Surselva. Rother Skiführer. Michael Pröttel

Bergverlag Rother, Ottobrunn 2008, 143 Seiten, ISBN 978-3-7633-5921-9. Fr. 23.90 Hält man den neuen Skitourenband aus dem deutschen Verlag in den Händen, staunt man nicht schlecht: Da reicht die Surselva gemäss den Angaben auf der Frontseite von Flims bis nach Juf. Dem Buchinneren entnimmt man dann aber, dass das Gebiet der eigentlichen Surselva, das gemäss Begleittext bei Skitourenfahrern aus Deutschland noch ein Geheimtipp sei, mit Touren aus dem Avers, dem Rheinwald und dem Schams ergänzt worden ist. So finden sich dann 50 Skitouren aus diesem beachtlich grossen Teil Graubündens. Die Auswahl umfasst leichtere Touren wie das Grosshorn oder den Piz Titschal, mittlere wie den Piz Badus oder den Piz da Vrin und schwere wie den Piz Platta oder den Tödi. Den Anspruch, für fast jedes Wetter und jede Schwierigkeit etwas zu bieten, erfüllt der Führer. Teilweise erhält man jedoch den Eindruck, dass sich die Touren etwas besser hätten verteilen lassen. So ist das Vals sehr gut vertreten, während Gipfel der nordwestlichen Surselva praktisch fehlen. Die einzelnen Routen sind klar beschrieben und enthalten auch die wichtigen Angaben zur Anforderung und Lawinengefährdung. Der vordere Buch-teil enthält auch die nötigsten Informationen zur Tourenplanung und -durch-führung, wohingegen Hinweise auf geografische oder kulturelle Besonderheiten fehlen. Inwieweit die zehn sogenannten Toptouren die restlichen Touren ausstechen, bleibe dahingestellt. Insgesamt erlauben die beschriebenen Touren einen Einblick in das Gebiet

Schicksalsschläge

Edmund Hillary bestieg weitere Gipfel im Himalaya, konnte aber seinen Coup am Everest nicht mehr überbieten. Bei der Barun-Valley-Expedition 1954 mit einigen Erstbesteigungen stürzte er in eine Spalte und zog sich Rippenbrüche und später auch noch ein Hirnödem zu. Bei einem tragischen Flugzeugunglück in Nepal starben 1975 seine Frau Louise und seine erst 16-jährige Tochter Belinda. Später konnte er sich über die bergsteigerischen Leistungen seines Sohnes Peter freuen. Dieser hat den Everest zwei Mal bestiegen, im Jubiläumsjahr 2003 zusammen mit Jamling Tenzing, dem Sohn von Tenzing Norgay.

Pole, Popularität, Politik

Den Südpol erreichte Hillary 1958 mit einer grossen, motorisierten Expedition. Nach Amundsen und Scott war das erst das dritte erfolgreiche Unternehmen an diesem Ort. Mit dem Astronauten und ersten Mondfahrer Neil Armstrong landete er 1985 mit einem Leichtflugzeug am Nordpol. Somit war Hillary der erste Mensch, der beide Pole und den « dritten Pol », den Everest, erreichte. Seine internationale Wertschätzung war enorm. Er betrat auch politisches und – erfolgreicher – diplomatisches Parkett als Botschafter Neuseelands in Indien, Nepal und Bangladesh. Seine hohen moralischen und ethischen Grundsätze für eine rücksichtsvolle Nutzung der Berge tat er bei seinen Kommentaren und Analysen von Unfällen und Katastrophen am Everest immer wieder kund. Hillary war Ehrenpräsident der Naturschutzorgani-sation Mountain Wilderness.

Umfangreiches soziales Engagement

Seine ungeheure Popularität nutzte Hillary nicht zur Selbstinszenierung, sondern er gründete ein umfangreiches Hilfswerk, den Himalayan Trust, das zahlreiche erfolgreiche Infrastruktur-projekte ( Schulen, Spitäler, Flugfelder, Wege, Brücken, Aufforstungen und Nationalparke ) in Nepal realisieren half. Nutzniesser seiner umfangreichen Tätigkeit war hauptsächlich das Volk der Sherpas, mit dem er sich sehr stark verbunden fühlte. Am 11. Januar 2008 ging das reich erfüllte Leben dieses bedeutenden Zeitgenossen zu Ende. a Bernhard Rudolf Banzhaf, Saas Fee und machen sicher Lust auf mehr – auch wenn die vermeintlichen Geheimtipps durch den Führer möglicherweise diesen Charakter ( noch mehr ) verlieren. Einen Vorteil hat das Buch auf alle Fälle. Es passt problemlos in den Rucksack. Christoph Meier Stutzer Beat, Vitali Samuel, Steenbruggen Han, Frehner Matthias, Hrsg.

Expressionismus aus den Bergen

Verlag Scheidegger&Spiess AG, Zürich 2007; ISBN 978-3-85881-190-5. Fr. 98.– 1 Der 1880 geborene deutsche Maler Ernst Ludwig Kirchner liess sich ab 1918 in Davos nieder. Aus der Grossstadt kommend, setzte er sich als Expressionist mit der neuen Umgebung, der Davoser Bergwelt, auseinander. Wenig bescheiden bezeichnete er sich 1927 als « ersten Maler, der die Berge in neuer Form gestaltete ». Seine Bilder sind nicht idyllisch, sondern realistisch, eine gesteigerte Wirklichkeit in einer besonderen Farbigkeit.

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