JO Prättigau goes Fornohütte. SAC-Hüttenfestival 2006

SAC-Hüttenfestival 2006

JO Prättigau goes Fornohütte

Jugendliche am Herd, am Spaltstock, im Service und an der Bar: Die JO Prättigau wagt sich im Sommer an ein ehrgeiziges Projekt. Die jüngsten Clubmitglieder führen im Juli zehn Tage lang die Fornohütte SAC im Bergell auf eigene Faust. Die Vorbereitungen rund um dieses einmalige Jugendprojekt im Rahmen des Hüttenfestivals 2006 sind voll im Gang.

« Die Jugendlichen kuschen nicht – auch wenns nach Arbeit riecht », freut sich der Leiter der Prättigauer JO, Roderick Kühne. Bereits Monate vor dem grossen Hütteneinsatz seien Engagement und Einsatz bei den Jugendlichen genauso gross wie die Vorfreude. Und an guten Ideen mangelt es dem Organisationsteam nicht: Die Fornohütte wird vom 8. bis 16. Juli 2006 zu einem kulturellen Treffpunkt mit einem vielfältigen Rahmenprogramm. Mit diesem Projekt sollen die Jugendlichen genauso wie die Gäste für die verschiedenartigen Aspekte der Gebirgswelt sensibilisiert werden. « Im Vordergrund stehen für einmal nicht allein sportliche alpinistische Leistungen, sondern die Natur als Lebensraum, die Geschichte und die Kultur der Region », erklärt Roderick Kühne, « und natürlich das Engagement der Jugendlichen ».

Zehn Tage Spaghetti? Nein danke!

Und weil die Liebe durch den Magen geht, werden auch in der Küche die Weichen für zehn Tage anders gestellt. « Wer mittags und abends Spaghetti erwartet, den enttäuschen wir gerne », erklärt Kühne. Den Hüttengästen wird ob all der Bündner Spezialitäten das Wasser im Mund zusammenfliessen. Denn aus lokalen Produkten inkl. Deklaration werden Puschlaver Pizzocheri, Prättigauer Chnödli, Pazzöggel mit Engadinerwurst, Capuns oder Churer Fleischtorte zubereitet. Dazu kommt während zehn Tagen ein absolutes Novum: die Granitbar vor der Fornohütte. Die JO-Leiter sind sich bewusst, dass der Barbetrieb für eine SAC-Hütte eine Besonderheit ist – und vielleicht auch Kritiker auf den Plan ruft. Nichtsdestotrotz freut sich die JO Prättigau auf ihren besonderen Hütteneinsatz und die Möglichkeit, eigene Zeichen zu setzen. Aus den zahlreichen Vorberei-tungssitzungen tönts unisono: « Wir freuen uns auf diesen unkonventionellen Weg. Samt dem zünftigen Hüttenfest vom 15. Juli. Mit Musik und Comedy und sogar einem DJ. » Die JO Prättigau will dem SAC-Hüttenfestival 2006 alle Ehre machen. Die Hüttengäste werden weiter in den Genuss von Vorträgen zu Flora und Fauna, Meteorologie, Höhenmedizin und Alpwirtschaft, Geschichten rund um das Tal und seine Hütte, einem Sagen-abend sowie Geschichten von Räubern und Bündner Jägern kommen. Botanische und geologische Exkursionen sowie eine Vollmondtour werden dafür sorgen, dass aus den Hüttengästen nicht Stubenhocker werden.

Motiviertes Hüttenteam, aber...

Roderick Kühne und seine grosse Hüttencrew wissen, was auf dem Spiel steht. « Wir sind kein eingespieltes Hüttenteam. Von Salsa, Botanik, Pickel, Pinsel und und und Möchten Sie als Hüttengast Ihr Tourenziel mit einer Hüttenfestivalveranstal-tung kombinieren? In Wanderschuhen Salsa tanzen? Dann Doldenhornhütte! Botanisieren? Auf in die Chamanna d' Es-cha. Kulinarisches Wallis erleben? Cabane du Vélan reservieren. Fotogra-fische Kenntnisse vertiefen? Sofort Ringelspitzhütte buchen! Mehrtägige begleitete Wanderung mit Gleichgesinnten? Dann Göscheneralphütten anpeilen! Mit Pickel und Pinsel unterwegs sein? Ab in die Tierberglihütte! Den Altweibersommer festlich verabschieden? Glecksteinhütte. Noch viel mehr finden Sie im Programmheft zum Hüttenfestival 2006, das den ALPEN vom Mai beigelegt war. Oder unter www.sac-cas.ch! Viel Vergnügen!

Foto: SAC Rorschach Die Fornohütte SAC im Bergell im Juli 2006 eine Woche lang in JO-Hand Dieses Manko werden wir aber durch gute Vorbereitung und klare Organisation ausgleichen », ist Kühne überzeugt. Eine Hütte mit rund 100 Schlafplätzen zu führen, ist kein Pappenstiel. Doch die Jugendlichen setzten sich gerne selber hohe Ziele, blickt Kühne auf die Vorbereitungen zurück. Dankbar ist die JO Prättigau dabei auch für die Unterstützung durch Hüttenwart Stefan Rauch, der für Notfälle und Besonderheiten während der Spezialwoche auf der Hütte anwesend sein wird. Das angestammte Hüttenteam allerdings wird während dieser Zeit einen Sonderurlaub geniessen.

Gegen 30 Jugendliche im Einsatz

Rund 15 Jugendliche im Alter zwischen 10 und 30 Jahren werden zusammen mit ihren Betreuern permanent auf der Hütte sein und für das Wohl der Gäste besorgt sein. Weitere Jugendliche werden sich für spontane Einsätze zur Verfügung halten und besondere Aufgaben übernehmen. « Wir lassen nichts unversucht, um den Gästen einen unvergesslichen Hüttenaufenthalt zu ermöglichen », geben sich die Jugendlichen überzeugt.

Mit dem Hütteneinsatz will die JO-Leitung ein Gruppenerlebnis der besonderen Art ermöglichen. Verantwortung, Teamgeist, sozialer Austausch und das gemeinsame Erreichen eines hoch gesteckten Zieles sollen die jungen Bergbegeisterten beflügeln und ihnen neue Möglichkeiten aufzeigen – und dabei sollen sie vor allem eigene Ressourcen nutzen. Ganz nach der Devise: selbstständig eigene Ideen und Projekte durchführen, sich gleichzeitig aber auch getragen und betreut fühlen. Profitieren werden dabei auch die Hüttengäste und der SAC. « Wir sind gespannt, wie Jugendliche eine Hütte führen, was sie von traditionellen Hüttenwarten übernehmen und was sie anders machen », meint dazu die Jugendverantwortliche des SAC, Andrea Fankhauser. « Es ist eine ideale Gelegenheit, aufzuzeigen, dass SAC-Hütten auch für Jugendliche ein interessantes und herausfordern-des Refugium sind. » 1 a Tommy Dätwyler, Kölliken 1 Die Sektion Rorschach erstellt zu ihrer Fornohütte einen neuen Zustieg, der unterhalb der Forno-Gletscherzunge mit einer Brücke den Bach quert und in einer spektakulären Galerie die Hüttenfelsen erklimmt. Eingeweiht wird dieser neue Hüttenweg am 12./13.8.2006.

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