Klettern in Gletsch.

Ein Geheimtipp für Eltern mit kletterfreudigen Kindern, Leiter von Kindergruppen sowie erwachsenen Kletterschülern ist der neu eingerichtete Klettergarten Gletsch am Kreuzungspunkt der Wege von Grimsel, Furka und dem Goms. Dieser herrliche Klettergarten im Bereich des vierten bis sechsten Schwierigkeitsgrades liegt in einer einmalig schönen Landschaft.1

Wer kennt sie nicht vom Vorbeifahren, die Hotelsiedlung zwischen dem Goms und den beiden grossen Alpenpässen Furka und Grimsel? Berühmt wurde sie vor allem wegen des Rhonegletschers, dessen Zunge noch in relativ junger Zeit bis in die Talsohle vorstiess. Heute gibt es einen neuen Grund, um in Gletsch Halt zu machen: der neu eingerichtete Klettergarten, genau dort gelegen, wo früher die Gletscherzunge den flachen Talboden erreichte.

Der besondere Charme dieses Klettergartens liegt sowohl in der wunderschönen Lage unmittelbar über dem Gletschervorfeld, durch das der angenehme Zugang führt, als auch in der hervorragenden Absicherung, die auch Kindern und weniger geübten Erwachsenen das Klettern im Vorstieg erlaubt. Diese herrliche Lage erfordert von den Kletterern aber unbedingt Disziplin, um die Natur im jetzigen Zustand zu erhalten.

Koordinaten 671.920/158.240, LK Blatt 1230 Guttannen, auf etwa 1830 m. Es handelt sich um die untersten Felsen seitlich ( links von Gletsch aus gesehen ) unterhalb der Zunge des Rhonegletschers. Die ziemlich steilen Granitfelsen sind gut gestuft und gegen S bis SE orientiert.

Führer

von Känel Jürg: Plaisir Ost. 1999.

Anreise

Postauto von Meiringen, Andermatt oder Oberwald; neu auch mit der Dampfbahn ab Realp, später sogar ab Oberwald; Parkplätze für Privatfahrzeuge westlich des Hotelkom-plexes

Übernachtung

Hotel «Glacier du Rhone» in Gletsch (Zimmer und Massenlager); etwas weiter entfernt Hotel «Rhonequelle» (Bärfei, 3 km Richtung Oberwald) oder Hotels auf dem Grimselpass

Zugang

Von Gletsch auf dem markierten Gletscherlehrpfad (Dokumentation gratis bei der Hotelrezeption) und auf einem Pfad weiter in der gleichen Richtung. Ein rot markierter Steinmann zeigt die Abzweigung nach links an. Um Trittschäden zu vermeiden, sollte man genau den Steinmännern folgen, zuerst in gerader Linie gegen die Felsen und dann in einer kleinen Rechtsschlaufe an deren Fuss; 20 Minuten von Gletsch bis an den Wandfuss.

Er besteht aus zwei übereinander liegenden Wandstufen, die durch ein nach Westen absinkendes, breites Schutt- und Grasband getrennt sind. Die leichteren Routen befinden sich in der unteren Stufe, gut erkenntlich an einem mächtigen Block in halber Höhe am linken Ende der Wand. Das Schutt- und Grasband erlaubt einen leichten Zugang zu einem Teil der Umlenkungen für Top-Rope.

Obwohl der Klettergarten keine wirklich leichten Routen aufweist, ist er dank der guten Ausrüstung mit Zwischensicherungen für Kinder geeignet, die bereits eine gute Grundlage der Klettertechnik besitzen. Leider weisen die Umlenkpunkte wohl zwei Haken auf, sind aber untereinander nicht verbunden. Die nicht bezeichneten Routen sind dank der zahlreichen Haken gut erkennbar.

Die vier kurzen Routen (4a bis 5a) unter dem auffälligen Block am linken Ende der Wand eignen sich gut für Top-Rope; eine davon nennt sich «KiBe»! Weiter rechts findet man zwei sehr schöne Zwei-Seillängen-Routen, 4a bis 4 c, 60-m-Seil für einmaliges Abseilen. Noch etwas weiter rechts ist der Ausgangspunkt einer Route mit vier Seillängen, die die Anforderungen an einen Kletterlernpfad für fortgeschrittene Kinder erfüllt. Die Schwierigkeit liegt bei 4b, wobei die 3. SL mit 2b leider etwas absticht, da sie über das breite Band führt und damit eine leichte Ausstiegsmöglichkeit nach links aufweist. Um die etwas versteckten Abseilstellen zu finden, folgt man unmittelbar nach der 4. SLdem Grasband, absteigend nach links ( etzte, leichte Wandstufe nicht ersteigen). Für die erste Abseilstelle reicht ein 50-m-Seil ganz knapp, die zweite ist eher zu empfehlen. Über das Schutt- und Grasband zum Einstieg zurück; gute Schhesind für den Abstieg empfehlenswert.

In Gletsch ist ein herrlicher Klettergarten im Bereich des vierten bis sechsten Schwierigkeitsgrades entstanden, der zudem in einer einmalig schönen Landschaft liegt. Vergessen wir deshalb nicht, dass ein verantwortungsbewusstes Verhalten unsererseits die beste Gewähr ist, dass uns dieses kleine Paradies erhalten bleibt.

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