SAC-Ratgeber Hüttenökologie. Schritt für Schritt natürlich

SAC-Ratgeber Hüttenökologie

Die neue SAC-Publikation « Schritt für Schritt natürlich – Ratgeber Hüttenökologie » hilft Hüttenwartinnen und Hüttenwarten bei der ökologischen Optimierung ihres Betriebes. Der neue Ratgeber kann auch weit über den SAC hinaus wertvolle Impulse vermitteln.

Durch die hohe Zahl von Touristen in den Alpen, ihre Mobilität und ihre Komfortansprüche hat die Belastung der Bergwelt zugenommen. Andererseits sind die vielfältigen gesetzlichen Auflagen zum Schutz der Umwelt wie Gewässerschutz, Luftreinhaltung usw. auch in den Bergen gültig. Damit machen ökologische Fragen auch vor unseren SAC-Hütten nicht Halt, obwohl diese die Umwelt insgesamt und mit Blick auf die ganzen Alpen nur wenig belasten. Ein paar Zahlen zeigen die Relationen: Mit rund 300 000 Übernachtungen pro Jahr machen die 153 SAC-Hütten nur einen Bruchteil der insgesamt rund 30 Millionen Touristennächte in den Schweizer Alpen aus. Die Studie von Florian Hug über die Tschiervahütte von 1997 1 wies nach, dass eine Hüttenübernachtung mit Halbpension weniger Energie benötigt als eine Nacht zu Hause ( ca. 12 gegenüber 24 kWh ), dass hingegen die Anreise mit dem ca. 30fachen Energieverbrauch den weitaus grössten Anteil beim Bergsteigen darstellt.

Hütten – Visitenkarten des SAC In ihrem engeren Umfeld kann jedoch eine Hütte sehr wohl ökologische Auswirkungen haben. Mit dem vorhandenen Know-how im SAC wird versucht, diese dank geeigneter Infrastruktur – Energie-anlagen,. " " .Abwasserreinigung usw. – möglichst gering zu halten. Bei der ökologischen Bewirtschaftung gibt es unter den Hütten aber noch grosse Unterschiede. Und da versuchen wir mit unserem Ratgeber Hüttenökologie, dessen Realisation dank der grosszügigen Unterstützung durch die Stiftung « Save the Mountains » möglich wurde, anzusetzen. 2

Die rein ökologischen Fragen sind jedoch nur die eine Seite. Ebenso wichtig – oder gar wichtigerist die Bedeutung unserer Hütten als Vorbild für das ökologische Profil des SAC insgesamt. Diese Vorbildrolle wurde mit der neuen Hüttenpolitik 2000 klar formuliert. Die SAC-Hütten sind nach wie vor das wichtigste Aushängeschild und die Visitenkarte unseres Verbandes, über die wir in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Und wie überall gilt auch hier: Ein schlechtes Beispiel, ein « schwarzes Schaf », schadet mehr, als hundert vorbildliche wettmachen können.

Attraktiver Ratgeber Das Ziel des Ratgebers ist, alle SAC-Hüttenwarte zu motivieren, die ökologischen Aspekte ihrer Arbeit kritisch zu hinterfragen und mögliche Verbesserungen und Optimierungen lustvoll und engagiert auszuprobieren. Deswegen kommen als Erstes auch nicht irgendwelche bürokratischen Theoretiker zu Wort, sondern erfahrene Hüttenwarte selbst sowie andere Berufsleute, die aus ihrer Praxis berichten. Zu jedem Thema gibt eine Hüttenwartin oder ein Hüttenwart ein gutes Lösungsbeispiel aus ihrer Hütte. Die dazugehörige Hintergrundinfor-mation ist nach Möglichkeit mit praktischen Tipps erweitert. Mehr Informationen oder ein Kurzinterview eines weiteren Fachmannes runden das Ganze ab. Humorvolle Abbildungen und die beiden Cartoonfiguren begleiten Leserinnen und Leser durch insgesamt 12 Themen.

Nicht nur für SAC-Hüttenwarte In erster Linie richtet sich der neue Ratgeber an die SAC-Hüttenwartinnen und -Hüttenwarte. 3 Wir sind überzeugt, dass sie alle viele Anregungen daraus entnehmen können. Genauso wertvoll ist der Ratgeber aber auch für die Betreiber von anderen Hütten und von Berghäusern, an die er ebenfalls versandt wurde. Und nicht zuletzt ist er für Privatpersonen,

1 Hug Florian: Stoff- und Energieflussanalyse für die Chamanna da Tschierva SAC. Diplomarbeit ETHZ 1997, S. 86 2 Christoph Aebischer, Geograf und Journalist, realisierte das Projekt im Rahmen eines Zivildienst-einsatzes beim SAC. 3 Sämtliche SAC-Hüttenwarte,. " " .Hüttenchefs und -Umweltbeauftragte wurden mit einem Gratis-exemplar bedient.

Der farbige Ratgeber für den ökologischen Hüttenbetrieb von Christoph Aebischer kostet 10 Franken und kann beim SAC, Monbijoustr. 61, 3000 Bern 23, Tel. 031 370 18 18, E-Mail info(at)sac-cas.ch, bestellt werden.

Fo to :A rc hi v C.

Ae bi sc he r DIE ALPEN 3/2003

die irgendwo abseits der erschlossenen Gebiete ein Häuschen oder eine Hütte besitzen, eine Fundgrube für Tipps und Tricks rund ums ökologisch optimale Wohnen und Leben im Gebirge.

Ausblick Bei unseren benachbarten Alpinverbänden wurden schon weiter gehende Schritte in Bezug auf die Hüttenökologie realisiert. DAV und OeAV haben für ihre Hütten ein « Umweltgütesiegel » eingeführt, das an Hütten abgegeben wird, wenn sie den vorgeschriebenen Katalog der Standards erfüllen. In Italien wurde kürzlich die höchste bewartete Hütte der Alpen, die Capanna Margherita auf der Signalkuppe im Monte-Rosa-Massiv, mit dem ISO-Umweltlabel 14 001 ausgezeichnet. Analoge Diskussionen werden auch für die SAC-Hütten geführt. Probleme bieten dabei die extrem unterschiedlichen Hüttentypen und Rahmenbedingungen, welche vergleichbare Standards kaum definieren lassen. Dass der Hüttenratgeber noch erweitert wird, steht bereits fest: Eine Ein-lagebroschüre soll all jene Informationen enthalten, die den Benutzern des Ratgebers Informationen zu entsprechenden Produkten, Firmen usw. vermitteln. Dazu wird als nächstes Ziel eine Internet-Plattform geschaffen, um möglichst viele praktische Angaben zusammenzutragen. Eingeladen sind hiermit alle, dieses Forum mit ihren Erfahrungen und konkreten Hinweisen zu beleben. a

Jürg Meyer, Umweltbeauftragter SAC Geeignete Infrastruktur hilft bei der ökologischen Optimierung des Hüttenbetriebs mit. Sonnenkollektoren auf der Chamanna Lischana Annina Arnold-Vetter von der Sewenhütte gibt praktische Tipps zum Einheizen.

Das im SAC vorhandene Know-how soll möglichst breit eingesetzt werden, um ökologisch positive Impulse zu schaffen. Solarenergiegewin-nung auf der Cabane d' Arpittettaz Fo to :SA C-Ar chi v/ Ar no Wä lti Foto: Archiv C. Aebischer Fo to :A rc hi v Jür g M ey er DIE ALPEN 3/2003

Sicherheit, Medizin, Rettungswesen

Sicurezza, medicina, soccorso in montagna

Sécurité, médecine, sauvetage

Erfolg für Schweizer Forscher und sein Team

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