Präsidentenkonferenz 2009. Budget 2010 und drei Hüttenerweiterungen genehmigt

Vita del club

Vie du club

Budget 2010 und drei Hütten-erweiterungen genehmigt

Präsidentenkonferenz 2009

Die Präsidenten der SAC-Sektionen trafen sich am 7. November in Bern. Sie verabschiedeten mit grossem Mehr das Budget 2010. Ausserdem bewilligte die Konferenz drei Hüttenumbauten.

Die Präsidenten von 95 der 112 SAC-Sektionen versammelten sich im Berner Stade de Suisse, dem früheren Wank-dorfstadion. In seiner Willkommensrede appellierte der SAC-Zentralpräsident Frank-Urs Müller an die Toleranz. Müller verwies mit Stolz auf die Zahl von 127 000 Clubmitgliedern. Die steigende Mitgliederzahl habe aber auch Folgen. Viele würden dem Club beitreten, weil sie am Schutz der Alpenwelt interessiert sind. Andere hingegen wollten in erster Linie einem Bergsportverein angehören. Es sei deshalb nicht immer leicht, bei all diesen unterschiedlichen Interessen einen gemeinsamen Nenner zu finden. Ein zentraler Wert des SAC sei immer die Toleranz gewesen. Wer abweichende Meinungen von Mitgliedern respektiere, halte damit auch den Geist des SAC hoch, meinte Frank-Urs Müller.

Budget 2010 und weitere Planung

Wenig zu reden gab das Budget 2010, es wurde von den Präsidentinnen und Präsidenten mit grosser Mehrheit bei zwei Enthaltungen angenommen. Finanzchef Philippe Choffat erläuterte, dass beim Ertrag aus den Mitgliederbeiträgen einmal mehr ein Plus budgetiert sei, weil der SAC weiterhin wachse. Das Budget weist denn auch einen Überschuss von Fr. 17 32O.– aus. Dieser Betrag setze jedoch einen sehr engen finanziellen Spielraum. Philippe Choffat sagte, dass eine Lösung gefunden werden müsse, damit dieser Spielraum wieder grösser werde. Möglich sei dies, indem der SAC die Leistungen reduziere, um die Kosten zu senken. Dies würde aber auf Kosten der vielen Vereinsaktivitäten gehen. Andererseits könnte eine moderate Erhöhung der Mitgliederbeiträge ins Auge gefasst werden. Die Vorschläge werden an der nächsten Abgeordnetenversammlung in Biel im Juni 2010 diskutiert.

Hüttenrenovationen

Der Präsident der Hüttenkommission, Reto Jenatsch, legte dem Plenum drei Umbauprojekte vor, die der zentrale Hüttenbaufonds unterstützen will. Aus-gebaut werden sollen die Domhütte ( Sektion Uto ), die Dossenhütte ( Sektion Oberaargau ) und die Rotondohütte ( Sektion Lägern ), so Jenatsch.

Die im Mattertal im Wallis gelegene Domhütte war 1957 die erste SAC-Hütte des Architekten Jakob Eschenmoser ( ALPEN 8/09 ) und begründete seinen hervorragenden Ruf als Hüttenarchitekt. Sein Konzept der polygonalen Gebäude ermöglichte eine maximale Ausnützung des beschränkten Raums in Hütten bei minimalem Gebäudevolu-men. Weil es in der Domhütte schon kurz nach der Eröffnung doch zu wenig Platz hatte, fügte Eschenmoser 1978 noch einen Anbau an. Inzwischen genügt aber die Infrastruktur dem Ansturm der Gäste nicht mehr. Der alte Anbau wird nun durch einen grösseren ersetzt. Die Projektkosten belaufen sich auf Fr. 2 780 00O.–, aus dem Hüttenfonds würden Fr. 687 00O.– entnommen. Vor der Abstimmung monierte eine Votantin, dass die Zahl der Schlafplätze nicht erhöht werde, und sie bedauerte, dass die Hütten immer luxuriöser ausgebaut würden. Der Beitrag aus dem Fonds wurde dennoch mit grosser Mehrheit bei einer Enthaltung bewilligt.

Ebenfalls umgebaut wird die Dossenhütte. Der geplante Umbau wird in zwei 95 der geladenen 112 Sektionspräsidenten kamen nach Bern ins Stade de Suisse. Sie bewilligten unter anderem drei Hütten-Umbauprojekte.

Foto: Dieter Spinnler Etappen realisiert. Die erste Umbau-etappe kostet Fr. 790 00O.–, der Beitrag aus dem zentralen Hüttenfonds beläuft sich auf Fr. 174 00O.–. Küche, Hütten-wartsräume, aber auch die Sanitär- und Technikräume werden in einem neuen Anbau zusammengefasst, der auch den Winterschutzraum enthält. Die bestehende Fotovoltaikanlage zur Stromproduktion wird ersetzt. In einem zweiten Schritt wird das Gebäude aufgestockt, das Angebot an Schlafplätzen bleibt aber gleich. Die alte Schlafhütte, ein paar Meter entfernt, wird abgerissen. Dieser Umbau wurde einstimmig genehmigt. In der stark frequentierten Rotondohütte schliesslich wird die gesamte Infrastruktur den heutigen Bedürfnissen angepasst und in einem Erweiterungsbau zusammengefasst. Das auf Fr. 1 400 00O.– veranschlagte Projekt wurde ebenfalls einstimmig genehmigt. Der Hüttenfonds trägt Fr. 298 00O.–.

Pro und kontra Gebirgslandeplätze

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt ( BAZL ) ist gegenwärtig daran, die Gebirgslandeplätze ( GPL ) Region für Region zu überprüfen. Als erste Region hat das BAZL das Wallis genauer unter die Lupe genommen. In den Prozess einbezogen sind beim SAC sowohl der Zentralvorstand als auch die betroffenen Sektionen. Als Vertreter einer Walliser Sektion befürwortet Peter Planche, Präsident der Sektion Monte Rosa, klar die Beibehaltung der Zahl der GPL. Er versuchte an der PK in einer kurzen Rede, den umstrittenen Ruf des Heliskiing ins rechte Licht zu rücken, indem er erklärte, wie ein solcher Ausflug abläuft. Laut Planche werden Heliskiing-Flüge bloss an wenigen Tagen im Jahr durchgeführt. Aufgrund der meist sehr langen Abfahrten würden die Gäste auch nur einen Flug pro Tag beanspruchen, so Planche. Er monierte, das Zentralkomitee treffe bezüglich der Gebirgslandeplätze Entscheidungen, ohne die Meinung der Sektionen zu berücksichtigen. Der Präsident Frank-Urs Müller erinnerte daran, dass das erklärte Ziel des SAC gemäss seinem Leitbild sei, die Zahl der touristischen Flüge und die Anzahl der Gebirgslandeplätze zu beschränken, es gehe aber nicht darum, alle Landeplätze aufzuheben. Die Diskussion fand während der PK kein einvernehmliches Ende und wird den SAC auch in den kommenden Monaten weiter beschäftigen.

Athletenehrungen

Nach der animierten Debatte war es Zeit für die Ehrungen. Leo Condrau, verantwortlich für den Bereich Wettkampf sport im Zentralkomitee, verlieh Auszeichnungen an jene Athletinnen und Athleten, die im Verlauf des Jahres 2009 besonders erfolgreich waren. So wurde der Jurassier Cédric Lachat für seine Silbermedaille an den Kletterweltmeisterschaften in China geehrt. Die junge Katherine Choong, auch sie aus dem Kanton Jura, erntete viel Applaus für ihren Weltmeistertitel, den sie in der Kategorie Juniorinnen gewann ( ALPEN 10/2009 ). Herausragende Ergebnisse gab es auch im Skialpinismus an der EM in Tambre ( IT ), wo sich gleich drei Junge Goldmedaillen holten: Jennifer Fiechter, Alan Tissières und Werner Marti. Insgesamt gewann das Schweizer Team an dieser EM 14 Medaillen.

Diese Erfolge sind für die Zukunft des SAC vielversprechend. Doch sie werden nur nachhaltig sein, wenn sich die Mitglieder des SAC weiterhin mit Toleranz begegnen.

Wichtige Daten

Abgeordnetenversammlung ( AV ): 5. Juni 2010, Biel

Präsidentenkonferenz ( PK ): 6. November 2010, Bern a

Pascale Stehlin, Redaktorin ( ü ) Die altehrwürdige Domhütte, Jakob Eschenmosers erstes Werk von 1957, erhält kommendes Jahr einen Holzanbau.

Planskizze: Galli&Rudolf Architekten, Zürich Schlau genutzt wird der enge Platz bei der Dossenhütte: Sie wird in zwei Etappen umgebaut, sodass am Ende die alte Hütte grösser als der Anbau ist.

Projektbild: Bürgi Schärer Raaflaub Architekten, Bern Auch die Rotondohütte wird erweitert, für einmal aber vor allem unterirdisch. Neu gib es einen kleinen Anbau ( vorne ), den meisten Platz braucht aber die neue Infrastuktur, die raffiniert unter die Hütte verlegt wird.

Planskizze: Andreas Oppliger, Architekt, Bern

Feedback