Nutzen und Schützen

In den ALPEN 4/2007 äussert sich Frank-Urs Müller in seinem Bericht ( S. 34/35 ) zum umkämpften Verbandsbeschwerderecht. Die Art, wie sich unser Zentralpräsident von den andern beschwerdeberechtigten Verbänden distanziert, ist nicht sehr gelungen. Fast könnte man meinen, er sehe den SAC in schlechter Gesellschaft. Wenn der SAC mit den andern Verbänden zusammen für den Erhalt des Verbandsbeschwerderechts kämpfen will, so muss er sich über seine Position im Klaren sein. Der SAC erhält sein Einspracherecht aufgrund seiner – hoffentlich wirklich umfassenden und nachhaltigen – Rolle als Schützer der alpinen Natur. Daneben ist der SAC auch Nutzer der alpinen Welt und vermutlich mehr als jede Umweltschutzorganisation in Gefahr, da und dort Eigennutz in seine Einspracheüberlegungen einzubringen. Nicht nur der SAC, auch die Umweltschutzorganisationen haben ihr Beschwerderecht nie missbraucht! Es lohnt sich, die diesbezüglichen Statistiken über erfolgreiche Verbandsbeschwerden und nicht realisierte bzw. im Sinne der Umwelt angepasste Projekte zu Rate zu ziehen. Dass der Schutz eines Allgemein-guts wie der intakten Umwelt öfters in Konflikt mit Nutzungsinteressen gerät, dürfte in der Natur der Sache liegen. Wenn Bauherren, Autoverbände, Wirt-schaftsparteien am liebsten vollkommen freie Hand und freie Fahrt hätten für jedwede Nutzung, so muss man wegen der in diesem Zusammenhang immer wieder zelebrierten « Missbrauch»-Vorwürfe nicht gleich in Ohnmacht fallen. Die Umweltschutzorganisationen sind die Anwälte von ganz etwas anderem als von Eigennutz und Eigeninteressen. Der SAC ist in ihrem Kreis in allerbester Gesellschaft und kann seine eigene Rolle als Nutzer/Schützer nur stets wieder selber hinterfragen und weiterentwickeln. Der Erhalt des Verbandsbeschwerderechts ist aus Sicht der Umwelt ein vorrangiges Anliegen. – Erfreulich, wenn sich auch der SAC dafür einsetzt!

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