Julius Payer. Die unerforschte Welt der Berge und des Eises Bergpionier – Polarfahrer – Historienmaler

Julius Payer, Entdecker des arktischen Archipels Franz-Josef-Land und Protagonist in Christoph Ransmayrs Roman Die Schrecken des Eises und der Finsternis, ging als Polarfahrer in die Geschichte ein. Weniger bekannt ist, dass Payer seine Karriere als Alpinist und Kartograf begann. Während seines Militärdiensts im heutigen Nord­italien erkundete der Österreicher an jedem freien Tag die Berge der Adamello-Gruppe. Das Geld für seine Erstbesteigungen sparte er sich vom Mund ab: Zeitweise ernährte er sich ausschliesslich von Polenta und Brot. Die Karten, die er auf eigene Faust anfertigte, brachten ihm schliesslich den Goodwill des Kriegsministeriums in Wien ein. Payer stieg auf, leitete eine Expedition in die Arktis und wurde in seiner Heimat zum Star. Frank Berger zeichnet das Leben des aussergewöhnlichen Künstlers und Forschers minutiös nach und wirft dabei auch einen Blick auf das traurige Ende des Visionärs: Durch einen Schlaganfall verlor dieser die Fähigkeit zu sprechen und konnte sich die letzten Jahre seines Lebens nur noch schriftlich verständigen. Seine Notizen klebte er zu insgesamt 24 Schriftrollen, der sogenannten «Payer-­Schlange» zusammen. Sie enthalten seine letzten Aufzeichnungen, vor allem aber unzusammenhängende Gedankensplitter.

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