Präsidentenkonferenz 2006. Umwelt, Hütten, Zentralfest

Präsidentenkonferenz 2006

Die Abstimmungen über fünf Hüttenbauprojekte sowie Budget- und Jahresplanung standen im Zentrum der diesjährigen Präsidentenkonferenz in Bern. Informiert wurde zudem über das neue Umweltprojekt « AlpenLandSchaf(f)t Zukunft ».

Zentralpräsident Frank Urs Müller begrüsste im Haus des Sports Präsiden- ten und Präsidentinnen von 96 Sektionen – 15 haben sich entschuldigt – mit einer Tour d' Horizon. So sei das Hüttenfestival nicht nur auf ein grosses Echo gestossen, der SAC sei mit dem Projekt zudem für den « Milestone 2006 » nomi-niert, freute er sich. Mit diesem Innova-tionspreis werden herausragende Projekte und Leistungen im Schweizer Tourismus gewürdigt. Vier Tage nach der PK erfüllten sich die Hoffnungen des Zentralpräsidenten: Der SAC gewann den mit 10 000 Franken dotierten Preis. Der heisse Juli bescherte nicht nur den Hütten viele Gäste, sondern der Geschäftsstelle auch viele Medienanfragen zu Klimawandel und Bergsport. Daran zeige sich auch, dass sich der SAC inzwischen als kompetenter Ansprechpartner für Umweltfragen im Bergsport etabliert habe, fügte der Zentralpräsident an. Gerade in Fragen des Landschaftsschutzes sei der SAC aber oft in die Rolle des passiven Neinsagers gedrängt, erklärte Christian Gysi, ZV-Ressortleiter Umwelt ( siehe auch Bericht Seite 52 ). Dies soll sich mit einer gesamtschweizerischen SAC-Strategie ändern.

Projekt « AlpenLandSchaf(f)t Zukunft »

Ziel des langfristig angelegten Projektes « AlpenLandSchaf(f)t Zukunft » ist es, die Erhaltung der unerschlossenen hochalpinen Landschaften schweizweit zu regeln. In einem ersten Schritt plant die Umweltkommission, eine SAC-Landes-karte mit drei unterschiedlich schützenswerten Gebietstypen zu erstellen. In enger Zusammenarbeit mit allen Sektionen sollen Hochgebirgserbe, Naturlandschaften und Entwicklungszonen bestimmt werden. Laut Christian Gysi bestünden die Vorteile des Kartenprojektes darin, dass die Umweltkommission nicht mehr jeden Einzelfall von Grund auf beurteilen müsste, sondern schweizweit mit denselben Grundlagen argumentieren könnte. Zwischen den Sektionen würde zudem bei der Erarbeitung der Karte ein intensiver Austausch stattfinden. « Gerade Letzterer könnte aber auch Konflikte schüren », so Christian Gysi. Weitere Nachteile sieht er in der fehlenden gesetzlichen Verbindlichkeit der Karte und in der noch ungeklärten Zusammenarbeit mit Partnern. Diese Unwägbarkeiten und die Grösse des Gesamtprojektes waren denn auch Anlass kritischer Voten, vorab der Zentralschweizer Sektionen. Sie befürchten, dass dies finanziell ein Fass ohne Boden sei. Zudem sei der SAC ein Bergsport- und kein Schutzverband und die Karte eigentlich die Aufgabe des Bundes und nicht des SAC. Es gebe schon genügend gesetzliche Regelungen für den Landschaftsschutz, so die Argumente. Anschliessend konnten alle Sektionspräsidenten ihre Haltung zum Projekt mittels eines kurzen Fragebogens äussern. Die Ergebnisse, die Christian Gysi gegen Ende der PK vorstellte, zeigten, dass rund die Hälfte noch grosse Bedenken gegenüber dem Projekt hat. Entsprechend ernst nahm der ZV die Kritik. In einem nächsten Schritt wird das Kartenprojekt nun an den Regionalkonferenzen zur AV 2007 diskutiert. So kann dann frühestens die AV 2007 über das Projekt befinden.

Hüttenkommissionspräsident Reto Jenatsch ( ganz links ) führte durch die Abstimmung über die Budgets zu den Hüttenbauprojekten – mit Erfolg: Die 96 anwesenden Sektionen nahmen alle Projekte fast einstimmig an. Hans Schlunegger, OK-Präsi-dent 100 Jahre SAC Grindelwald, machte die Sektionspräsidenten gluschtig auf das kommende Zentralfest. Das detaillierte Programm wird im Frühling den ALPEN beigelegt.

Fotos: Dieter Spinnler Termine Zentralfest und AV: 8. bis 1O. Juni 2007 in Grindelwald PK: 1O. November 2007 in Bern

Budget und Jahresplanung 2007

Wenig Anlass zur Diskussion gab das Budget und die Jahresplanung 2007, die Gabi Huber als Finanzchefin ad interim vorstellte. Für das kommende Jahr erwartet der SAC finanziell keine nennenswerten Schwankungen. Änderungen gab es nur in der Darstellung des Budgets. Unter anderem wird der Hüttenfonds nicht mehr als Teil des Vermögens dargestellt, und die Hüttenfondsrechnung erscheint ausserhalb der laufenden Rechnung. Der Hüttenfonds wird 2007 stark ins Minus fallen, da die Anzahl zu ge-nehmigender Projekte gross ist. Einzige Lösung ist für den Ressortleiter Hütten Daniel Suter, ab 2008 weniger Hüttenbauprojekte zu bewilligen. Zudem müssen die Auswirkungen des neuen Hüttenreglements abgewartet werden.

Die Sektionspräsidenten gingen fast einstimmig auf alle fünf Umbauanträge ein. Nächstes Jahr um- oder neu gebaut werden somit die Hütten Legler, Spitzmeilen, Täsch, Trift und Terri. Letztere wird aber erst 2008 das Budget belasten. Ebenfalls umgebaut wird die Moiry-hütte. Doch die Sektion Montreux kann dies dank einem Legat ganz aus eigenen Mitteln bestreiten. « Das ist ein Glücksfall und sehr selten », betont Hüttenkommissionspräsident Reto Jenatsch.

Berichte aus den Ressorts

Ein weiteres Projekt des ZV ist, wie bereits vergangenes Jahr beschlossen, die Frauenförderung im SAC. Geplant ist nun in einem ersten Schritt, die Rolle der Frauen im SAC mittels einer Studie zu analysieren. Im Bereich der Mitgliederentwicklung will man den Austritten ein besonderes Augenmerk schenken. Personelle Wechsel gab es in den technischen Kommissionen von Sportklettern und Skialpinismus. Erstere präsidiert neu Robert Marti für den abgetretenen Urs Neu, der zweiten steht ad interim Yves Veya vor anstelle von Christophe Darbellay. Ein besonderes Dankeschön ging an den zurücktretenden Präsidenten der Stiftung Alpine Rettung Schweiz, Andreas Lüthi. Er war massgeblich an der Gründung der Stiftung und der Zusammenarbeit mit der Rega beteiligt. Seit 1. Oktober ist er bei der Rega als Stabschef tätig und gibt deshalb sein Präsidium ab. Seine Nachfolge tritt David Beeler an, ehemaliger Sektionspräsident SAC Interlaken.

Als kommenden Höhepunkt für Athleten und Zuschauer kündete schliesslich der Zentralpräsident die Skialpinismus-WM 2008 an, die – ebenso wie die Sport-kletter-WM 2009 – in der Schweiz stattfinden wird.

Zentralfest 2007

Hans Schlunegger, OK-Präsident 100 Jahre SAC Grindelwald, bot einen ersten Einblick in das Zentralfest, das 2007 in Grindelwald stattfinden wird. Da die Sektion Grindelwald dann ihr 100-jähriges Bestehen feiert, wurde ihr die Ehre zuteil, das Fest zu organisieren. An drei Tagen werden den AV-Delegier-ten und Gästen verschiedene Aktivitäten geboten. Die Feier findet im Rahmen der « Eiger Live»-Woche statt. a Alexandra Rozkosny Gabi Huber als Finanzchefin ad interim präsentierte zum ersten Mal die Budget- und Jahresplanung. Für das kommende Jahr erwartet sie im SAC-Budget keine grösseren Schwankungen.

Zentralpräsident Frank Urs Müller ( l. ) verabschiedete Andreas Lüthi. Dieser ist seit dem 1. Oktober für die Rega tätig und gibt deshalb das Präsidium der Stiftung Alpine Rettung Schweiz ab.

Martialischer Türsteher: Zum letzten Mal gelangten die Sektionspräsidenten am Speerwer-fer vorbei ins Haus des Sports. Kommendes Jahr zieht Swiss Olympic – und damit auch die Präsidentenkonferenz – in ein neues Gebäude.

Foto: zvg

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