wintersaison eingeführt wurde, sollen die Einsatzzentrale entlastet und die Retter besser erreicht werden, was letztlich den Verunfallten oder Vermissten zugute kommt. Heute beschränkt sich die Rettung nicht mehr nur auf die Sommer- und Wintersaison, vielmehr sind bergsportfremde Aktivitäten für die steigenden Unfallzahlen in der Zwischensaison verantwortlich. Im Weiteren wurden Verträge mit der REGA und der Medizinaltarifkom-mission entweder auf die neuen Strukturen angepasst oder neu erstellt.

Als Ausbildungsgrundlage wurde das Rettungslehrbuch des SAC überarbeitet. Auf Grund der Reorganisation standen den Rettungszonen für Aus- und Weiterbildung mehr finanzielle Mittel zur Verfügung, was die Qualität der Kurse steigerte. Ausführliche Tests und Kontrollen der CE-Normen, Werkprüfzeugnisse usw. bildeten die Schwerpunkte im Bereich Material. Neu wurde die Chamo-nix-Winde als Ersatzgerät für das Stahlseilgerät bestimmt.

Die externe und interne Kommunikation wird immer wichtiger. So wurden neben dem bewährten Jahresbericht neu der «Bergretter» als Informationsbroschüre für Retter herausgegeben und die Unfallverhütung und Beratung für Krisenstäbe in den Gemeinden schwerpunktmässig bearbeitet. Die Kantone und Gemeinden, Tourismusorganisatio-nen und professionelle Anbieter im Out-doorbereich anerkennen den hohen Stellenwert eines gut funktionierenden Rettungswesens. Es braucht aber noch vermehrt Mittel, um die Rettungsarbeit auch in Zukunft sicherzustellen. Die Zusammenarbeit mit den Partnern der SAC-Rettung wie REGA, KWRO, Seilbahnen Schweiz usw. verlief reibungslos. International ist der SAC mit Toni Grab als neuem Präsidenten und Louis Salzmann als neuem Vorstandsmitglied der IKAR (Internationale Kommission für Alpines Rettungswesen) vertreten.

Der Dank gehört allen Rettern für die grosse Arbeit und Unterstützung während des ganzen Jahres im Dienste des Mitmenschen.

Die Medizinische Kommission, die im SAC die Belange der Gebirgsmedizin vertritt, steht allen Kommissionen und allen SAC-Mitgliedern zur Bearbeitung und Beantwortung gebirgsmedizinischer Fragen zur Verfügung. So wurden auch im Jahr 2000 zahlreiche Auskünfte in allen Bereichen der Gebirgsmedizin erteilt. Einem offensichtlichen Bedürfnis entspricht Erste Hilfe für Wanderer und Bergsteiger, sodass eine zweite Auflage bereits gegen Ende des Jahres 2001 fällig sein wird. Dieses Werk eignet sich auch für die medizinische Aus- und Weiterbildung unserer Bergretter, Pistenpatrouilleure usw.

Die Zusammenarbeit mit der Rettungskommission hat sich verbessert; der von den Vertretern der Medizinischen Kommission geforderte Bereich Rettungsmedizin wurde eingeführt und vom ZV akzeptiert.

Vertreter der Medizinischen Kommission besuchten mehrere internationale gebirgsmedizinische Veranstaltungen sowie Veranstaltungen der MedCom UIAA und der IKAR. Im Weiteren beteiligte sich die Medizinische Kommission aktiv an der Organisation und Durchführung der jährlich stattfindenden SAC-Ärztekurse für Gebirgsmedizin. Im Wallis wurde ein SAC/SGGM-Ärzte-kurs-Sommerteil «Refresher» und auf dem Oberalppass ein weiterer Wintergebirgskurs für Ärzte durchgeführt. Die am 4. November 2000 in Interlaken erstmals stattfindende erste Schweizerische Bergrettungs-Ärztetagung, an der 10 Thesen zur Gebirgsrettung diskutiert und verabschiedet wurden, fand auch in der Presse ein gutes Echo.

Auf Ende 2000 reichte Dr. U. Wiget (Präsident MedCom IKAR) seine Demission ein. Damit verliert die Medizinische Kommission des SAC nicht nur einen langjährigen und engagierten Mitarbeiter, sondern auch ein in der Gebirgsmedizin wie auch in der Gebirgsrettung sehr erfahrenes und in der medizinischen Ausbildung äusserst aktives Mitglied. Herzlichen Dank für die grosse Arbeit. An seiner Stelle wird Dr. Peider Frey, vorgesehener Bereichsleiter Rettungsmedizin in der Rettungskommission, in die Medizinische Kommission des SAC eintreten.

Die ALPEN geniessen innerhalb und ausserhalb des SAC eine hohe Wertschätzung. Die Qualität der Beiträge und das Layout können sich sehen lassen. Um mit den Entwicklungen Schritt zu halten, unterbreitete eine Arbeitsgruppe der Zeitschriftenkommission Vorschläge für eine teilweise Erneuerung des Layouts, die ab Januar 2001 umgesetzt werden. Der Verkauf der Werbeflächen wurde von Künzler-Bachmann in gewohnt engagierter Manier vorangetrieben, wobei auf Grund des derzeitigen Trends, vermehrt in Internet-Auftritte zu investieren, keine Wunder zu erwarten gewesen waren.

Im Redaktionsbereich wurde eine der bisherigen Entwicklung gerecht werdende Strukturreform ausgearbeitet, die mit der Inkraftsetzung des Zeitschriften-reglements abgeschlossen sein wird. Im Personalbereich galt es den Abgang der seit 1998 angestellten französischsprachigen Redaktorin zu bewältigen, wobei inzwischen mit Aline Wenziker ein guter, zeitlich befristeter Ersatz gefunden werden konnte. Die neue Redaktorin hat sich ausserordentlich schnell in ihre umfangreichen Aufgaben eingearbeitet. Eine längere krankheitsbedingte Abwesenheit von Etienne Gross, der Anfang 2001 sein 20-Jahr-Dienstjubiläum feierte, konnte nur dank des grossen Einsatzes von Margrit Sieber bewältigt werden.

Unsere Bücher, die die Bedürfnisse der Bergfreunde optimal abdecken, werden immer öfter gekauft. Auf Grund intensi-vierter Werbemassnahmen konnte gegenüber dem schon starken Vorjahr der Absatz um fast 30% gesteigert werden, die Preispolitik hingegen muss revidiert werden. Realisiert wurden die Neuerscheinungen Skitourenführer Graubünden und Berner Oberland – neu mit Integration der Snowboard-Touren, die CD-ROM Hochtouren Berner Alpen und die Clubführer Tessiner Voralpen 5 und Bündner Alpen 6, die Lehrschrift Erste Hilfe für Wanderer und Bergsteiger/ Premier Secours à l' usage des randonneurs et alpinistes, Wanderführer Alpinwandern Zentralschweiz–Glarus–Alpstein. Einen viel beachteten Medienauftritt fand die Lehrschrift Canyoning, aber sicher. Auf Platz 1 unserer Bestsellerliste befindet sich nach wie vor Hütten der Schweizer Alpen, dessen 4. Auflage im März produziert und im November bereits ausverkauft war! Im November hat der SAC-Verlag seine Autoren zum traditionellen Autorentag eingeladen. Zwei Stossrich-tungen der näheren Zukunft seien jetzt schon verraten: grösseres Angebot für die Mitglieder aus der Romandie und die französischsprachigen Alpinisten und ein weiterer Ausbau des erfolgreichen Internet-Auftritts – ebenfalls zweisprachig.

Im Zentrum der Arbeit der Kulturkommission standen die ersten Vorbereitungen für die nächste Ausstellung Alpiner Kunst, die ab November 2001 im Schweizerischen Alpinen Museum SAM in Bern stattfinden wird. Dazu wurde gemeinsam mit dem SAM und der Bibliothekskommission eine Arbeitsgruppe gebildet, die die nötigen Arbeiten voran-treibt. Für den traditionellen Kulturtreff mit den Kulturbeauftragten aus den Sektionen im März 2000 in Bern konnte mit Prof. Urs Frauchiger ein faszinierender Referent gewonnen werden. Im Rahmen des FIFAD in Les Diablerets wurde erstmals ein Kolloquium über die Zukunft des Bergfilmes veranstaltet, das Filmemacher und Veranstalter näher brachte. Der SAC-Preis wurde dem Film Ghalzen, le Cantonnier de l' Everest des französischen Cineasten Michel Pellé verliehen.

Zu Beginn des Jahres wechselte das Präsidium der Bibliothekskommission zu Barbara und Jürg Stüssi-Lauterburg, Windisch. Für zuverlässige Konstanz sorgte unser Bibliothekar Thomas Germann, der Ende Dezember sein 10-Jahr-Jubiläum feiern konnte. Mit besonderer Freude erwarb deshalb die SAC-Biblio-thek seine Original-Handzeichnung «Panorama vom Albispass, oberhalb der Windegg». Während etwas über 2000 Ausleihbewegungen zu verzeichnen waren, wuchs der Bücherbestand um 588 Titel an. Unter anderem wurde der Bibliothek eine für die Geschichtsschreibung des SAC wertvolle Dokumentation über Veteranentourenwochen, Skitourenwochen und Expeditonen in der Schweiz und im Ausland geschenkt. Da die SAC-Bibliothek (als Depotbibliothek in der Zentralbibliothek Zürich) seit dem 1. April 2000 der Bestimmung des Informationsverbundes Deutschschweiz unterliegt, muss für den Postversand nach Hause eine Gebühr von mindestens 8 Franken pro Buch erhoben werden. Gegenwärtig steht die Bibliothekskommission in Verhandlungen mit der Zentralbibliothek Zürich über einen neuen Vertrag.

Marketing im SAC ist eine klassische Querschnittdisziplin. Auch im Zentralvorstand und auf der Geschäftsstelle sind die diversen Bemühungen sichtbar. Mit Impulsen aus dem Bereich Zeitschrift wurde das SAC-Logo sanft modernisiert und verabschiedet. Die Umsetzung auf Stufe Zentralverband ist eingeleitet. Auch die Sektionen sollen das neue Erscheinungsbild des SAC mittragen und so zur Markenbildung bzw.pflege beitragen. Vermehrt Beachtung wurde dem Thema Hüttenmarketing geschenkt. Mit der Schaffung einer neuen Stelle eines Bereichsleiters Hütten auf der Geschäftsstelle können weitere Impulse erwartet werden.

Das Internet gehört heute schon fast zu den klassischen Marketinginstrumen-ten. Auch der SAC ist in diesem Bereich aktiv. Erste Schritte für einen neuen Internetauftritt www.sac-cas.ch wurden realisiert. Mit passwortgeschütz-ten Bereichen für Zentralvorstand, Kommissionsmitglieder und Funktionäre wurde ein SAC-Intranet entwickelt. Mit einem gelungenen Auftritt an den Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen der Sporthilfe in Buochs konnte sich der SAC einer breiten Öffentlichkeit präsentieren.

Alpinpolitisch ist die Schweiz auf internationaler Ebene äusserst aktiv. An der Generalversammlung der UIAA am 21. Oktober 2000 in Paris wurde Hanspeter Schmid, alt Zentralpräsident, zum Vizepräsidenten gewählt. Neu im UIAA-Vorstand sind auch Alfred von Gunten als Finanzchef und Jürg Schweizer als Beisitzer. Zusammen mit Christoph Jetzler stellt die Schweiz nun vier der neun Vorstandsmitglieder.

In Meiringen fand am 9. September die Jahresversammlung des Club Arc Alpin statt. Der SAC war erstmals seit der Gründung des CAA 1995 Gastgeber. In den ersten Jahren des Bestehens hat sich der CAA schwergewichtig um Themen der Alpenkonvention gekümmert. Unter dem aktuellen Vorsitz des französischen Alpenclubs CAF wird versucht, das Aufgabenfeld zu erweitern. Der CAA bemüht sich, in Brüssel als Interessen-vertreter der Alpinisten wahrgenommen zu werden.

Zur Gewährleistung der Sicherheit und Verfügbarkeit der EDV-Anlage mussten im vergangenen Jahr ein Firewall sowie eine neue Infrastruktur für die zentralen Rechner installiert werden. Um die Verwaltung der Mitgliederdaten und der Daten aller Funktionäre des SAC zu verbessern, ist der Entscheid gefallen, die gegenwärtige Mitgliederverwaltungs-software durch eine neue zu ersetzen, für die das in Angriff genommene Projekt «Neue Mitgliederstrukturen» Grundlagen liefert. Einfachere Mitgliederstrukturen sollen letztlich zu einer einfacheren und kostengünstigen Softwarelösung führen.

Wichtigster Faktor der Geschäftsstelle sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ihr Engagement, ihr Einsatz prägen das Bild, das sich unsere Mitglieder und unsere Partner vom SAC machen. 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teilen sich knapp 20 Vollzeitstellen. Die Mehrheit arbeitet in Teilzeitanstellungen zwischen 50 und 80%. Diese zeitgemässe Form kommt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entgegen, stellt aber hohe Ansprüche an Führung und Kommunikation.

Die Aufgaben der Juristin des SAC umfassten im Wesentlichen die laufende Betreuung des Gegenrechtsdossiers mit der Leitung der jährlichen Gegenrechtsver-handlungen, wobei im Jahr 2000 der Beitritt des slowenischen Alpenvereins zum Abkommen ein Meilenstein war; die Begleitung der Sektionen bei Statutenänderungen; die Erarbeitung und Begutachtung von Verträgen des SAC und Rechtsauskünfte. Sorgen bereitete die Regelung der an die Zentralbibliothek Zürich zu leistenden finanziellen Abgeltung gemäss dem laufenden Depotver-trag für die SAC-Bibliothek.

Besonders zahlreich waren die Anfragen zum Verantwortlichkeitsbereich der Tourenleiter. Ein wichtiger Teil der Arbeit im Jahre 2001 wird der Aufbau und die Arbeit der Arbeitsgruppe sein, die sich mit diesen Problemen befasst. Ein wichtiger und schöner Teil der Tätigkeit im vergangenen Jahr war die Kontaktpflege zu Bergfreunden – Sektionen (Hüttenjubiläen), den SAC-Part-nern ( Besuch der Delegiertenversammlung der Schweizer Bergführer ) und den befreundeten Alpin-Verbänden (GV des DAV).

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