Plaisirklettern ist auch ohne Bohren möglich

Mit einer Kletterfähigkeit bis 5b/c gehöre ich nicht zur Weltspitze. Und auch ich habe in der Halle klettern gelernt und meine Fähigkeiten später in Plaisirrouten verfeinert. Aber ich liebe es, in klassischen Routen meinen Weg selbst zu finden, die Keile zu platzieren und mir einen sicheren Stand zu bauen. Gut abgesicherte Plasierrouten gibt es mittlerweile zu Tausenden – alte, ungebohrte Klassiker bis zum 5. Grad sind hingegen selten geworden. Braucht es hier nicht eine ausgewogenere Entwicklung? Klar kann man auch in einer gebohrten Route alles selber absichern. Doch damit verhält es sich wie mit dem Tourenfahren in einem Skigebiet. Es ist ein gutes Training, aber in keiner Weise ein vergleichbares Erlebnis. Es geht mir nicht darum, jemandem eine bestimmte Kletterethik aufzwingen zu wollen. Vielmehr sollten wir eine Form des Umgangs mit dem Fels finden, in der alle – ob Plaisirklettererin oder Clean Climber – genügend Platz und Freude an ihrem Sport in der Natur finden. Plaisirklettern ist auch ohne Bohrhaken möglich!

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