Qualität hat ihren Preis

Eben haben Sie, geschätzte Leserin, geschätzter Leser, die neueste Ausgabe unserer Clubzeitschrift ausgepackt. Und wie immer finden Sie darin viele Seiten mit interessanten Berichten und Bildern, aber auch Werbung. Neu ist das keineswegs. Schon 1910 wurde davor gewarnt, «Die Alpen» in ein «Reklameblättli» zu verwandeln. Manchmal scheint es, die Zeit stehe still. Auch wir erhalten alle paar Wochen Zuschriften zum Thema, oft mit der Aufforderung, künftig ganz auf Werbung zu verzichten.

Blicken wir ein wenig über den Tellerrand. Es vergeht kein halbes Jahr, ohne dass grosse Verlage zum Messer greifen und Redaktionen ausdünnen, weil der Werbemarkt schrumpfe. Mit massiven Auswirkungen auf die Qualität der Berichterstattung. Seit einiger Zeit wird die Werbung auch mal prominent mitten auf der Seite platziert. Die Lesenden müssen um das Inserat herumlesen. Davon sind wir zum Glück in unserer Clubzeitschrift «Die Alpen» noch weit entfernt. Der Inseratenteil und die redaktionellen Beiträge sind klar getrennt. Auch schrumpft der Werbekuchen bei uns nicht. Davon profitieren alle. Sie, liebe Leserin, lieber Leser, weil Sie jeden Monat zum Preis einer Einzelausgabe einer Tageszeitung ein hochwertiges Magazin erhalten. Reich an Texten und Bildern von kompetenten Autorinnen und Autoren, deren Beiträge zu lesen sich lohnt. Ohne Werbung müssten wir die Honorare der Autorinnen und Autoren senken, was sich auf die Qualität auswirken würde. Oder der Beitrag an die Clubzeitschrift müsste massiv erhöht werden. Ob Sie als Clubmitglied und die Abgeordneten Ihrer Sektionen einer solchen Massnahme zustimmen würden, ist gänzlich ungewiss.

Kommt hinzu, dass die Werbung auch ein Zeitdokument ist. Blättern Sie doch einmal in der Ausgabe von 1978, dort finden Sie ein Inserat für die «Neue Westcol Hochtouren- und Skitourenhose», aus 90% Schurwolle und 10% Lycra. Mich juckt und kratzt es schon, wenn ich bloss daran denke, mit diesen Hosen unterwegs zu sein.

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