Spuren im Schnee. Kodex für naturverträgliche Wintertouren

Touren abseits des Pistenrummels werden immer beliebter. Vor allem Schneeschuhtouren erleben einen richtigen Boom - mit nicht unproblematischen Folgen für die Natur. Dadurch können in den nächsten Jahren Konflikte zunehmen. Um negativen Auswirkungen auf die Winternatur und unnötigen Einschränkungen zuvorzukommen, hat das Ressort Schutz der Gebirgswelt des SAC einen « Kodex für naturverträgliche Wintertouren » lanciert.

Eine aktive Begegnung mit der Natur ist für den Menschen wichtig und sollte möglichst wenig durch Verbote verhindert werden. Bei der Ausübung von Freizeitaktivitäten müssen aber die Bedürfnisse der Natur gebührend respektiert und begründete Einschränkungen beachtet werden. Nur mit dieser Einsicht und Bereitschaft ist längerfristig eine weitgehend freie Ausübung der winterlichen Natursportarten möglich.

Aus diesen Überlegungen heraus wurde vom SAC-Ressort Schutz der Gebirgswelt ein Kodex für umweltfreundliche Wintertouren ausgearbeitet mit dem Ziel, möglichst viele Anbieter von alpinen Wintertouren darauf verpflichten zu können. Er ist in erster Linie ein Instrument zur Information und Sensibilisierung für alle Wintersportarten abseits der offiziellen Wege und Pisten. Die darauf basierenden Regeln und Tipps sollen umweltbewussten Bergtouristen helfen, ihre Wintertouren naturverträglich durchzuführen.

Der Kodex wurde bewusst nicht zu eng und strikt gehalten, wie das Beispiel Heliskiing zeigt: Obwohl dies in den Alpen keine naturverträgliche Aktivität darstellt, wurde ein Verzicht nicht eingeschlossen.

Anfang 1999 wurden dem SAC be-| kannte Anbieter von Wintertouren ^ und Naturschutzorganisationen eingeladen, sich zum Kodex-Entwurf zu 5 äussern. Der auf Grund der zahlreich eingegangenen Kommentare und ei-ö ner Besprechung am runden Tisch in Zürich erarbeitete Vorschlag ging 24 dann in die Vernehmlassung. Nachdem die im Dezember 1999 erstellte definitive Version von allen interessierten Anbietern unterzeichnet1 war, konnten im Januar 2000 der Kodex und eine begleitende Informationsbroschüre der Öffentlichkeit präsentiert werden. Eine zweite Runde mit einem erweiterten Kreis von Unterzeichnenden ist für die nächste Saison vorgesehen.

Der kurz gehaltene Kodex verpflichtet Anbieter auf einige Grundsätze (vgl. Kasten) und auf das Einhalten und Durchsetzen verschiedener Regeln und Tipps (vgl. nachfolgender Artikel). Diese haben auch für individuelle Tourengänger Gültigkeit.2 Vom Ressort Schutz der Gebirgswelt ist geplant, den Kodex zu einem strengeren und kontrollierbaren eigentlichen Label weiterzuentwickeln, mit dem sich besonders umweltbewusste und ökologisch handelnde Unternehmen zusätzlich qualifizieren können.

Im Bergsport ist ein derart breit abgestützter Kodex auf freiwilliger Basis, der kommerzielle Anbieter mit einbindet, bislang einmalig. Es ist zu hoffen, dass er zur gewünschten Sensibilisierung und Verhaltensanpas-sung führen wird und als Vorbild für andere Bereiche des Natursports dienen kann.3 Erfreulicherweise fand er schon vor der Fertigstellung ein beachtliches Echo.4 Fernziel ist ein Kodex oder eine Art Vertrag zwischen den Freizeit-Nutzern der Bergnatur und der Natur selbst ( bzw. ihren « Anwälten », den Naturschutz-Organisa-tionen ), deralle Natursportarten abdeckt und auf den sich alle beteiligten Organisationen und Unternehmen verpflichten.5

Bestellungen für den Gratisbezug der Faltbroschüre sind zu richten an Schweizer Alpen-Club SAC, Ressort Schutz der Gebirgswelt, Geschäftsstelle SAC, Monbijoustr. 61, Postfach, 3000 Bern 23; Tel. 031/370 18 18, Fax 031/370 18 00; E-Mail: natur@sac-cas.ch. Weitere Informationen finden sich auch auf der Homepage: www.sac-cas.ch

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