Versuchsobjekt Britanniahütte

Wer sich in den SAC-Hütten erleichtert, verursacht Kosten. Ein Gang zur Toilette kann mit bis zu fünf Franken zu Buche schlagen. Kein Wunder, sucht der SAC nach Sparmöglichkeiten.

Man erinnert sich ungern an die Schlagzeile « Das teuerste WC der Welt » – so zog die Boulevardpresse vor einigen Jahren genüsslich über den SAC her, als der Versuch, in der Hörnlihütte ein ökologisches WC einzubauen, gescheitert war. Seither harrt das Problem, Fäkalien und Abwässer aus den hoch gelegenen SAC-Hütten kostengünstig und umweltverträglich zu entsorgen, einer Lösung.

Millionen von der EU Der Zentralverband arbeitet seit diesem Frühling an einer Abwasserstrategie, und nun erhält der SAC Unterstützung von einem starken Partner. Die Europäische Union beteiligt sich mit mehr als zwei Millionen Franken an einem Forschungsprojekt, das die Problematik endlich lösen soll. Für eine Komposttoilette Sanbox heisst das stille Örtchen, das diesen Sommer auf der Britanniahütte installiert wurde und nun den wissenschaftlich begleiteten Beweis erbringen soll, dass Ökologie und Ökonomie im Hochgebirge auf einen Nenner zu bringen sind. Konkret wird das Grauwasser aus Küche und Waschraum in einer Vakuumtoilette ein zweites Mal zum Spülen verwendet, danach werden die Abwässer filtriert und die festen Reste kompostiert. Ist dies geschehen, wird der Kompost in der Umgebung der Hütte ausgetragen, statt teuer und wenig ökologisch mit dem Heli ins Tal geflogen. Nach Abschluss der zweijährigen Studie soll eine günstige, industriell gefertigte WC-Anlage gebaut werden können, die sich als kompaktes Modul auch in anderen Hütten einbauen lässt. Der SAC beteiligt sich mit 90000 Franken am 2,3-Millionen-Franken-Projekt, die eine Hälfte trägt der Zentralverband, die andere die Sektion Genf.

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