Moderne Berg- und Höhenmedizin

Was vor kaum 200 Jahren zum grössten Teil noch unentdecktes Gelände war, lockt heute jährlich gegen 40 Millionen Menschen aller Altersgruppen an. Doch noch immer lauern Gefahren fast hinter jedem Gipfel, und es braucht wenig, damit sich ein kleines Problem zu einer echten Katastrophe auswächst. Denn in den Bergen ist Hilfe oft weit weg. Kenntnisse über das Verhalten bei Notfällen, und seien es blosse Bagatellen, gehören zur Vorbereitung jeder Tour. Alpinistinnen und Alpinisten sollten im Ernstfall sicher sein, zügig die richtigen Entscheide zu treffen. Das neue Handbuch, das unter dem Patronat der medizinischen Kommission der UIAA und der Österreichischen Gesellschaft für Alpin- und Höhenmedizin herausgegeben wurde, enthält kompaktes Wissen auf über 700 Seiten. Dabei handelt es sich aber keineswegs um einen Ratgeber für Spezialisten. Im Gegenteil: Wie es sich für ein Handbuch gehört, versammelt es viel praktisches Wissen über den Themenkreis Berg- und Höhenmedizin. Neben Grundlagen über den Aufenthalt in grosser Höhe und Trainingsgrundlagen werden auch einschlägige Rettungstechniken sowie besondere Erkrankungen und Notfälle, wie sie in der Höhe vorkommen können, beleuchtet. Aber auch derjenige, der seine Seil- und Knotentechnik auffrischen will, wird im detaillierten Register fündig. Ein eigenes Kapitel zeigt die besonderen Aspekte, die sich für Personen ergeben, die mit bestehenden Gesundheitsrisiken in die Höhe wollen. Dies vor dem Hintergrund, dass die Menschen heutzutage bis ins hohe Alter aktiv sind und in die Berge gehen. Lobenswert ist, dass das Handbuch auch spezifische rechtliche Fragen beantwortet, die sich bei Notfällen im Gebirge ergeben können. Zwar basieren diese Ausführungen auf deutschem Recht, sie gelten aber sinngemäss auch in der Schweiz. Ausserdem sind sich die Autoren dieses Umstands bewusst, wo nötig verweisen sie auf Besonderheiten.

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