Mehr Sicherheit vor Lawinen

Wenn Sie, liebe Leserin, lieber Leser, im Winter und Frühling in den Bergen unterwegs sind, sehen Sie sicher den einen oder anderen Rutsch. Dann folgen innere Bilder, etwa vom Lawinenwinter 1999, und Sie fragen sich, weshalb ist diese Lawine ausgerechnet hier abgegangen und nicht andernorts. Antworten liefert die Lawinenkunde, und die ist eben erst 25-jährig geworden! Davor war es üblich, die ersten Skitouren im März zu unternehmen. Die Bergführer wurden in der Lawinenkunde kaum ausgebildet, da Grundlagen fehlten. Kurz: Bei der Beurteilung der Lawinengefahr kam es auf einen guten Riecher an, Entscheidungen wurden aus dem Bauch heraus gefällt. Werner Munter, Ehrenmitglied des SAC, entwickelte dann den Rutschkeil und stellte ihn 1984 in seinem Lawinenkundebuch vor. Diese Theorie war damals entscheidend für ein «go» oder «no-go» auf Touren. 1991 dann folgte die bekannte und heute noch benutzte Methode des 33. Und 1997 war es wieder Werner Munter, der die Reduktionsmethode vorstellte. Mit diesen Werkzeugen legte er die Grundlage für die heutige Risikostrategie in der Lawinenkunde. Das Wissen über Lawinen ist seither stetig gewachsen, aber auch das Spektrum der Schneesportarten ist breiter geworden. Während sich früher nur Skitouristen mit der Lawinenkunde befassten, kamen in den letzten Jahren mit den Snowboardern, den Eiskletterinnen, den Freeriders, den Schneeschuhläuferinnen und den Speedflyers immer neue Anwender hinzu. Mit der neuen Methode der typischen Lawinenmuster finden Sie in diesem Heft auf Seite 20 eine differenzierte Strategie für den Umgang mit der Lawinengefahr, die Ihre Sicherheit verbessern wird. Und der Artikel auf Seite 23 sensibilisiert für die Gefahren bei der Entscheidungsfindung. Ich wünsche Ihnen viele schöne und unfallfreie Schneesporterlebnisse.

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