Neu! SAC-Jahresprogramm 1998

SAC-Jahresprogramm

1998

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Alpine Geschichte, Cultur, Erzählungen

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Das Programm Das eigentliche Programm umfasste insgesamt 32 Filme, alle 1996 und 1997 produziert, die von fünf kompetenten Juroren begutachtet wurden. Als Vertreter des SAC war auch dieses Jahr - und trotz Unfall -Paul Meinherz dabei. Die Projektionen wurden vor allem gegen Ende der Woche von einem grossen und sehr aufmerksamen Publikum besucht. Auffallend ist die Tatsache, dass sich dieses aus allen Altersgruppen rekrutiert und gut durchmischt ist. Allerdings fehlen etwas die Zuschauer aus dem deutschen Sprachraum. Das FIFAD geniesst jedoch eine grosse Ausstrahlung in das lateinische, vor allem frankophone Europa. So erstaunt es nicht, dass die Hälfte aller gezeigten Streifen aus Frankreich stammt.

Die Schwerpunkte Thematische Schwerpunkte bildeten auch diese Jahr nicht die Bergsteiger, sondern jene Menschen, die in den Bergen wohnen und sie aus ihrer Tätigkeit heraus erleben: Bauern, Hirten, Handwerker, Bergführer, Künstler und Naturliebhaber. Die Ethnowelle hat Les Diablerets erreicht, und dies wird mit Genugtuung registriert, denn von egozentrischen Selbstdarstellungen, von Sensations- und Eine Rückschau auf das 28. Festival International du Film Alpin aux Diablerets ( FIFAD ) Vom 22. bis zum 27. September ging das FIFAD über die Bühne, einmal mehr gut organisiert von Festivalpräsident Pierre Simoni und seiner effizienten Equipe. Sogar das Wetter spielte mit. Allerdings war die diesjährige Ausgabe des FIFAD überschattet vom Tod seines Initianten, Gründers, Vaters und Freundes Jacques Lavenex. An zwei Abenden wurden zu seiner Würdigung Auszüge aus dem Filmschaffen des im Mai 1997 Verstorbenen eingeflochten.

Charly Wenger, dem anlässlich des FIFAD der « Mérite Alpin » verliehen wurde.

Der Preis des SAC am FIFAD Wie üblich sorgte eine Musi-kantengruppe aus Piémont und Savoyen für beste Stimmung.

Rekordsucht sehen und hören wir sonst schon im Überfluss. Das FIFAD hat es bei seiner Filmauswahl verstanden, die Berge nicht als « tote Materie » zu zeigen, die Anreiz für sportliche Höchstleistungen ist, sondern als Lebens- und Kulturraum, der von Menschen gestaltet und erfahren wird.

Die Begleitanlässe Begleitet wurde das Festival von den Darbietungen des rührigen Bergführervereins von Les Diablerets, der vor dem Kongresshaus eine mobile Kletterwand installierte und am Samstag zur traditionellen Raclette bat. Dieser Anlass fand einmal mehr enormen Andrang und bildete einen würdigen Abschluss. Auch der SAC hat in der eher nüchternen Vorhalle des Projektionssaals ein heimeliges Foyer eingerichtet und Kurt Diemberger ( hier selbst einmal Gewinner des Grossen Preises ) zu einem Vortrag über sein Leben als Bergsteiger und Filmer eingeladen. Der Publikumserfolg hielt sich jedoch aufgrund der ausserordentlich milden und sonnigen Witterung in engeren Grenzen.

Viele Bergsteigerinnen und Bergsteiger, die Alpingeschichte schrieben, waren am Festival anwesend und mischten sich unter die FIFAD-Familie.

FESTIVAL INTERNATIONAL DU FILM ALPIN LES DIABLERETS PRIX DU CAS 1997 Zusammen mit dem sachkundigen Publikum lauschten sie den Worten von Pierre Simoni, der die Preisverteilung unter freiem Himmel vornahm.

Die Preise Wir erwähnen nachstehend nur einige der vielen Preise, die am FIFAD vergeben wurden.

SAC-Preis und Publikumspreis Wie letztes Jahr erhielt der Träger des SAC-Preises auch den Publikumspreis. In Mes jeunes années interviewt Igor Barrare ( F ) den Tierfreund Anthony Martin, der über seine Begegnungen mit Tieren in seiner Jugend berichtet. Absolut phänomenale Tieraufnahmen und eine grosse Naturliebe lassen die marginalen technischen Mängel vergessen. Das grossartige optische Erlebnis überzeugte auch alle Zuschauer, die sich einstimmig für diesen wirklich speziellen Film aussprachen.

Preis der SSR/SRG Es ist eher selten, dass ein Erstlingswerk eines Filmers gleich einen der Hauptpreise eines Festivals verdient. Der Lokalmatador K-soul Cherix schaffte mit L' Echo du Tien-Shan dieses Kunststück. Darin wird das harte Leben russischer Bergführer in Kirgisien geschildert, die aufgrund der einschneidenden Veränderungen in ihrer Heimat nach der grossen Wende mit mannigfaltigen Problemen fertig werden müssen, die sie mit viel Galgenhumor und Improvisa-tionsgeschick bewältigen. Die Schwere der Begleitmusik bringt die Tragik der Menschenschicksale grossartig zum Ausdruck, während die beeindruckenden Bilder die von den politischen und wirtschaftlichen Imponderabilien losgelöste Erhabenheit des Tien-Shan-Gebirges einfangen.

Diables d' Or In der Kat. I ( Leben im Gebirge ) schwang Parla de Kyè von Sandro Gastinelli ( I ) obenaus. Die Traditionen und der spezielle Dialekt piemontesischer Bauern werden darin dokumentiert.

Kurt Diemberger, der bekannte Alpinist und Erstbegeher von zwei Achttausendern, der anlässlich des FIFAD einen Vortrag hielt ( rechts ), in angeregtem Gespräch mit seinem alten Freund Marco Grandi ( links ), langjährigem Mitglied der Kulturkommission und Initiator des « Festival dei Festival » Igor Barrare, ein begnadeter Tierfilmer und Träger des diesjährigen SAC-Preises und des Publikumspreises Der Preis der Kat. Il ( sportliche Aktivitäten ) ging an Légendes de Tropique von Rémy Tezier ( F ). Die Freundschaft zwischen zwei französischen Bergführern und einem Jungen aus Réunion bildet den Rahmen für gemeinsame Klettereien und Canyon-begehungen auf dieser tropischen Insel.

Denis Ducroz ( F ) erhielt mit seiner Chronique d' une menace annoncée den Preis der Kat. Ill ( Schutz der Gebirgswelt ).

Grosser Preis Einstimmig entschied sich die Jury für Shimshal von Wilfrid Bof ( F ), der mit einer technisch brillanten Mischung von herrlichen Bildern und perfekter musikalischer Untermalung aufwartete. Der Film schildert einfühlsam die Tätigkeiten der Hirten von Shimshal in Nordpakistan, die mit ihren Pferden und Yaks auf die weiten Ebenen und Weidegründe ziehen, dort in der Einsamkeit der Steppe jene Traditionen pflegen, die vielleicht in wenigen Jahren schon endgültig der Vergangenheit angehören werden.

Ausblick Der SAC wird an seinem Engagement beim FIFAD festhalten und freut sich jetzt schon auf die nächsten Filmtage in Les Diablerets Ende September 1998. Der Besuch kann allen unseren Mitgliedern und allen anderen Bergfreunden wärmstens empfohlen werden.

Bernhard Rudolf Banzhaf, Saas Fee

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