TOP ROCK Challenge Crans-Montana

Internationaler Boulderwettkampf 22.123. August 1998 Organisiert durch SAC/FFME/ Station Crans-Montana Samstag, 22. August, ab 11 Uhr: Qualifikationen Damen/Herren Sonntag, 23. August, ab 14 Uhr: Finale Damen/Herren Infos: AMIS, Immeuble Post 19, 3962 Montana, Tel. 027/481 81 40 Juniorinnen 1. Katarina Strenfelj, SLO 2. Eva Tusar, SLO 3. Bettina Schöpf, AUT Jugend A männlich 1. Tomaz Valjavec, SLO 2. Alexander Meikl, AUT 3. Kiemen Becan, SLO Jugend B männlich 1. Roman Felix, SUI 2. BlazRant, SLO 3. Killian Fischhuber, AUT Jugend B weiblich 1. Jenny Lavarda, ITA 2. Barbara Schranz, AUT 3. Tamara Lechner, AUT Gesamt-Europacup 1998 ( nach 3 von 4 Wettkämpfen ) JuniorenJuniorinnen 1. Manuel Hassler, SU212 Pt.1. Katarina Stremfelj, SLO 2. Flavio Crespi, ITA200 Pt.2. Eva Tusar, SLO 3. Andrea Barth, GER Jugend A weiblich 1. Alexandra Eyer, SUI 2. Nastja Guzzi, SLO 3. Barbara Bacher, AUT Jugend B weiblich 1. Jenny Lavarda, ITA 2. Natalija Gros, SLO 3. Isabella Ritsch, AUT 186 Pt. 167 Pt. 165 Pt.

220 Pt. 200 Pt. 153 Pt.

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oder müssen sogar auf die geplante Tour verzichten. Beim Canyoning jedoch ist Wasser das zentrale Element. Mit ihm gilt es zu spielen, vor ihm muss man sich ab und zu aber auch schützen. » Tags zuvor war die Gruppe auf das Abenteuer vorbereitet worden. Als geeigneter Übungsort bot sich die Maggia an. Trotz einiger wilder Stromschnellen konnten sich die Teilnehmer hier unbeschwert mit dem Wasser vertraut machen. Sie lernten, Der SAC verfolgt alle neuen Entwicklungen mit grossem Interesse. Dazu gehört auch das Canyoning. Zwar wird diese Trendsportart von Jugend und Sport ( J+S ) noch nicht angeboten. Dafür hat der SAC einen Canyoning-Schnupperkurs durchgeführt, in dem SAC-Jugendliche und -Tou-renleiter einen Einblick in diese Sportart erhielten.

Der Start der Canyoningstrecke im Centovalli macht stutzig. Statt als wilder Bergbach zeigt sich der Riale di Muritt von seiner zahmen Seite. Friedlich gurgelt das Wasser über Steinplatten, darüber spannt sich eine alte Steinbrücke, am Ufer steht ein Rustico mit Wasserrad und farbenfrohem Garten - idyllischer könnte der Ort nicht sein. Dass dieses Bild trügt, verrät die eindrückliche Ausrüstung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des SAC-Schnupperkurses, die im knöcheltiefen Wasser stehen. Für diese seichte Stelle werden sie wohl kaum Taucheranzüge, Klettergurte und Schwimmwesten benötigen.

Bei genauem Hinhören vernehmen die drei Frauen und zehn Männer bereits ein Rauschen, das den Wandel des Gewässers zum Wildbach ankündigt. Auf seinen letzten 200 Höhenmetern von diesem idyllischen Ort hinunter zum Fluss Melezza stürzt der Riale di Muritt über zahlreiche Felsstufen und schiesst durch enge Rinnen - ein idealer Spielplatz für Abenteurer.

Erster Wasserkontakt Bergsteigerinnen und Bergsteiger, und das sind die meisten in der SAC-Gruppe, sind mit Wasser häufig nur in seiner festen Form von Schnee oder Eis vertraut. Flüssig jedoch wissen sie es höchstens als Getränk zu schätzen. Oder wie es Hampi Schoop, der Berg- und Canyoningführer, einleitend erklärt: « In den Bergen kennen wir fliessendes Wasser oft nur, wenn es vom Himmel fällt. Dann schützen wir uns mit Regenjacken Die Maggia eignet sich hervorragend für erste Wasserkontakte.

flach von den Felsen zu springen, damit sie möglichst wenig tief eintauchten und keine unter der Oberfläche versteckten Felsen berührten. Sie Messen sich über Stromschnellen treiben und erlebten, dass hinter den Felsen das Wasser die Fliessrichtung ändert. Mit wenigen gezielten Schwimmstös-sen steuerten sie dieses sogenannte Rückwasser an, von wo aus sich der Weiterweg bis zum nächsten Felsen in Ruhe planen liess. Versuchten sie, sich einmal nicht den Fliessgesetzen entsprechend zu verhalten, erfuhren sie den starken Willen des Wassers und trieben von ihm gefangen am anvisierten Ziel vorbei. Ihnen wurde klar, dass Canyoning und Bergsteigen nur wenig gemeinsam haben. Und zu guter Letzt, als stürzende Wassermassen jegliche mündliche Verständigung verunmöglichten, lernten sie die Canyoning-Zeichensprache. Dabei bedeutet zum Beispiel der hochge-streckte Daumen, dass alles in Ordnung ist. Oder die Hand auf Bauch-höhe zeigt, dass das Wasser hier lediglich bis zum Bauchnabel reicht.

Bergler-Instinkt ade Bereits auf den ersten Metern des Riale di Muritt werden diese neu erworbenen Kenntnisse umgesetzt. Schäumend schiesst der Bach über eine erste, rund acht Meter hohe und Achtung Untiefe: Sabine demonstriert, wie man trotzdem springen kann Ein Wasserrad, ein Rustico und eine alte Steinbrücke -nichts kündet den tosenden Wildbach an.

« Action beim Wildwassern »: Hinter den Felsbrocken findet man Schutz im Rückwasser.

immer steiler werdende Felsplatte ins nächste Bassin. Die Augen eines Teilnehmers beginnen zu leuchten. Er hat bereits mehrere Canyoningtou-ren gemacht und freut sich auf die vor ihm liegende Rutschpartie. Kurz entschlossen stösst er ab, und Sekundenbruchteile später hört man ihn mit einem dumpfen Plumps ins Wasserbecken eintauchen. Andere müssen zuerst ihren Bergler-Instinkt weg-stecken, die tief verwurzelte Sturzangst überwinden. Sie setzen sich vor die Rutschbahn, atmen tief durch und reden sich ein, dass es schon gut gehen wird.

Kaum erscheinen sie strampelnd und pustend wieder an der Wasseroberfläche, leuchten auch ihre Augen. Zum Glück vereinfacht ein Fixseil die Rückkehr an den Ausgangsort, und begeistert lassen sie sich erneut vom Wasser in die Tiefe reissen. Doch dies sei nur der Anfang, verspricht Hampi, darum tastet sich die Gruppe bald weiter vor. Die Schlucht wird eng, die Baumkronen schliessen sich über der Gruppe zu einem dunkelgrünen Blätterdach. Schon mutiger geworden, kosten die kleineren Sprünge nur mehr wenig Überwindung. Dann heisst sie der Canyoning-führer warten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer machen es sich auf den Felsen bequem und geniessen die wärmenden Sonnenstrahlen. Über eine flache Kante ergiesst sich das Wasser in den Abgrund.

Heftig geduscht Die nun folgenden zwanzig Meter sind auch beim Canyoning zu hoch, um zu springen. Darum haben an dieser Stelle die Erstbegeher eine Abseilstelle eingerichtet. Minute um Minute verstreicht, während Hampi intensiv mit den Seilen hantiert. Die Sabine und Michael, 16jährig, nach der Tour: « Ein bisschen kalt war es beim Canyoning schon.

doch bei der nächsten Gelegenheit sind wir wieder mit von der Partie. » Jugend-Infos,Berichte,Aktivitäten Gruppe wundert sich, warum diese Seilmanöver, die beim Bergsteigen kaum eine Minute beanspruchen, so lange dauern. Wie Hampi später erklärt, erfordert das Wasser eine spezielle Seilhandhabung. Zum Beispiel müssen die Seile exakt so ausgerichtet sein, dass sie kurz vor der Auf-prallstelle des Wasserfalls enden. Was beim Klettern ein Graus ist, wird beim Canyoning ein Muss: Das Abseilen über das Seilende verhindert, dass man sich beim anschliessenden Schwimmen durch das turbulente Wasser im Seil verheddert. Auch ist es empfehlenswert, sich mit dem Rücken zur Wand abzuseilen, denn andersherum würde der Wasserstrom das Atmen verunmöglichen. Aber selbst auf dem Hintern rutschend bekommt die Gruppe die Wucht des Wassers zu spüren. Es trommelt mit aller Härte auf sie ein und bringt einige in unangenehme Schräglage. Sie klammern sich am Seil fest und spüren eindrücklich, dass ein Liter Wasser ein Kilo wiegt und ihnen die Schwerkraft hier hunderte solcher Kilos auf ihren Körper schleudert.

Canyoningführungen - ein Job für Spezialisten Gerade diese Stelle unterstreicht die Bedeutung des erfahrenen Begleiters. Dank seiner Routine kann er beurteilen, wie gefährlich die Wassermassen sind und ob sie ein Weiterkommen erlauben.

Diese starke Abhängigkeit vom Leiter und die geringen Möglichkeiten, sich als Teilnehmer selber in diesem Sport zu entfalten, waren für das eidgenössische Amt für Jugend und Sport ( J+S ) wichtige Gründe, das Canyoning nicht zu unterstützen. « Dies ist keine Entscheidung für immer und ewig », sagt der bei J+S für Bergsport zuständige Walter Josi. Er ist der Meinung, dass Canyoning als eigentliche Konsumsportart bei den kommerziellen Anbietern besser aufgehoben ist. Der Jugendbeauftragte des SAC, Markus Ruff, sieht das etwas weniger eng: « Canyoning ist als attraktive Ergänzung zum normalen JO-Programm sicherlich geeignet. Nur selten bietet das klassische Bergsteigen ein so intensives Gruppenerlebnis. » Aber auch er ist überzeugt, dass man für Canyoningtouren Spezialisten beiziehen soll. Für JO-Leite-rinnen und -Leiter wäre diese Aufga- Weisser Gischt, ein Zischen und Rauschen - nach acht Metern freiem Fall endet der wilde Ritt mit einem dumpfen Plumps im Wasserbecken.

be zu anspruchsvoll, zumindest solange sie nicht eine entsprechende Ausbildung durchlaufen konnten. Der Faktor Wasser konfrontiert sie mit einem komplett anderen Risikobereich, als sie es vom Bergsteigen her gewohnt sind.

Kein Sport für Ehrgeizige Und so springen, rutschen und seilen sich die Frauen und Männer unter kundiger Führung weiter durch die Schlucht des Riale di Muritt. « Mich freut es immer wieder, wenn die Teilnehmer wie Kinder zu strahlen beginnen und ihr in Vergessenheit geratener Spieltrieb neu erwacht », sagt Hampi Schoop. So entdeckt auch die SAC-Gruppe den Bach je länger je mehr als grossen Robinsonspielplatz. Sie freuen sich auf neue Abseilstellen und überwinden ohne zu zaudern immer höhere Sprünge.

Motivieren beim Bergsteigen oft die Schwierigkeitsgrade, die Anzahl Höhenmeter oder das Sammeln bestimmter Gipfel, drängen sich vergleichbar ehrgeizige Ziele beim Canyoning im Moment noch weniger auf. Abenteuer, Spass und Spiel stehen im Vordergrund, Werte, die auch Bergsteigerinnen und Bergsteiger hin und wieder stärker betonen dürften.

Umwelt Dass wir Menschen nun in einige früher unbegangene wilde Schluchten vordringen, wird von Tieren und Pflanzen nicht unbedingt geschätzt. Wenn wir Sandbänke betreten, stören wir die Mikroorganismen und die Laichplätze der Fische. Canyoning macht zudem mehr Spass, wenn interessante Rutschpartien oder Sprünge mehrmals hintereinander wiederholt werden können. Dazu wird oft durch die Ufervegetation wieder aufgestiegen, was zu erheblichen Trittschäden führen kann. Besonders pro- Zuerst die tief verwurzelte Berglerangst überwinden und dann abstossen.

Die Mutprobe: der 12-Meter-Sprung in der Maggiaschlucht blematisch ist die Laichzeit der Fische im Herbst. Häufiges Stören kann die Fischpopulation dramatisch reduzieren. ' Schweizer Canyons Canyoning erfreut sich in der Schweiz steigender Beliebtheit. Immer mehr Berggemeinden lernen, ihre Bäche nicht mehr nur zur Stromproduktion zu verwenden. Zusammen mit Bergsteigerschulen schätzen sie den Trendsport als zusätzliche interessante Einnahmequelle.

Da Canyoning in der Schweiz fast ausschliesslich kommerziell betrieben wird, sind die lohnenden und eingerichteten Schweizer Canyons nirgends zusammenfassend beschrieben.

Einige bekannte Topgebiete:

die Massaschlucht bei Belalp, WallisLes Marécottes bei Martigny, Wallisdas Zwischbergental an der Südseite des Simplonsdas Val Maglia und der Riale di Mu ritt im Tessi ndie Kleine Schlieren am Pilatus, die Wolfsschlucht bei Wolfenschiessen in der Zentralschweizdie Aare oberhalb der Handegg am Grimselpass.

Für weitere Informationen wendet man sich an Bergsteigerschulen oder Verkehrsbüros.

Bernard van Dierendonck, ZürichEmpfehlenswert ist die Lektüre des Beitrags « Canyoning und Naturschutz » der Autorin Claudia Challandes in DIE ALPEN 11/1997, Seite 30/31.

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