Rettung als Taxidienst

Das Editorial von Ueli Mosimann ( « Die Alpen » 6/2011 ) spricht mir aus dem Herzen. Wir durften kürzlich einen solchen Taxidienst auf der Alpe Masnee in den Tessiner Bergen erleben. Um ca. 22.30 Uhr kreiste ein REGA-Heli recht lange suchend über der Madom da Sgióf. Wir fürchteten schon, Zeugen eines Unfalles geworden zu sein. Anschliessend wurden zwei Personen in die Hütte geflogen. Sie hatten in der Dunkelheit den ( ihrer Meinung nach sehr schlecht markierten ) Weg verloren und – wie sich noch herausstellen sollte – wussten gar nicht so recht, wo sie sich eigentlich befanden.

Diese Leute hätte die REGA ins Tal fliegen sollen. Bei der von ihnen geplanten langen weiteren Etappe auf blau-weisser Route zur Alpe di Spluga ( sie standen um 8.30 Uhr aufwar eine Wiederholung dieses Missbrauchs der Bergrettung fast schon vorprogrammiert.

Mit Verlaub: Bei frühsommerlichen Temperaturen und perfektem Wetter kann man eine Nacht auf 2200 m problemlos überstehen. So angenehm wie in der wunderbaren Alpe Masnee ist das natürlich nicht. Aber es bewahrt künftig vielleicht vor ähnlichen Dummheiten.

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