Neue Routen in den Gastlosen.

Das Massiv der Gastlosen in den Freiburger Voralpen bietet eine Fülle von Klettermöglichkeiten für Kalkfans. Letztes Jahr haben die Gebrüder Yves und ClaudeRemy neue Routen eröffnet undalte saniert. Ein Augenschein lohnt sich.

Die Gastlosenkette verläuft in einer fast geraden Linie von Südwest nach Nordost. Zwischen den Rochers de Rayes und der Gratflue reihen sich zahllose Gipfel aneinander, die von einfachen Wanderungen bis zu anspruchsvollsten Klettereien im Kalk alles zu bieten haben. Die erwähnten Routen erreicht man via Jaun oder Im Fang vom Greyerzerland oder von Abländschen und Flendruz im Pays-d'Enhaut.

Karten: LK 1:25000, 1225 Gruyères (1993), 1226 Boltigen (1993), 1245 Château-d'Œx (1992), 1246 Zweisimmen (1992)

Brandt Maurice: Guide des Préalpes fribourgeoises, Editions du CAS, Presses Centrales Lausanne, 1991.

Clément L.H., Gobet P., Philipona C: Escalades dans les Gastlosen, Edigast, Maupraz, 1995 (nach dem neuesten Stand eingerichtete Routen und Kurzklettereien; zweisprachige Ausgabe Französisch und Deutsch).

Von Känel Jürg: Schweiz-extrem (1989); Schweiz-plaisir (1992); Schweiz extrem (1994); Schweiz-plai-sir, West (1996), Filidor, Frutigen.

Rotpunkt, Marschner T.: Schweiz West, Rotpunkt Verlag, Weinstadt-Benzach, 1993 (nur wenig Routen in den Gastlosen).

Fels: Kalk

Beste Jahreszeit: Die Nordwestseite ist düster und streng, häufig kalt. Diese Seite eignet sich nur im Sommer an heissen Tagen zum Klettern. Die Südwestseite hingegen ist deutlich angenehmer. Hier kann vom Frühling bis in den Herbst geklettert werden.

Absicherung: Die Qualität der Absicherung ist wie im oben erwähnten Führer Escalades dans les Gastlosen mit Sternen bewertet.

Diese bietet eine der besten Fels-qualitäten der ganzen Kette. Ganz nah liegt auch der Gabeldaumen.

Zugang: Von der Südostseite auf der Strasse zum Parkplatz Oberberg oberhalb Abländschen. Vom Parkplatz auf dem Pfad in den gleichnamigen Pass, dann weiter auf dem Weg während einiger Minuten dem Fuss der nach Nordwest abfallenden Wände entlang Richtung Chalet du Soldat bis an den Anfang der Routen. 45 Min.

Von der Nordwestseite: Von Jaun zum Chalet du Soldat aufsteigen. Von der Hütte auf dem Weg, der zum Col d' Oberberg führt, in 20 Minuten an den Fuss der Waldeckspitze.

Ausrüstung: 4 Sterne Beschreibung: sehr klassische, steile Lochkletterei

Bewertung: la (6b obligatorisch). SL 1: 6 c; SL 2: 7a (diese zweite Seillänge wurde neu begradigt); SL3:6b+;SL4:6 c;SL5:6a

Abstieg: Abseilen über die Route

Erstbegehung: C. und Y. Remy, 1983, saniert 1999

Ausrüstung: 4 Sterne

Beschreibung: Es handelt sich um eine Fortsetzung der Kurzkletterei «Magirus» und « Totem-pöle » an der Waldeckspitze «Totem». Die Route verläuft zwischen zwei Loretan-Routen bis zum Gipfel. Steile Lochkletterei mit einer neu angelegten, griffarmen letzten Seillänge.

Bewertung: 7a (6b obligatorisch)

Abstieg: Abseilen über die Route

Erstbegehung: C. und Y. Remy, 1999 Material: Für beide Routen zwei 50-m-Seile, 12 Expressschlingen, Helm, Abseilachter, einige Bandschlingen und Reepschnüre, weiche Schuhe Sparrengrat (2092 mSüdwest-gipfel über Nordwestflanke

Zugang: Von Jaun zum Chalet du Soldat aufsteigen. Von der Hütte auf dem Weg, der zum Col d' Oberberg führt, an den Fuss des Sparrengrats. 20 Minuten.

Ausrüstung: 70 Bohrhaken

Beschreibung: Start rechts von «Mille Bagasses», entlang grosser Route «Desperados» am Sparrengrat Schuppen. Acht Seillängen. Fels mit Rissen und Schuppen, der eine Kletterei in klassischem Stil ermöglicht, mit Ausnahme des senkrechten Risses im Grad 6 c; sehr ästhetisch, mit Fingerlöchern.

Bewertung: 6c (6a obligatorisch)

Abstieg: Abseilen über die Route gemäss Skizze

Erstbegehung: C. und Y. Remy, 1978, saniert 1999, 70 Bohrhaken Material: Zwei 50-m-Seile, 12 Expressschlingen, Klemmkeile, Helm, Abseilachter, einige Bandschlingen und Reepschnüre, weiche Schuhe

Zugang: Etwas östlich von Flendruz im Pays-d'Enhaut bei P. 980 die schmale Strasse nach La Manche nehmen, die zur Alphütte La Combette führt. Auf einem Pfad über den Pertet à Bovets und dann dem Nordwestfuss der Pucelles entlang (auf einem Pfad, der sich verliert). 55 Minuten.

Ausrüstung: 120 Bohrhaken

Beschreibung: Nur während einer langen Schönwetterperiode und bei «Le secret des lieux», eine Route in der Nordostflanke des Vanil de la Gobette; nur in einer längeren Periode mit trockenem Wetter anzugehen trockenem Fels unternehmen. Die Route verläuft ohne Berührung oder Kreuzung mit einer anderen! Die zweite Route in dieser Wand stammt vom legendären Senn Fernand Pipoz aus dem Jahre 1939.

In der ersten Hälfte ist es eine klassische Kletterei entlang von Rissen, Platten, Schuppen und Bändern. Nach der grossen Rampe, die sich für eine Pause eignet, geht man die Gipfelpartie an, die aus sehr kompaktem, senkrechtem Fels besteht. Sie bietet Klettereien in einem höheren Schwierigkeitsgrad. Die Passage 7 c teilt sich in zwei Teile auf. Ein erstes Stück führt über heikel gelagerte Platten auf einen guten Tritt, wo man sich entspannen kann. Das zweite Stück folgt einer abschüssigen Platte bis zum Stand.

Ausgangspunkt: Der Name ist am Fuss eines Risses schräg oben links notiert.

Bewertung: 7c (6a+ obligatorisch), 13 Seillängen

Abstieg: Zwei Abseilpisten sind eingerichtet: von Stand 6 oder 7 und vom Gipfel, Stand 13 «Vasy-Eric» und «Maurice Brandt», zwei Routen am Südpfeiler der Corne Aubert

Erstbegehung: C. und Y. Remy, 26. August, 1. und 8. September 1999

Material: Zwei 50-m-Seile, 12 Expressschlingen, Klemmkeile, Helm, Abseilachter, einige Bandschlingen und Reepschnüre, weiche Schuhe

Corne Aubert (2036 m) -Südpfeiler

Zugang: etwas östlich von Flendruz im Pays-d'Enhaut bei P. 980 die schmale Strasse nach La Manche nehmen, die zur Alphütte La Combette führt (1820 m). Auf einem Pfad ein paar Minuten Richtung namenlosen Pass aufsteigen, der die Corne Aubert von der Haute Combe trennt. (Man erkennt rechter Hand gut die Südostwand des Südpfeilers der Corne Aubert.) Dann die Grashänge und leicht aufwärts das schmale Couloir queren, das an den Fuss des Pfeilers und den Beginn der Routen führt (beschriftet). 15 Minuten.

Ausrüstung: 40 Bohrhaken; 3 Sterne

Bewertung: 6a+ obligatorisch. SL 1: 6b; SL 2: 6b; SL 3: 7a (Fingerriss); SL 4: 7a (mühsamer Kamin!)

Abstieg: Abseilen über die Route Erstbegehung: C. und Y. Remy, 1999

Material: Zwei 50-m-Seile, 12 Expressschlingen, Klemmkeile, Helm, Abseilachter, einige Bandschlingen und Reepschnüre, weiche Schuhe

Ausrüstung: 63 Bohrhaken; 4 Sterne

Beschreibung: Plaisirkletterei, vorwiegend Platten, letzte SL steile Risse

Bewertung: 5 c obligatorisch; fünf SL6a

Abstieg: Abseilen über die Route; die Stände bestehen aus zwei mit einer Kette verbundenen Bohrhaken und einem Karabiner.

Erstbegehung: C. und Y. Remy, 1999

Material: Die Route ist eingerichtet für ein Einfachseil von 60 Metern, d.h., Abseillänge 29 Meter; 12 Expressschlingen, Klemmkeile, Helm, Abseilachter, einige Bandschlingen und Reepschnüre, weiche Schuhe.

Anmerkung: Die Route ist Maurice Brandt, dem passionierten Liebhaber der Berge, gewidmet.

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