Maurice Herzog – erster Mensch auf einem Achttausender.

Der in 1919 in Lyon geborene Maurice Herzog eröffnete - zusammen mit Louis Lachenal - mit der erfolgreichen Besteigung der Annapurna ein neues Kapitel der Alpinismusgeschichte. Maurice Herzog, ein Franzose mit Schweizer Pass - sein Ururgrossonkel war General Hans Herzog -, war später französischer Ministre de la Jeunesse et des Sports. Über seine Erlebnisse sprach er mit Willy Blaser.

Maurice Herzog: Der Vater unseres Botschafters in Neu-Delhi, Sylvain Levi, sowie der Vater des damaligen Maharadjas waren als Gelehrte, insbesondere in Sanskrit, freundschaftlich miteinander verbunden. Da zudem die nepalesische Regierung den britischen Einfluss im Lande nicht verstärken wollte, hatten wir als Franzosen einen weiteren Vorteil.

Die Umgebung der beiden Berge war gänzlich unbekannt. Was uns anfänglich irreführte, waren die ungenauen Karten, wodurch wir bei den Erkundungen viel Zeit verloren. Wir waren uns dieses Risikos jedoch bestens bewusst. Die Erkundungstouren nutzten wir dazu, genaue Karten der Region zu erstellen und uns gleichzeitig an die Höhe zu gewöhnen, was sehr wichtig war.

 

Alle in Frage kommenden Aufstiegsrouten schienen uns unüberwindlich. Wir fragten uns sogar, ob der Gipfel des Dhaulagiri überhaupt jemals bezwungen werden könnte. Wir mussten zwischen beiden Bergen entscheiden. Von der Annapurna wussten wir nur, dass die Nordseite die einzige Aufstiegsmöglichkeit bot.

Was mich für immer geprägt hat, war das innere Abenteuer, das ich erlebte; die Empfindung, dass ich sterben würde, und dann das wieder geschenkte Leben.

Dieser Erfolg gab mir die Möglichkeit, an einer grossen politischen und moralischen Erneuerung an der Seite von General de Gaulle teilzunehmen, übertrug er mir doch 1958 die Aufgabe eines Staatssekretärs für Jugend und Sport.

Ich vermute, dass Mallory und Irvine 1924 nicht auf dem Gipfel des Everest waren. Wenn es aber so wäre, wäre ich nicht enttäuscht, sondern würde mich vor den Leistungen der beiden verneigen.

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