Mehrere Sprachen, eine Leidenschaft

78% Deutschsprachige, 20% Französischsprachige, 2% Italienischsprachige und eine unbekannte Zahl Romanischsprachige: die Statistik des SAC für das Jahr 2010 führt uns die schweizerische Realität vor Augen und zeigt eine der grossen Herausforderungen, vor denen « Die Alpen » stehen. Gegenwärtig erscheint die Zeitschrift einmal im Monat in französischer und deutscher Sprache; aber wo bleiben die Italienisch und Romanisch sprechenden SAC-Mitglieder? Die Mehrsprachigkeit, auf die wir stolz sein können, stellt uns vor ein Problem: Was tun wir, um dem sprachlichen Patchwork gerecht zu werden? Schon fast 150 Jahre lang stellt sich der SAC als nationale Organisation diese Frage. Das schlägt sich in der Entwicklung des Hefts ( oder vielmehr der Hefte ) nieder. Von 1863 bis 1923 gingen Romands und Deutschschweizer getrennte Wege, nämlich mit dem Jahrbuch, das hauptsächlich deutsch erschien, und dem Echo des Alpes, das ausschliesslich französischsprachige Artikel enthielt. Dann stürzte man sich ab 1925 ins Abenteuer « Die Alpen », wo vorerst jede Sprachgruppe im eigenen Idiom zu Wort kam; die Artikel erschienen auf Deutsch, Französisch oder Italienisch und wurden nicht übersetzt. Das gegenwärtige Konzept, je ein Heft vollständig deutsch und französisch herauszugeben, geht auf das Jahr 1996 zurück. Und jetzt, 2011, wird eine Lücke geschlossen, indem eine italienische Teilausgabe ins Internet gestellt wird. In dieser Kontinuität, die vom festen Willen geprägt ist, die Unterschiede des Landes als Trumpf zu betrachten, sehe ich meine Arbeit als französischsprachiger Redaktor. Denn ich bin felsenfest davon überzeugt, dass « Die Alpen » die Möglichkeit bieten, 130 000 Schweizerinnen und Schweizer miteinander zu verbinden, die eine Leidenschaft teilen. Das Magazin ist ein Forum, das allen, die sich mit den Bergen identifizieren, erlaubt, sich über die sprachlichen und kulturellen Grenzen hinweg auszutauschen. Ich sehe darin auch ein Sprachrohr der Minderheiten. Als Romand liegt mir am Herzen, eine französischsprachige Schweiz ins Licht zu rücken, die reich ist an noch zu wenig bekannten Juwelen. Dieses Ziel kann ich allerdings nicht erreichen ohne Ihre wertvollen Ideen, Beiträge und Vorschläge, denn « Die Alpen » werden zwar für Sie gemacht, aber auch mit Ihnen.

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