Leitbild und Politik des Schweizer Alpen-Clubs (SAC)

Genehmigt an der Abgeordnetenversammlung vom 21. Oktober 1995 in Vevey

5 Einführung Seit seiner Gründung im Jahre 1863 verkörpert der SAC eine mitgestaltende Kraft in der Entwicklung der Hochalpen, der Voralpen und des Juras.1 Heute, mehr als 130 Jahre später, verlangt die damit verbundene Verantwortung, auch gegenüber den sich immer stärker abzeichnenden Einflüssen auf die Umwelt, eine sensiblere Steuerung zwischen festhalten an Bewährtem und sich öffnen gegenüber Neuem.

Dabei lässt sich der SAC leiten von seinen Vorstellungen darüber, wie sich die Alpen, Voralpen und der Jura als Lebens-, Kultur- und Wirtschaftsraum der dort lebenden Bevölkerung, als Erholungs- und Sportgebiet sowie als grösstes noch relativ intaktes Ökosystem Mitteleuropas entwickeln sollen. Mit diesem Leitbild will er Grundlagen

Leitbildaussage

Leitbild des SAC

Die in den nachfolgenden Punkten gewählte Reihenfolge der Aussagen ist keine Prioritätenordnung, sondern eine sachlogische Ordnung.

Die Alpen als Lebens- und Kulturraum Der SAC versteht den Alpenraum in erster Linie als Grundlage für das Leben der in ihm lebenden Bevölkerung sowie der Fauna und Flora.

Die im Alpenraum gewachsenen und in ihrer Ursprünglichkeit typischen sozialen Strukturen ermöglichen den sich darin bewegenden Menschen einen regen Kulturaustausch.

Durch die Bewahrung dieses heute beeinträchtigten und vereinzelt gefährdeten Lebens- und Kulturraumes erhält sich der SAC die Basis für seine Kernaktivität, den Alpinismus.

Die Alpen als Wirtschaftsraum Als Eigentümer und Betreiber von Infrastruktur sowie als Anbieter von Dienstleistungen nimmt der SAC am wirtschaftlichen Leben im Alpenraum teil.

Die Alpinisten stellen eine wichtige Einnahmequelle für den einheimischen Tourismus und das lokale Gewerbe dar.

Der SAC bejaht eine ausgewogene Wirtschaftsstruktur und eine ökologisch nachhaltige Entwicklung aller Wirt-schaftssektoren.

schaffen für das Entscheiden und Handeln seiner Mitglieder und aller anderen Menschen, die an einer umsichtigen Nutzung und ökologisch nachhaltigen2 Entwicklung des alpinen Raumes und seiner Lebensformen interessiert sind.

Wie der SAC die in seinem Leitbild formulierten Vorstellungen verwirklichen will, darüber gibt seine Politik als Rahmen für die mittel-bis langfristige Planung Auskunft.

1 Wenn im folgenden Text von Alpenraum, von den Alpen oder von der Bergwelt die Rede ist, so sind damit immer die Hochalpen, die Voralpen und der Jura gemeint.

2 Der Begriff der Nachhaltigkeit wurde an der Weltumweltkonferenz von Rio 1992 wie folgt definiert: Nachhaltiges ökologisches Handeln bedeutet, bei der Deckung der Bedürfnisse unserer Generation nicht mehr Ressourcen der Natur zu beanspruchen, als kommende Generationen für ihre Bedürfnisse ebenfalls beanspruchen dürfen, ohne das natürliche Gleichgewicht zu gefährden.

Erläuterungen, Kommentare, Beispiele

Mit dem primären Verständnis der Alpen als Lebensraum ist die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen sicherzustellen.

Das aktive Erleben des alpinen Raumes schliesst vielfältige soziale Kontakte und das Kennenlernen fremden Kulturgutes mit ein.

Die vitalen Interessen und die kulturelle Eigenständigkeit der dort lebenden Bevölkerung sind zu respektieren.

Die vorhandene und unterhaltene Infrastruktur, namentlich die Hütten, bildet zusammen mit dem Dienstleistungsangebot ( z.. " " .B. Kurse, Touren, Rettungswesen ) einen beschäftigungswirksamen Wirtschaftsfaktor.

Die mit dem Alpinismus verbundene Kaufkraft bildet für den Tourismus und das Gewerbe im Alpenraum, vorab in Gegenden abseits des Massentourismus, Ausgleich für saisonale Schwankungen.

Insbesondere sind Bestrebungen zu unterstützen, welche die Erwartungen des modernen Tourismus mit dem Schutz der Gebirgswelt in Einklang zu bringen suchen.

Leitbildaussage

e a Die Alpen als Erholungs-, Sport- und Begegnungsraum Der SAC setzt sich dafür ein, dass der weitgehend freie Zugang zur Alpenwelt heute und in Zukunft erhalten bleibt.

Der SAC und seine Mitglieder fördern das Bewusstsein, dass Gefahren und Gründe des Naturschutzes der Zugänglichkeit der Bergwelt und der Intensität der Nutzung Grenzen setzen.

Der SAC setzt sich für ein tolerantes Miteinander von Erholungsuchenden und Sporttreibenden im Gebirge ein.

Die Alpen als schützenswerter Raum Die Nachfrage nach Erholung und Sport im Alpenraum kann längerfristig nur durch einen rücksichtsvollen Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen befriedigt werden.

Der SAC ist bestrebt, die Belastung der Bergwelt durch seine eigenen Aktivitäten möglichst gering zu halten und einen schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu fördern.

Die Erstellung neuer Infrastrukturen jeglicher Art in bisher unerschlossenen alpinen Landschaften bedarf einer sorgfältigen Güterabwägung.

Für die Zufahrt zum Alpenraum und die Fortbewegung innerhalb desselben räumt der SAC den öffentlichen Verkehrsmitteln den Vorrang ein.

Untersuchungen, die sich auf den Gebirgs-, Natur- und Artenschutz beziehen, geniessen im SAC einen hohen Stellenwert.

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Clubpolitische Aussage

Clubpolitik des SAC

Selbstverständnis Der SAC ist eine Gemeinschaft von Menschen, die sportlich, kulturell und wissenschaftlich an der Bergwelt interessiert sind und mit den Zielen des SAC einig gehen.

Hauptausrichtung des SAC ist ein verantwortungsbewusster Alpinismus.

Für seine Mitglieder versteht sich der SAC als Interessen-vertretungs- und Dienstleistungsorganisation.

Erläuterungen, Kommentare, Beispiele

Die Alpenwelt bietet Gelegenheit und Raum für Begegnungen verschiedener Generationen aller sozialer Schichten und unterschiedlicher geographischer Herkunft.

Die Möglichkeit ganzjähriger Naturerlebnisse ist nicht frei von Gefahren für den Menschen und negativen Auswirkungen auf die Fauna und Flora. Appelle an die Eigenverantwortung und die Vernunft sollen kaum durchsetzbare Verbote unnötig machen bzw. ersetzen.

Verschiedene Betätigungen im Gebirge können Konflikte erzeugen ( Wandern, Mountainbiking etc. ). Hier versucht der SAC, die Interessen der Mitglieder- ungeachtet der Art ihrer Betätigung - auszugleichen.

Bei der Sicherung und Wiederherstellung natürlicher Lebensgrundlagen im Alpenraum ( Schutz der Gebirgswelt ) ist an die Bedürfnisse kommender Generationen zu denken, welche den alpinen Raum ebenfalls beanspruchen möchten, ohne das natürliche Gleichgewicht zu gefährden.

Durch Appelle, Information und Schulung bei den Mitgliedern und in der breiten Öffentlichkeit ist ein ganzheitliches Naturverständnis zu wecken bzw. zu vertiefen.

Infrastrukturelle Massnahmen im Alpenraum sind im Zusammenhang mit der örtlichen Raumordnung und Siedlungsstruktur durchzuführen.

Massnahmen sind zu unterstützen, die mittels Preis- und Fahrplangestaltung zur Schaffung von Anreizen dienen und zum Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel bewegen.

Forschungsgebiete wie Lawinenforschung, Glaziologie, Permafrost, Meteorologie, Klimatologie, Geographie und Geologie unterstützen indirekt den Schutz der Gebirgswelt.

Erläuterungen, Kommentare, Beispiel*

Unwesentlich ist das Alter der Menschen sowie ihre soziale oder geographische Herkunft.

Ein verantwortungsbewusster Alpinismus schliesst sowohl bergsportliche Aktivitäten als auch das kulturelle und wissenschaftliche Erleben und Erforschen des Alpenraumes mit ein.

Clubpolitische Aussage

Der SAC ist parteipolitisch und konfessionell ungebunden.

Bei den ihn unmittelbar betreffenden politischen Auseinandersetzungen von landesweiter Bedeutung behält er sich vor, Stellung zu beziehen.

Der SAC ist offen gegenüber neuen Entwicklungen im Alpinsport, soweit diese mit seinen Zielsetzungen zu vereinbaren sind.

Ziele Der SAC will den an den Bergen und am Bergsport interessierten Menschen die Alpen mit einem breiten Angebot von Kursen, Touren und Veranstaltungen näher bringen.

Er setzt sich mit besonderem Nachdruck für die Förderung und Ausbildung der SAC-Jugend ein.

Er ist bestrebt, durch permanente Information und Ausbildung einen hohen Sicherheitsstandard im Alpinismus zu gewährleisten.

Der SAC unterstützt die medizinisch bestmögliche, sichere und rasche Hilfeleistung für in Not geratene und verunfallte Personen im Gebirge.

Nach den im Leitbild verankerten Massgaben und nach seinen Möglichkeiten setzt sich der SAC aktiv für den Schutz der Gebirgswelt ein.

Für die Alpinisten betreibt und unterhält er eine angepasste Infrastruktur im Gebirge. Neue Projekte sind nach Massgabe der Zielsetzungen des SAC zu prüfen, namentlich unter Aspekten des Schutzes der Gebirgswelt und der Sicherheit.

Der SAC vertritt die Interessen seiner Mitglieder und Sektionen, soweit sie den Zielen des Gesamtverbandes entsprechen.

Durch Informationen, Publikationen und Öffentlichkeitsarbeit will der SAC eine breite Öffentlichkeit für die Einzigartigkeit der Bergwelt, aber auch für bestehende Probleme sensibilisieren.

Er unterstützt die Mitglieder und die Arbeit der Sektionen durch ein Angebot von Fachwissen und Dienstleistungen, das ihnen die Durchführung ihrer Aktivitäten erleichtert.

Der SAC fördert die alpine Wissenschaft, Kunst und Kultur.

Erläuterungen, Kommentare, Beispiele

Politisch naheliegende Themen sind insbesondere solche, die den freien Zugang und den Schutz der Gebirgswelt tangieren.

Die Sektionen nehmen ihren Einfluss auf lokaler oder regionaler Ebene wahr. Ihre politischen Meinungen müssen dabei nicht mit der Haltung des Gesamtverbandes übereinstimmen.

c a Neben dem Sport und dem Naturerlebnis steht das Fördern von Kameradschaft und Begegnungen im Vordergrund.

Dem Mitglied soll nahegebracht werden, wie es sich am besten in der alpinen Welt bewegt, ohne sein eigenes Leben und dasjenige anderer Menschen zu gefährden.

Der SAC-Rettungsdienst ist von grossem Nutzen für die Allgemeinheit. Er bedarf dafür der Unterstützung durch die öffentliche Hand und der Zusammenarbeit mit anderen Institutionen.

Die Aktivitäten im Alpenraum sollen dergestalt ausgeübt werden, dass keine nachhaltige Beeinträchtigung der Fauna und Flora erfolgt.

Unter Infrastruktur werden in erster Linie die Clubhütten, Biwaks und andere Bergunterkünfte, aber auch Routen und Wege verstanden. Deren Unterhalt, Ausbau-und Komfortstandard richtet sich nach den Grundsätzen der Hüttenpolitik.

Die Interessenvertretung auf nationaler wie auch auf internationaler Ebene erfolgt unter Berücksichtigung der im alpinen Raum spezifischen soziokulturellen, wirtschaftlichen und ökologischen Gegebenheiten.

Bei den Dienstleistungen ist eine hohe Qualität und Verfügbarkeit anzustreben.

Die Dienstleistungen werden nach den Bedürfnissen der Mitglieder angeboten.

Bibliothek und Buchverlag, Videothek, Ausstellungen und Wettbewerbe sowie die Unterstützung von Forschungsprojekten dienen der Förderung von Wissenschaft, Kunst, Literatur, Film und anderen Kulturformen.

Clubpolitische Aussage

c Mitglieder Der SAC strebt eine breite Mitgliederbasis an.

1 ) ö Mitglieder im SAC sind sowohl aktive Bergsportlerinnen und -sportier als auch andere am Alpinismus und an der Gebirgswelt Interessierte.

Die Mitglieder des SAC gehören sowohl ihrer Stammsektion und eventuellen Untersektion oder Ortsgruppen als auch dem Zentralverband an.

Leistungen Der SAC untersch eidet folgende Leistungsbereiche:

Alpinismus Der Leistungsbereich Alpinismus umfasst ein attraktives Kursprogramm zur Aus- und Weiterbildung, ein breites Tourenangebot, das Sportklettern sowie weitere alpine Sportarten.

Na turi In fra Struktur Zu diesem Leistungsbereich gehören der Schutz der Gebirgswelt, die Hütten, Routen und Wege sowie das Rettungswesen.

zen.

Kommunikation/Information Kommunikation/Information fasst die Bereiche Öffentlichkeitsarbeit, Zeitschrift, Verlag, Handel und Dienstleistungen zusammen.

Logistik Zum Bereich Logistik gehören alle internen administrativen Aufgaben.

Organisation und Führung Im SAC als dezentral strukturierter Organisation wirken Zentralverband und Sektionen zielorientiert und lei-stungswirksam zusammen.

Der SAC erarbeitet seine Tätigkeitsprogramme unter Miteinbezug aller Ebenen der Organisation.

Zur Erreichung seiner Ziele pflegt er einen partizipativen Führungsstil.

Um die Handlungsfähigkeit der Organe und Stellen zu gewährleisten, sind ihre Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortungen ausgewogen aufeinander abzustimmen.

Erläuterungen, Kommentare, Beispiele

Eine breite Basis sichert ein vielfältiges Clubleben und ein hinreichendes Gewicht bei der Vertretung der Mit-gliederinteressen oder bei politischen Stellungnahmen.

Ein besonderes Augenmerk ist auf die Mitgliedschaft Jugendlicher und von Familien zu richten.

Durch die Mehrfachmitgliedschaft wird das Funktionieren des Gesamtverbandes sowie seiner Sektionen gestärkt.

In seiner Kernaktivität strebt der SAC einen hohen Standard und sorgfältigen Ausbau an.

Im Schutz der Gebirgswelt ist die Mitsprache ( Information und Interessenvertretung ) vor der Einsprache zu suchen. Das Rettungswesen ist vermehrt durch medizinische und sicherheitstechnische Prävention zu unterstüt- Speziell zu erwähnen sind die Herausgabe der Clubzeitschrift, ein breites Angebot an Führer- und Fachliteratur, die Abgabe von Club- und Bergsteigerartikeln sowie das Auskunfts- und Informationswesen.

Unter administrative Arbeiten fallen das zentrale Sekretariat, das Finanz- und Rechnungswesen sowie die Mitgliederverwaltung und die EDV.

Die Sektionen als rechtlich selbständige Vereine können sich zur besseren Information und Meinungsbildung in Regionen zusammenschliessen.

In gemeinsamer Absprache zwischen über- und untergeordneten Ebenen ( Zentralverband-Sektion/Sektion-Untersektion und Ortsgruppe ) werden die Ziele festgelegt. Zur Erreichung der Ziele wird eine mittelfristige Planung mit Schwerpunkten erstellt, die in eine Jahresplanung umzusetzen ist.

Für die Realisierung der Pläne wirken alle Ebenen des Verbandes durch verbindliche Spielregeln und eine zweckmässige Aufgaben- und Kompetenzverteilung zusammen.

Clubpolitische Aussage

Mit einer regelmässigen und offenen Information und Kommunikation zwischen allen Organen und Ebenen der Organisation schafft der SAC Transparenz und breite Akzeptanz in der Führung des Gesamtverbandes.

Der Zentralverband und die Sektionen stützen sich auf eine leistungsfähige Struktur von ehren- und hauptamtlich Tätigen und fördern deren Zusammenarbeit.

Für die Zusammensetzung der Organe achtet der SAC auf eine angemessene Vertretung verschiedener ( Sprach- ) Regionen und Generationen sowie der beiden Geschlechter.

Finanzen Die Mitgliederbeiträge werden für die Finanzierung der Grundleistungen und für die notwendige Administration im Zentralverband und in den Sektionen verwendet.

Dienstleistungen, die über das Mass der Grundleistungen hinausreichen und die auch von Nicht-Mitgliedern in Anspruch genommen werden können, müssen gewinnbringend bzw. kostendeckend sein. Hierunter fallen auch Touren und Kurse, die rein der aktiven Freizeitgestaltung des Mitglieds dienen.

Bei der Übernahme von öffentlich-rechtlichen Aufgaben ist darauf einzuwirken, dass sie angemessen von der öffentlichen Hand mitfinanziert werden.

Spenden, Legate und andere Formen von Zuwendungen sind als Quellen der Mittelbeschaffung erwünscht. Das Sponsoring ist im Rahmen der ethischen Grundsätze des SAC zulässig.

Im Bereich der Finanzen ist der haushälterische Umgang mit den verfügbaren Mitteln durch grösstmögliche Transparenz sowie durch zweckmässige Prüf- und Kontroll mechanismen sicherzustellen.

Der Zentralverband bildet nach kaufmännischen Grundsätzen angemessene finanzielle Reserven.

Nationale und internationale Zusammenarbeit Auf nationaler Ebene arbeitet der SAC mit Instanzen bzw. Organisationen zusammen wie:

Bund, Kantone und GemeindenSchweiz. Landesverband für Sport ( SLSEidgenössische Sportschule Magglingen ( ESSMAndere Alpinorganisationen oder Organisationen, die im alpinen Raum aktiv sindNaturschutzorganisationenRettungsorganisationen International arbeitet der SAC mit der Union Internationale des Associations d' Alpinisme ( UIAA ) sowie mit den befreundeten Alpen- und Bergsportvereinen zusammen.

Erläuterungen, Kommentare, Beispiele

Die Information und Kommunikation erfolgt nicht akzi-dentell, sondern kontinuierlich im Rahmen eines Konzeptes.

Die Arbeitsstellen werden mit qualifiziertem, motivier-tem Personal besetzt. Dieser Grundsatz gilt auch für die Bestellung der Organe, Kommissionen und Arbeitsgruppen.

Bei der Bestellung der Organe, Kommissionen und Arbeitsgruppen bildet die Sachkompetenz und Motivation der Kandidatinnen und Kandidaten eine wichtige Voraussetzung.

Zu den Grundleistungen werden bedarfsgerechte Leistungen im Bereich Infrastruktur, Ausbildung, Information und Interessenvertretung gezählt.

Beispiele für Leistungen, die auch Nicht-Mitgliedern zur Verfügung stehen, sind Publikationen, Karten und Clubführer sowie die SAC-Zeitschrift.

Nicht kostendeckende Basisangebote wie beispielsweise im Bereich Ausbildung ( Kurse im Rettungswesen, Ausbildung für Kinder und Jugendliche ) sind durch die gewinnbringenden Leistungen zu subventionieren.

Beiträge von Bund, Kantonen und Gemeinden sind zweckgebunden für die Leistungen mit grossem Allge-meinnutzen zu verwenden ( Rettungswesen ).

Formen der Zuwendungen sind beispielsweise testamentarische Verfügungen, Lebensversicherungen, zinslose Darlehen etc.

Als Mittel sind Budgets und Kostenrechnung, eine längerfristige Finanzplanung, die Kontrolle der Geschäftstätigkeit durch eine Geschäftsprüfungskommission und die Prüfung der Buchführung durch externe Revisoren zu erwähnen.

Die Reserven dienen dem Ausgleich von Spitzen in den Hauptleistungsbereichen, zur Sicherung der Verpflichtungen als Arbeitgeber und zur Innovation.

Auf gesamtschweizerischer Ebene wird diese Zusammenarbeit vom Zentralverband wahrgenommen, auf kantonaler Ebene sind die betreffenden Sektionen zuständig.

Die Gründung von Alpen- und Bergsportvereinen in anderen Ländern wird unterstützt.

I Leben und Freizeit im Berggebiet I Vita e tempo libero in montagna I Vie et loisirs en montagne Giosanna Crivelli, Montagnola ( TI ) Unterschiedliches Licht vor und nach dem Sonnenuntergang. Besonders im Gebirge sind dies äusserst ein- drucksvolle Momente. Die Farben sind zart, und es gibt unendlich viele Nuancen.

dort eine Aufnahme machen kann, muss ich erst an Ort und Stelle angekommen sein. Die Beine legen Kilometer zurück, ersteigen Hunderte von Stufen und Höhenmetern, auf dem Rücken lastet der schwere Sack. Die Sonne brennt, Regen durchnässt mich, Kälte und Wind lassen mich erstarren, der Nebel macht trübsinnig, und alle diese Empfindungen zusammen bilden schliesslich einen Teil des Erlebnisses. Die Atmosphäre zu spüren, die Natur in ihrer Stärke und ihrer Feinheit zu fühlen, ist ein Anreiz zur schöpferischen Umsetzung. Am Ort sein, anwesend sein, geht also dem Photographieren voraus und ist gleichzeitig ein Teil von ihm. Mein Bestreben als Photographin ist, den Augenblick zu erleben und ihm durch die Photographie die Bedeutung eines Sinnbilds zu geben. Und dass meine Bilder so sein mögen, dass sie den Betrachter tief bewegen.

Photographieren im Gebirge

Was hat Priorität?

Eine Aufnahme kann Unbehagen oder Wohlbehagen ausdrücken, aber sie wird nur dann ausdrucksvoll und stark sein, wenn aus ihr die Gefühle des Photographen für sein Thema sprechen und gleichzeitig, unabhängig von diesem Thema, die Liebe zum Bild als solchem deutlich wird. Also Liebe zur Natur, Liebe zu Farben und Formen, Liebe zum Licht in all seinen Nuancen, Liebe zu diesem kleinen viereckigen Feld, dem Sucher, der den Teil der Wirklichkeit begrenzt, auf den sich die Aufmerksamkeit richtet und der damit zum eigentlichen Fenster zur Welt wird. Im Augenblick des Abdrük-kens darf nichts auf der Welt wichtiger sein, völlige Konzentration ist nötig. Photographieren ist eine Sache des Willens. Will man befriedigende Gebirgsaufnahmen erzielen, ist alles andere zweitrangig. Das Ziel, der Berg, ist nicht von Bedeutung, wesentlich ist, aufmerksam zu sein, die optischen Möglichkeiten eines Ortes oder einer Situation zu erfassen und sich alle Zeit zu nehmen, um den erlebten Empfindungen Ausdruck zu geben. Manchmal ist eine schnelle Reaktion notwendig, weil es um eine Bewegung, um veränderliches Licht geht; dann wieder verlangt eine Situation Vorausplanung und - oft langes - Warten. Aus all diesen Gründen ist der Gebirgsphotograph meist allein unterwegs oder mit einigen wenigen, ausserordentlich geduldigen und sensiblen Freunden.

Glück?

Beim Betrachten einer besonders gelungenen Aufnahme denkt man unwillkürlich: « Welch ein Glück !» Ja, Zufall und Glück spielen eine Rolle. Denn jeder Augenblick ist einzig und unwiederhol-bar. In einem bestimmten Moment an einem bestimmten Ort zu sein, kann auf eigener Wahl beruhen. Wenn sich die Situation als besonders günstig erweist, ist das ein glücklicher Zufall. Man muss die Gelegenheit sofort und dankbar ergreifen und sich nicht entgehen lassen. Ein andermal zurückzukehren, wäre nicht mehr dasselbe, abgesehen davon, dass es im Gebirge äusserst ermüdend werden könnte.. " " .Viele verschiedene Faktoren haben einen Einfluss: die Jahreszeit und die Tageszeit ( d.h. der entsprechende Stand der Sonne ), die jahreszeitlichen Farben, Klarheit der Luft, Dunst, Bewölkung, die meteorologischen Verhältnisse und - wichtig - der eigene Seelenzustand. Was in einem bestimmten Augenblick die Atmosphäre eines Ortes schafft, ist nicht greifbar, zum Teil auch unvorstellbar und immer von neuem überraschend. Wirklich

besondere Augenblicke sind rar, aber zugleich kann jeder Augenblick etwas Besonderes mit sich bringen. Das grundlegende Element ist die Art des Lichts, dessen Effekte von äusserster Zartheit bis zu höchster Dramatik reichen oder bewusst banal sein können. Es ist Sache des Photographen und seiner Sensibilität, aus jeder Situation das Beste zu machen und auf persönliche Art die Möglichkeiten des Augenblicks zu nutzen.

Sentimentalität ist fehl am Platz

« Das Photo ist misslungen, aber es ist ein so schönes Andenken !» Das Aufbewahren einer solchen Aufnahme ist eine ästhetische Schande! Die einzige Art, photographieren zu lernen, besteht darin, mit scharfem kritischem Urteil vorzugehen. Man wird sich an die aus Mangel an Konzentration, Aufmerksamkeit oder technischem Können misslungene Aufnahme, an der man hängt, viel besser erinnern, wenn sie im Papierkorb gelandet ist und nicht in einer Schachtel aufbewahrt wird; sie wird als Mahnung und als « Lehrgeld » im Gedächtnis bleiben. Wichtig ist zu analysieren und zu verstehen, warum sie nicht zufriedenstellend ausgefallen ist. Das einzige, was zählt, ist das Resultat, und nichts, selbst nicht die grösste Schwierigkeit im Augenblick der Aufnahme, darf als Rechtfertigung für massige Qualität gelten. Natürlich kann nicht

Naturdetail, das durch die strenge Komposition fast abstrakt wirkt; minime Farbkontraste, die Schönheit von einfarbigen Bildern. Wichtig ist die Schärfe

jede Photographie ein Meisterwerk sein, und auf die Spitze getriebene Perfektion wird gelegentlich zu einem sterilen Ergebnis führen. Jede Photographie muss aber eine den Möglichkeiten des verwendeten Instruments inhärente Mitteilung enthalten, muss jenes besondere, quasi undefinierbare Etwas vermitteln, das keine andere Ausdrucksweise bewusst machen kann. Eine Photographie ist lebendig, wenn sie etwas über die dargestellte Wirklichkeit Hinausgehendes aussagt, wenn sie in ein emo-tionales Reich führt, in dem die Erfahrung nicht mehr in Worte zu fassen ist. Die beste Photographic spricht durch sich selbst.

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Das Thema

Der Begriff Gebirgsphotographie ist allgemein, ungenau und umfasst zahllose Varianten. So wie jeder von uns seine eigenen Gründe hat, ins Gebirge zu gehen, so hat auch jeder seine eigene Art, seine Empfindungen photographisch auszudrücken. Photographieren heisst, auf die äussere Wirklichkeit zu reagieren, aber gleichzeitig einer eigenen inneren Richtschnur zu folgen, deren man sich oft nicht einmal bewusst ist. Die Themen können verschieden sein; der Berg, die Landschaft, Flora, Fauna, Architektur, der Mensch, die Spuren

auf dem ganzen Bild. Man wählt dazu die kleinstmög-liche Blendenöffnung, um ein Maximum an Schärfentiefe zu erhalten.

Leben und Freizeit im Berggebiet c ti £.

des Menschen, Fels, Wasser, Sonne, Regen, Wind, Schnee, Nebel, Wolken, der Himmel, der Raum, die Bewegung, Licht, Schatten, Kontraste, eine Form, Farben, ein Ganzes, ein Detail, eine Abstraktion, die Beziehungen zwischen den Elementen. Alles kann zum Thema werden. Aus vielen feinen Ver-flechtungen, unendlichen Kombinationen entsteht ein persönliches Bild.

Die Ausrüstung

Die Wahl der Ausrüstung geschieht nach persönlichen Gesichtspunkten, sie hängt davon ab, was man photographierai will und wieviel man tragen kann. Ich persönlich bevorzuge das Kleinbild und die folgenden Objektive: 20 mm, 35 mm, 50 mm, Zoom 80-200 mm, wobei mir das erste und das letzte am wichtigsten sind. Manchmal nehme ich aus Bequemlichkeit statt der mittleren Objektive ein Zoom 35-70 mm mit, selten - wenn ich Tiere oder weit entfernte Details aufnehmen will - ein Teleobjektiv 400 mm. Meine Objektive sind nur durch einen Ultraviolett-Filter geschützt, der das in der Höhe markante Überwiegen des Blau, vorwiegend im Schatten und den horizontnahen Partien des Himmels, dämpft. Als Film bevorzuge ich den Farbdiafilm Kodachrome 64. Ich rechne zwei bis drei Filme pro Tag. All das wird im Rucksack getragen oder besser noch in einer Jacke mit vielen Taschen, wie sie speziell für das Photographieren entwickelt wurde. Der Apparat hängt, jederzeit bereit, um den Hals. Auch ein Stativ darf nicht fehlen, es muss mindestens 2 Kilo wiegen, um mit einem Teleobjektiv brauchbar zu sein. Es ermöglicht eine sorgfältige Komposition und erlaubt lange Belichtungszeiten ( länger als'/m Sek .), sei es, um ein Maximum an Schärfentiefe zu erzielen, das heisst Schärfe im ganzen Bild, sei es, um bei beschränktem Licht, während der besonders reizvollen Augenblicke des Sonnenaufgangs oder -Untergangs, Aufnahmen zu machen. Die Benutzung eines manuell einzustellenden Apparates hilft, den photographischen Vorgang besser zu verstehen und ihn nach eigener Wahl zu beeinflussen. Die Verwendung von Farbdias ermöglicht die optische Kontrolle der Aufnahmen und damit, Fehler zu verstehen und zu korrigieren. Weitere nützliche, aber nicht unerlässliche Ausstattungsstücke sind: eine Sonnenblende für jedes Objektiv, ein Auslöse-kabel, ein Belichtungsmesser für auffallendes Licht, ein wasserdichter Schutzsack oder ein Regenum-hang.

Aus dem Italienischen übersetzt von Roswitha Beyer, Bern Extremer Kontrast. Dieum mindestens Vz Blende Belichtungsmessung wirdunterbelichtet. Das ergibt auf die hellen Bildkompoeinen fast nächtlichen Ein- nenten eingestellt und dazu druck.

Praktische Ratschläge

Die Ratschläge, die mit der Belichtung zu tun haben, beziehen sich auf Farbdiafilme.

Grundsätzlich sollte man sich vor einer Aufnahme überlegen, mit wieviel und was für Licht man es zu tun hat und welche Auswirkung es auf den Film hat.

Bevor man sich Gedanken über den Bildinhalt macht, sollte man sich das Motiv in geometrischer Abstraktion vorstellen.

Der Hintergrund oder alles, was nicht mit dem Hauptmotiv zu tun hat, muss ebenso in die Komposition einbezogen werden wie das Motiv selbst. Hauptmotiv und Hintergrund ergänzen und beeinflussen sich gegenseitig.

Die Belichtung sollte immer nach dem hellsten Bildteil eingestellt werden. Wenn die Effekte der Überbelichtung zu stark werden, sind sie nicht mehr tolerierbar.

Den Effekt der schattigen Bildteile kontrolliert man mit der Abblendtaste. Der Schatten kann das Motiv der Aufnahme sein oder auch die räumliche Tiefe des Bildes erhöhen. In diesem Fall verstärkt er die Ausdruckskraft des Motivs:

Dominierende kalte Farben im Schatten. Lange Belichtungszeit ( unter Viss ), um den Effekt einer fliessenden Bewegung zu erhalten ein empfindliches Gleichgewicht von Formen, deren Grosse und Anordnung grossen Einfluss auf das Bild haben.

Um sattere Farben zu erhalten, wählt man eine Unterbelichtung von Vi bis Vi Blende. Gegenlicht: Man wählt eine Unterbelichtung von'A bis Vi Blende, je nach Effekt, den man erhalten möchte; man kann eine beinahe nächtliche Stimmung erreichen. Eine Figur auf dem Bild ( z.. " " .B. Mensch, Baum ) bleibt im Schatten, d.h. dunkel, und man sollte ihre Form überprüfen. Gegenlicht mit Blitz: Mit dem Blitz hellt man bei Gegenlicht Bildteile auf; dabei versucht man, sie mit dem natürlichen Licht des Hintergrunds in ein Gleichgewicht zu bringen. Die Belichtungszeit bestimmt das natürliche Licht, die Blende steuert die Reichweite des Blitzes und damit seine Leuchtkraft.

Kontrast Schatten - Licht. Streiflicht, letztes Abendlicht; in den Wintermonaten wird der Kontrast noch stärker.

£ a a Wenn Schneeflächen das Bild dominieren, misst man ihre Helligkeit und wählt eine Unterbelichtung von Vi Blende.

Bei diffusem Licht und bedecktem Himmel oder bei Nebel wählt man eine Überbelichtung von lA Blende, wobei man versucht, möglichst wenig Himmel ins Bild einzuschliessen, da der Himmel sicher überbelichtet wird.

Ein grauer Himmel kann ein sehr subtiles, diffuses Licht bewirken, das sich für die Aufnahme von Details besonders gut eignet. Ist das Grau jedoch zu stark, wird das Ergebnis blass und ausdruckslos, da die Farben ersticken. Jeder Film- bzw. Emulsionstyp kann auf die folgenden Faktoren unterschiedlich reagieren:

Leben und Freizeit im Berggebiet c 01 a Bei Aufnahmen von Schneelandschaften muss die Licht-messung interpretiert werden: Im allgemeinen misst man direkt den Schnee und wendet die gemessene Belichtung an, um in der Aufnahme noch Einzelheiten der anderen Gegenstände zu erhalten. Oder aber man wählt eine leichte Unterbelichtung, um die Struktur des Schnees stärker zu betonen. Damit erscheinen die anderen Details im Gegenlicht dunkler.

Die Beziehung zwischen Dimension und Licht machen dieses Bild interessant: Der kleine und weit entfernte Skifahrer scheint in einem Meer von Schnee und Licht zu tanzen. Die Struktur des Schnees und die Beschaffenheit des Geländes bewirken eine wellenartige Bewegung, die den Blick über das Bild hinausführt.

Leben und Freizeit im Berggebiet c a 5 Ein konzentriertes Lichtbündel, das nach einem Gewitter aus den Wolken und dem dunkleren Himmel die Kontraste, Details der Bildteile im Schatten, Über- und Unterbelichtung, farbliches Resultat, lange Belichtungszeiten ( länger als Vi Sekunde bewirkt eine Farbveränderung, die normalerweise gegen rot-violett tendiert ). Es empfiehlt sich, Probeaufnahmen zu machen, um zu sehen, wie der Film reagiert.

Mit kurzen Belichtungszeiten.oo bis Viooo ) hält man eine schnelle Bewegung fest. Lange BelichtungszeitenW oder länger ) wählt man, um einen Bewegungsablauf, z.B. das Fliessen des Wassers, festzuhalten. Nimmt man Bilder ohne Stativ auf, wählt man im allgemeinen eine Belichtungszeit von'/m Sekunde; mit einem Teleobjektiv empfiehlt sich 1/250.

Bei Gegenlicht sollte man das Objektiv vor Sonnenstrahlen schützen, die besonders gut auf Bildern, die mit einem Zoom aufgenommen werden ( und dabei vor allem mit Weitwinkelobjekti-ven ), sichtbar sind. Diese Lichtreflexe können mit der Abblendtaste überprüft werden.

Erde beleuchtet, schafft eine eindrucksvolle Atmosphäre.

Aufnahmen mit einem extremen Weitwinkelobjektiv ( 20 mm ) erfordern eine strenge Komposition. Man muss das richtige Gleichgewicht zwischen Vorder- und Hintergrund suchen. Was sich in grosser Ferne befindet, erscheint kleiner, was sich zu nahe und an den Rändern der Aufnahme befindet, wird verzerrt. Die Entfernung des Motivs und die Wahl des Objektivs bestimmen den Massstab des Bildes und seine Nähe zur Realität. Dieser Faktor ist nicht nur für den Inhalt, sondern auch für den emotionalen Gehalt der Aufnahme entscheidend. Man muss einerseits das nahe Motiv und die verschiedenen Details überprüfen, anderseits aber sich vorzustellen versuchen, was sich in der fotografischen Botschaft verändern würde, wenn man mehr oder weniger Umgebung um das Motiv einschliesst. So zieht z.B. eine sehr kleine, in einen weiten Raum gestellte Figur die Aufmerksamkeit durch die Farbe, das Licht oder durch grafische Linien auf sich. Wichtig ist die Beziehung zwischen den einzelnen Bildelementen.

Die Komposition mit diago- nähme. Der Kontrast zwi- nalen Linien und die Wiederholung von Formen in Halb- und Gegenlicht bewirken den Rhythmus und die innere Dynamik der Auf- Aufnahmen von Blumen oder Bilder von anderen, aus geringer Entfernung aufgenommenen Naturde-tails sind schwierig auszuführen. Die grössten Schwierigkeiten sind: die Linie zu wählen, wo die Schärfe beginnt, eine Ordnung im Hintergrund zu schaffen und die Wahl der Schärfentiefe. Maximale Schärfe erreicht man durch das grösstmögliche Schliessen der Blende und damit mit einer langen Belichtungszeit ( wobei der Wind meistens ein Hindernis darstellt ). Wenn man dagegen einen Teil des Bildes unscharf lassen will, muss man dies - wie beim vorliegenden Beispiel - bei der Komposition sorgfältig beachten.

sehen warmen und kalten Farben schafft die Atmosphäre.

Leben und Freizeit im Berggebiet 5 Um sich nicht in zu weiten Ansichten zu verlieren, sollte man sich auf für das Bild wichtige Details oder einen Ausschnitt beschränken. Befindet sich das Vordergrundmotiv in grosser Nähe, der Hintergrund aber in weiter Ferne und man möchte, dass beide Teile scharf sind, so regelt man die Distanz mit der Kontrollskala für Schärfentiefe: das Symbol für muss mit der Farblinie, die der geschlossensten Blende entspricht, übereinstimmen; so kann man auf der gegenüberliegenden Seite des Rings, übereinstimmend mit der Linie der gleichen Farbe, die Minimaldistanz, von der an das Bild scharf sein wird, ablesen.

Nahaufnahmen - z.B. von Blumen - sind schwierig auszuführen. Schwierig daran ist, das ganze Motiv scharf zu kriegen: dazu ist eine geschlossene Blende und damit eine lange Belichtungszeit nötig. Da es schwierig ist, gänzlich windstille Aufnahmebedingungen anzutreffen, ist das einzige Mittel, den gewünschten Effekt zu erhalten, der Einsatz des Blitzes. Dabei ist einerseits das ausgewogene Verhältnis zwischen natürlichem Licht und Blitzlicht und anderseits die strenge Komposition des Bildhin- Warmes Licht, das die Atmosphäre eines Hüttenabends gut wiedergibt, verstärkt durch das violette Licht ausserhalb der Hütte. Lange Belichtungszeit ( 1 Sekunde ), wobei mit Stativ gearbeitet wurde.

Sonne, Wolken, Schnee und Wind: diese Aufnahme gibt die Schönheit, die Kraft und die Lebendigkeit der Naturelemente wieder. Solch einmalige, einzigartige Augenblicke muss man unverzüglich einfangen, denn sie werden sich nie in genau gleicher Weise wiederholen.

tergrunds, der stark ablenkende Elemente enthalten kann, wichtig. So muss man alles, was zuviel ist - insbesondere helle Bildelemente ( Grashalme, Steine usw.aus dem Bild ausschliessen sowie kleinste Verschiebungen vornehmen, bis Hintergrund und Motiv sich harmonisch ergänzen.

Der Kontrast zwischen warmen und kalten Farben bei Tagesanbruch und nach Sonnenuntergang ist interessant: Der von der Sonne beleuchtete Bildteil ist gelb-orange, der Teil im Schatten erscheint blau. Es ist schwierig, eine ausgewogene Belichtung zu finden, die die Kontraste ausgleicht und auch Details im Schatten erkennen lässt. Hier kann sich der Einsatz eines Ver-lauffilters mit grauer Tönung für den Bildteil, der sonst überbelichtet wäre, als nötig erweisen. Die Aufteilung in Licht- und Schattenelemente, bedingt durch den Stand der Sonne und/oder die Bewölkung, kann die grafischen Linien des Bildes, die seine innere Dynamik bestimmen, verändern.

Es gibt Situationen, die nicht von den sichtbaren Dingen leben. Die Tatsache, dass ein Ort Gefühle auslöst, garantiert noch kein gutes Bild. In solchen Fällen sollte man aber dennoch versuchen, ein Bild zu machen; wenn dies aber wirklich nicht möglich ist, verzichtet man besser auf die Aufnahme. Sie wird in das Album jener innerer Bilder eingehen, die nicht weniger wichtig sind als die tatsächlich gemachten Aufnahmen.. " " .Aus dem Französischen und Italienischen ühersetzt von Christine Kopp, Flüelen

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