SS-Geiseln in der Alpenfestung Die Verschleppung prominenter KZ-Häftlinge aus Deutschland nach Südtirol

Als 1944 der Niedergang absehbar war, sah Hitler den Alpenraum als Rückzugsgebiet für die SS vor, seine Schutzstaffel. Die «Alpenfestung» umfasste Teile Österreichs sowie Südtirol mit den Dolomiten. Hier liegt der zauberhafte Pragsersee, wo sich im April 1945 ein grosses Geiseldrama abspielte. Denn Hitlers Stellvertreter Himmler wollte hier den Kampf fortsetzen und die Westalliierten mit einer Hundertschaft von prominenten Geiseln (139 Gefangene aus 17 Nationen) – darunter Österreichs Exbundeskanzler Schuschnigg oder der französische Ministerpräsident Léon Blum – zu Verhandlungen zwingen. Die Gefangenen wurden im April 1945 aus den Konzentrationslagern ­Buchenwald und Flossenbürg im KZ Dachau zusammengezogen und von einem Sonderkommando der SS ins Hochpustertal gebracht, wo sie am 30.­ April 1945 von Soldaten der Wehrmacht aus der Gewalt der SS befreit wurden. Die Wehrmacht brachte sie ins Hotel Pragser Wildsee, wo sie am 4. Mai 1945 von amerikanischen Truppen übernommen wurden. Ein spannendes Stück Geschichte aus den Alpen – und Europa.

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