Schneeschuhlaufen - zu Fauna und Flora Sorge tragen

Zum Artikel « Den Winter neu entdeckt. Wandern auf Schneeschuhen », 11/1996 Ich übe das Schneeschuhlaufen berufsmässig aus und habe den erwähnten Beitrag deshalb mit Interesse gelesen. Ich möchte nun aber noch ein paar Gedanken anfügen, die den Schutz der Bergwelt im Winter betreffen.

Geht man Schneeschuhlaufen, ohne sich der Tragweite dieser Tätigkeit bewusst zu sein, kann dies katastrophale Auswirkungen auf die winterliche Natur haben. Denn in dieser Jahreszeit werden die Überlebenschancen der Tiere mit jeder Störung empfindlich vermindert. Man muss z.B. wissen, dass das Aufstören eines unter dem Schnee versteckten Schneehuhns dem Todesurteil für das Tier gleichkommt - auch wenn die Begegnung ein unglaubliches und eindrückliches Erlebnis ist. Das ist auch der Grund, warum Hunde in den Voralpen und im Gebirge im Winter nichts zu suchen haben: Der Hund jagt alle Tierarten mit festem Standort und schon nur seine Spuren, an denen sein Geruch haftet, können Tiere dazu bringen, den Ort zu wechseln, wo sie sich aufhalten und auf Nahrungssuche gehen. Eine solche Standortverschiebung kann aber schwerwiegende Auswirkungen haben.

Die Übergangszonen zwischen Schnee und Gras im Frühling sind extrem empfindlich. Vögel kommen an diese Stellen, um Nahrung zu suchen, und empfindliche Pflanzen wachsen unter der dünnen Schneedecke. Man darf deshalb keinesfalls an diesen Stellen herumtrampeln.

Schliesslich müssen auch die harmlosesten Picknick-Reste ( wie z.B. Käserinden ) wieder heimgenommen werden, da gewisse Tierarten mit einem angeborenen Wandertrieb ihr Verhalten ändern könnten, wenn sie in den winterlichen Voralpen leicht Nahrung finden.

Ich hoffe, dass diese Empfehlungen von allen Anhängern des Schneeschuhlaufens befolgt werden. Andernfalls riskieren wir, dass diese Tätigkeit streng reglementiert wird, um die Schäden zu begrenzen.

Charles Lehmann, Bernex G E ( ü

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