Neuer botanischer Lehrpfad in Zermatt

Zwischen Alterhaupt und Trift Im Sommer 1996 wurde zwischen Alterhaupt ( beim Restaurant Edelweiss ) und Trift oberhalb von Zermatt ein neuer botanischer Lehrpfad eingerichtet. Insgesamt wurden acht Tafeln mit Fotos und deren Beschrieb bei verschiedenen Vegetationstypen -vom Trockenrasen über den Lärchen-Arvenwald bis zum Flachmoor - aufgestellt. Dem interessierten Naturbeobachter wird gezeigt, wie unterschiedlich Pflanzen auf verschiedene äussere Lebensbedingungen reagieren. Manche sind spezialisiert und wachsen nur im Schutt, andere nur im Kalkrasen, wieder andere nur im Flachmoor. Solch spezialisierte Pflanzen nennt man Zeigerarten, da sie auf gewisse ökologische Bedingungen hinweisen und Rückschlüsse über Zusammenhänge in der Natur ermöglichen.

Ausgearbeitet wurde der Lehrpfad von Arnold Steiner, der eine Doktorarbeit über die Vegetation von Zermatt und zugleich mit zwei Studienkollegen einen Führer darüber schreibt. Zermatt besitzt nämlich nicht nur ein weltberühmtes Bergpanorama, sondern auch eine reiche Pflanzenwelt. Von den weit über 800 Pflanzenarten auf dem Gebiet der Gemeinde Zermatt figurieren über 70 auf der Roten Liste der gefährdeten und seltenen Arten der Schweiz. Die Gründe für die Vielfalt sind klimatischer, geologischer und historischer Art: Das für diese Höhenlage milde und niederschlagsarme Klima ermöglicht es vielen Arten, in anderswo in den Alpen unerreichte Höhenlagen vorzudringen. Die Geologie ist äusserst vielfältig und wechselhaft, weshalb kalkliebende bis kalkfliehende Pflanzen gedeihen können. Da zudem das Zermatter Becken während der letzten Eiszeit relativ niederschlagsarm war, aperten eisfreie, steile Südhänge im Sommer aus, so dass verschiedene in der Schweiz seltene und zum Teil nur hier vorkommende Pflanzen überleben konnten.

Gem. Mtlg.

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