Klettersteig Mürren

Schon bei der Einfahrt ins hintere Lauterbrunnental ahnt man es, dass die neue Ferratistenroute an der Abbruchkante der Höhenterrasse von Mürren mehr als luftig sein muss. Ein Kribbeln hatte auch Initiator Martin Schürmann im Bauch, als er den Steig einrichtete, beispielsweise am « Hammereck », der Querung oberhalb eines Überhangs. Zwischen den Adrenalinspritzen sorgen immer wieder leichte Partien für Erholung. Es ist vor allem die Landschafts-dramatik, die der technisch nur mässig schwierigen Route die Würze gibt: die Ausblicke auf Eiger und Jungfraumassiv, in die senkrechten Wandfluchten, auf die grasgrünen Talböden und auf gischtende Wasserfälle. Den krönenden Abschluss bildet eine 80 Meter lange Nepalbrücke über eine schier bodenlose Kluft. a Iris Kürschner, Grindelwald Steckbrief Datum Einrichtung/Erstbegehung Eingeweiht am 15. Juni 2008 Schwierigkeit Klettersteig KS 3, vor allem die Luftigkeit der mässig schwierigen Querung sorgt für Anspannung, die 60 m lange Tyro- lienne ist nur mit Bergführer möglich, sie kann – wie auch die 80 m lange Hängebrücke – umgangen werden.

Spezielles/Diverses Der Klettersteig steigt nicht, sondern besteht aus einer Querung, die 300 m tiefer endet. Total Länge Klettersteig 2,2 km Dauer Begehung 3 Std.

Dauer Zu- und Abstieg 5 Min.

Einstieg 1645 m, Sportchalet in Mürren ( BE ) Ausstieg 1363 m, Gondelstation Gimmelwald Ausrichtung Osten, deshalb liegt der Klettersteig nachmittags im Schatten Karte LK 1: 25 000, Blatt 1248 Mürren Führer/Infos Iris Kürschner, Klettersteige Schweiz, Bergverlag Rother, www.klettersteig-muerren.ch Welche Ausrüstung mitnehmen? Klettersteigausrüstung inkl. Helm Anreise mit öV Schilthornbahn von Stechelberg über Gimmelwald nach Mürren, ab 6.25 Uhr alle 30 Min., Tel. 033 823 14 44, www.schilthorn.ch Anreise mit Auto Bern–Interlaken–Lauterbrunnen–Talstation Stechelberg Der Klettersteig bietet einmalige Tiefblicke von Mürren hinunter nach Stechelberg. ten. Die Zeit beginnt zu laufen, wenn der zweite Fuss den Boden verlässt. Die Athletinnen und Athleten sind also gefordert, zügiger zu klettern. Sie haben auch keine Zeit mehr, sich in leichteren Kletterpassagen zu erholen. Diese Regelän-derung hat am ersten Schwierigkeitsweltcup in China bereits prominente « Opfer » gefordert. So musste zum Beispiel die Schweizerin Alexandra Eyer in ihrem Viertelfinale gestoppt werden. Es wird spannend sein, zu beobachten, ob sich die Athletinnen und Athleten bereits darauf einstellen und ihr Training anpassen konnten. Eine Attraktivi-tätssteigerung verspricht der Wettkampf in Bern nicht nur wegen neuer Reglemente. Zu einer speziellen Atmosphäre soll auch die Live-Band beitragen, welche die Athletinnen und Athleten während ihrer Versuche in der Finalroute begleitet. Gleich nach der Siegerehrung wird zur Abschlussparty geladen.

EM in Paris an alter Sportkletterstätte

In den frühen 90er-Jahren fanden die ersten Weltcups der Sportkletterge-schichte in grossen Sporthallen wie dem Zürcher Hallenstadion, dem Olympiastadion von Innsbruck oder dem Palais de Bercy in Paris statt. Diese Zeiten schienen vorbei zu sein. Nun kehrt aber in diesem Herbst vom 15. bis zum 18. Oktober das Sportklettern anlässlich der Europameisterschaften in diese grandiose Sporthalle im Zentrum von Paris zurück. Obwohl an alter Stätte, stellt die Durchführung dieses Anlasses für die Organisatoren und den französischen Verband die für die heutige Zeit typische Herausforderung: Die Wettkämpfe müssen in möglichst kurzer Zeit abgewickelt werden, da vom Hallenbetreiber jede zusätzliche Belegungsstunde in Rechnung gestellt wird. Dies ist wahrlich kein leichtes Unterfangen, wenn man bedenkt, wie zahlreich die Teilnehmer an den letzten Weltmeisterschaften waren. Damit die Besucher die Möglichkeit haben, an den beiden Finaltagen sämtliche Disziplinen des Sportkletterns zu sehen, wurde der Programmablauf der letzten Europameisterschaften abgeändert. So werden am Freitagabend das Herrenfinale im Bouldern und die Da-menfinals im Schwierigkeitsklettern und im Speedklettern durchgeführt. Am Samstag folgen dann das Boulder-Finale der Damen und zum Abschluss das Schwierigkeitsklettern und die Speed- Finals der Herren. a Hanspeter Sigrist, Chef Leistungssport Foto: Iris Kürschner

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