Schlösser aus Fels

Die steilen Flanken mancher Berge erinnern an die schwer bezwingbaren Mauern von Schlössern. Nicht selten sind Felswände und Gipfel nach ihrer Ähnlichkeit mit solchen Bauten benannt: die Chastelets genannten Felsköpfe über dem Silvaplanersee, die Castalegns beim Piz d’Err, der Châtillon über dem Col des Mosses, die Cima di Castello im Bergell, das Alpgebiet Castello mit dem Pizzo Castello im Val Bavona und ein Pizzo Castello bei Cevio, Hinter und Vorder Schloss zwischen Engelberg und Erstfeld sowie die Burg samt Burgalp bei Innertkirchen. Je höher und weiter von der Zivilisation entfernt die so bezeichneten Gelände, desto klarer ist, dass dort nie ein Schloss gestanden hat. Dagegen ist ein einstiges namengebendes Gebäude in Talnähe immerhin möglich, und sei es nur eine Hütte, die in der Erinnerung zur sagenhaften Burg wurde. Wer weiss also, ob beim Schlossband ob Unterbach bei Meiringen einmal ein Haus gestanden oder ob im Jeninser Wald Chastalarsch einst tatsächlich ein Schloss gebrannt hat, wie der rätoromanische Name «verbranntes Schloss» vermuten lässt, oder aber nur ein bewaldeter Fels.

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