«Viel mehr als das Schaufenster des SAC» Catherine Borel zur Zukunft der ALPEN

Die Neuenburgerin Catherine Borel ist Mitglied des SAC-Zentralvorstands und Präsidentin der Zeitschriftenkommission. Sie ist damit zuständig für die ALPEN. Nach der Pensionierung des Chefredaktors Etienne Gross, mit dem Catherine Borel mit Vergnügen zusammenar-beitete, freut sie sich nun über die Ernennung von Alexandra Rozkosny zur Chefredaktorin der Zeitschrift. Ihre Vision der Zukunft von den ALPEN.

Ich bekomme viele positive Rückmeldungen. Geschätzt wird die hohe Qualität im Allgemeinen, das Format der Zeitschrift, die Vielfalt der behandelten Themen oder die interessanten Artikel. Auch die Fotos sind immer wunderschön und originell. Übrigens wird die Zeitschrift von zahlreichen Lesern abonniert, die nicht Clubmitglieder sind, sondern einfach, weil sie sie interessant finden. Die ALPEN dienen als Schaufenster des SAC, aber ihr Inhalt geht weit über diese Funktion hinaus. Ich denke, das macht ihren Erfolg aus.

Im Moment sicher nicht. Die Mitglieder bezahlen auch seit Jahren gleich viel für die ALPEN. Das wissen viele aber nicht mehr, weil ja der Preis inzwischen in den Mitgliederbeiträgen enthalten ist. Konkret: Eine Ausgabe der ALPEN kostet das SAC-Mitglied nach wie vor weniger als zwei Franken. Das ist extrem günstig für ein Produkt dieser Art – man muss nur an den Kiosk gehen und diesen Preis mit jenen anderer Hefte vergleichen.

Ich bin eine begeisterte Leserin der ALPEN, da ist es schwierig, objektiv zu sein ( lacht ). Aber ich schätze es sehr, wenn ich diesbezüglich Feedbacks von Leserinnen und Lesern erhalte.

Natürlich bin ich sehr glücklich, dass eine Frau diesen Posten übernimmt, und ich habe ihre Kandidatur von Anfang an unterstützt. Auch wünsche ich mir, dass sich im gesamten SAC mehr Frauen engagieren, sei es in den Sektionen oder in der Geschäftsstelle. Im Moment haben nur wenige Frauen Ämter mit Verantwortung inne. Das ist übrigens auch eines der Ergebnisse der Genderanalyse (1), die wir im SAC 2007 durchgeführt haben. Ich denke, wenn wir gewisse Schlüsselfunktionen Frauen übergeben, gehen wir mit gutem Beispiel voran und ermutigen andere. Nicht zu vergessen: Erst 1978 nahm die Abgeordnetenversammlung die Frauen endlich in den Club auf. Das ist noch nicht so lange her, und Frauen wie ich erlebten diese Ablehnung noch selbst. Zum guten Glück hat sich die Position des SAC gegenüber dem weiblichen Geschlecht in den letzten Jahren stark verändert.

Ich denke, dass die neue Redaktion – sie besteht aus einem jungen Team – sehr motiviert und gut gestartet ist, um dieses schöne Abenteuer weiterzuverfolgen. Mir liegt es am Herzen, die Interessen der ALPEN im Zentralvorstand zu vertreten, damit die redaktionelle Freiheit und eine gewisse Unabhängigkeit der Zeitschrift garantiert werden kann. Die ALPEN sind nicht nur ein Kommunikationswerkzeug, sondern auch eine vielfältige, an Inhalten reiche Zeitschrift, die viele Bergfreunde anspricht – und das soll auch so bleiben.

Catherine Borel und die ALPEN-Redaktorin Pascale Stehlin im Gespräch

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