Spannender Wettkampf

Wie Organisatoren von persönlichen Wettkampferfahrungen profitieren Erstmals fand im Kletterzentrum Gaswerk in Schlieren bei Zürich ein Wettkampf im Rahmen des Swiss Cup statt. Die Organisatoren konnten dabei ihre persönlichen Erfahrungen aus der aktiven Wettkampfkletterzeit einbringen, was sich für alle lohnte.

Vorgeschichte

1990: Ich bin richtig sauer. Aggressionen beginnen sich anzustauen, und ich bin fest entschlossen, nicht mehr an Kletterwettkämpfen teilzuneh-

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Der Sieger der Kategorie Herren Elite 1, Simon Wandeler, beschenkte die Zuschauer mit einer professionellen Vorstellung.

tern steht für mich nicht im Zentrum, es bereitet mir einfach Spass, mich mit Freunden zu messen, mit ihnen zu diskutieren, Erlebnisse auszutauschen und die besten bei ihrem Duell im Finale zu bestaunen und zu analysieren. Mitmachen ist wichtiger als gewinnen.

Ohwird da nicht meine Startnummer aufgerufen? « Schnell, schnell, du musst sofort starten !», ruft mir ein Helfer zu. Gehetzt seile ich mich an und verlasse den Isolationsraum.

Nun steht sie vor mir, die speziell für diesen Wettkampf aufgebaute Kletterwand. Hoch und steil ist sie, die Griffe sind klein und spärlich an der Zahl, die Reihenfolge und Bewegungsabläufe kompliziert und verwirrend. Draussen ist es inzwischen kalt geworden. Anfänglich hemmen die üblichen nervösen Adrenalinschübe die Bewegungen. Erfahrungsgemäss wird sich dies mit zunehmender Höhe lösen. Also versuche ich, mich innerlich zu entspannen, denn wenn ich optimal klettere, reicht es vielleicht in den Final. Doch etwas stimmt nicht, mit jeder Sekunde wird es mir bewusster. Die innere Ruhe fehlt. « Klettere schnell weiter; je mehr Höhe du erreichst, desto besser », rede ich mir zu. Trotz der gutgemeinten Zurufe finde ich meinen Rhythmus nicht. Gibt es denn keine Ruhepunkte in dieser Route? Nach nur fünf Metern werden die Unterarme steinhart, die Finger können nicht mehr halten. Sturz ins Seil - Aus -Amen!

Elite 1 Herren 1. Wandeler Simon, Nottwil 2. Felix Martin, Rothenbrunnen 3. Achermann Thomas, St. Gallen Junioren 1. Müller Matthias, Reichenbach 2. Hassler Manuel, Biel 3. Lachat Raphael, Porrentruy Jugend B männlich 1. Lachat Cédric, Porrentruy 2. Cordonier Tristan, Chavannes 3. Maurer Mathieu, Croix-de-Rozon

Wettkampf im Kletterzentrum Gaswerk Schlieren

Vom Wandel der Infrastruktur Das war vor acht Jahren. Längst habe ich diese Ereignisse relativiert. Mit dem Gedanken beschäftigt, einen eigenen Swiss-Cup-Wettkampf durchzuführen, stellte ich mir eine Checkliste zusammen ( siehe Kasten ). Für den Wettkampf in unserer Kletterhalle wollten wir möglichst viel davon in die Tat umsetzen.

Wettkampfbeginn war am Samstag morgen um 10 Uhr. Die 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, aufgeteilt in sechs Kategorien, hatten bis dahin Zeit, sich einzuschreiben, Lunchpaket, T-Shirt und Startnummer in Empfang zu nehmen und sich aufzuwärmen. Und nach einer kurzen Information durch die Wettkampflei-tung ging es zur Sache. Gleichzeitig konnten alle Kategorien mit dem Wettkampf beginnen!

Jede Gruppe durfte vorgängig dem Routenbauer beim Durchstieg zuschauen. Die Routen selber waren an den drei vorangehenden Tagen unter Routenbauchef Christoph Bucher ( D ), einem erfahrenen Profikletterer mit einem Team von acht Spezialisten, geschraubt worden.

Der Wettkampf lief gut an, die ersten Resultate konnten in den Computer eingegeben werden. Von Durchgang zu Durchgang wurden die Routen schwieriger, unglaublich, wie elegant viele hochkletterten. Die Teilnehmer selber konnten nach Belieben allen ihren Kolleginnen und Kollegen zuschauen. Nach dreimal eineinhalb Stunden war die Selektion bereits beendet, der Final stand an.

Im Zeitraster Gemäss Programm begann der Final um 16 Uhr. In der zweiten Halle standen an der verstellbaren Reality Wall vier herausfordernde Routen zur Verfügung, je nach Kategorie zwischen 7a/8- und 8a+/10! Nur die Finalistinnen und Finalisten der jeweils aktuellen Kategorie mussten sich für eine Viertelstunde in die Isolation begeben. Diese Routen wurden alle on-sight geklettert mit einem vorgängigen Routenstudium von sechs Minuten.

Beeindruckend waren die individuell entwickelten unterschiedlichen Kletterstile: von forsch, dynamisch, ehrgeizig über geradlinig, kompromisslos bis zu schwungvoll und elegant. Unsicherheiten waren kaum zu erkennen, kletterte hier doch die « Crème de la crème » der Kletterna-tion Schweiz, mit Junioren- und Jugendweltmeistertitel dekoriert.

Damenfinale: grazile Bewegungs-künstlerinnen Wer zum ersten Mal einem Da-men-Elite-Final beiwohnt, hat allenfalls sein Vorurteil von muskelbe-... Iva Hartmann belegten im Superfinale der Damen den ersten bzw. zweiten Rang.

Resultate Swiss Cup Schlieren

Elite 1 Damen 1. Schultz Anna Tina, Bern 2. Hartmann Iva, Maienfeld 3. Eyer Alexandra, Zürich Jugend A männlich 1. Möhr Raphael, Maienfeld 2. Häni Jerome, Onex 3. Jaggi Martin, Gossau Jugend B weiblich 1. Nassivera Nadège, Porrentruy 2. Maurer Hélène, Croix-de-Rozon 3. Monney Coralie, Carouge Die persönlichen Zielsetzungen der Zürcher Wettkampforganisatoren Die Teilnehmer sollen viel klettern können und selber auch Zuschauer sein dürfen.

Die Teilnehmer sollen sich fair messen können, beim Studium der andern Teilnehmer dazulernen und Kontakte mit ihnen knüpfen können.

Die Veranstaltung soll nur einen Tag dauern, damit keine Über-nachtungskosten anfallen.

Der Zeitplan soll eingehalten werden.

Alle Routen sollen vor Wettkampfbeginn fixfertig zur Verfügung stehen.

Der Wettkampf soll kurzweilig und spannend, aber auch fair und professionell ausgetragen werden.

Zuschauer und Wettkämpfer sollen vom Speaker informiert werden.

Die Teilnehmer sollen Spass haben.

Der Bekanntheitsgrad und das Verständnis gegenüber dieser Sportart sollen verbessert werden.

Spitzen- und Breitensportentwicklung sollen sich miteinander weiterentwickeln.

Es soll eine Selektionsbasis für internationale Wettkämpfe entstehen.

Die Jugend soll motiviert werden, denn Wettkampferfahrung kann im Leben eine wertvolle Hilfe sein.

Es soll eine Plattform für verschiedene Bereiche wie SAC, Veranstalter, Bergsportartikelbranche, Werbeträger entstehen.

Sport- und Wettkampfklettern Szenenkenner fieberten mit allen Finalistinnen, insbesondere aber mit Alexandra Eyer, Iva Hartmann und Anna Tina Schultz. Erwartungsgemäss machten sie den Sieg unter sich aus. Alexandra kletterte mit jugendlichem Elan fast bis zum Ausstieg, Iva glitt bestechend präzise durch die variantenreiche Linie bis zum Top, und Tina kletterte, das ganze Können gebündelt auf das Ziel gerichtet, souverän nach oben. Somit freuten wir uns aufs Superfinale.

Herrenfinal Zuerst aber zeigten die Finalisten der Kategorie Herren Elite 1, wie bei ihnen die Post abgeht. An kleinen Griffen, lediglich gut genug für die vordersten Fingerglieder, führte ihre Linie wenig rechts der Damenroute über neun Meter überhängende Wandbäuche, ein 19 m langer und gleichzeitig sehr harter Weg. Viele der Herren kletterten virtuos und von Ehrgeiz beflügelt, mussten sich aber mit dem Erreichen der Wandmitte zufrieden geben. Nur einer schenkte uns eine mehr als zirkusreife, schlichtweg professionelle Vorstellung: Simon Wandeler. Alle seine Kräfte, in harten Trainingsstunden in seinem Intensiver Wettkampf-betrieb: oben Klettern auf zwei Selektionsrouten, unten Aufwärmen im Boul-derbe reich kühlen Keller erworben, sammelten sich hier als geballte Ladung, sehr kontrolliert, in subtilen Bewegungen wiedergegeben, und das bis zum letzten Umlenkpunkt.

Der Höhepunkt: Superfinale-Damen Den Höhepunkt des Wettkampfs bildete für einmal nicht das Duell der « Giganten », sondern jenes der Damen, und das ausgerechnet an der wenn auch leicht modifizierten Her-renfinalroute. Iva eröffnete den ausgelosten Fight. Zügig und konzentriert überwand sie scheinbar mühelos die heiklen Passagen, begleitet von einem fachkundigen Publikum, das mit Unterstützungszurufen die heiklen Stellen erkennen liess. Etwas über der Wandmitte war Iva « reif für den Fall ins Seil ». Nun betrat Tina die Arena, begleitet von ihrem « Body-guard » ( Sicherungsmann ). Es war mäuschenstill, die Spannung hätte grösser nicht sein können, denn Iva war wirklich sensationell geklettert. Tina bewegte sich, die Sorgen der Welt vergessend, ökonomisch durch Raum und Zeit. Auf halber Wandhöhe kribbelte es in den Bäuchen der Zuschauer, der Akustikpegel begann wieder zu steigen. Tina kletterte unaufhaltsam über Ivas Endpunkt hinaus, bis auch sie den Sprung ins weich abfedernde Seil tat.

Bei der anschliessenden Rangver-kündung wurden neben den Athletinnen und Athleten auch die Sponsoren ( Kletterzentrum Gaswerk, Mammut-Arova, Petzl, Prana, Adidas ) gewürdigt, denn ein Wettkampf ohne ihre Unterstützung wäre schlichtweg undenkbar. Grosse Unterstützung erhielten wir auch vom SAC, wurden doch von der Geschäftsstelle in Bern sowohl der grösste Teil der Administration als auch die Kosten für die Schiedsrichter übernommen.

Als Kletterhallenbetreiber haben wir mit diesem Wettkampf eine Plattform erhalten, um uns in breiten Kreisen präsentieren zu können. Dies wiegt den grossen zeitlichen und finanziellen Aufwand auf. Wir hoffen, auch im nächsten Jahr wieder Gelegenheit zu erhalten, einen Swiss-Cup-Wettkampf zu organisieren. Dann mit noch besserer Infrastruktur, sind wir doch am Planen einer dritten Kletterhalle mit Tribünen und vielen Extras.

Patrick Hilber, Kletterzentrum Gaswerk, Schlieren/ZH

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Werk von oben begutachten An den eindrücklichen Felswänden oberhalb der Lampertschalp gewinnt ein Gruppe Kletterer langsam an Höhe. Aus der Ferne sehen sie aus wie Ameisen. Plötzlich geraten sie ins Stocken. Es scheint, als versuchten sie sich an der Schlüsselstelle dieser langen Sportkletterroute. Und tatsäch-

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