Viele Medaillen und Teilnehmer. Skialpinismussaison 2007/08

Skialpinismussaison 2007/08

Viele Medaillen und Teilnehmer

Die Skialpinismussaison 2007/08 könnte für die Schweiz als eine der erfolgreichsten in die Geschichte eingehen: An den Weltmeisterschaften im Unterwalliser Tourismusgebiet « Portes du Soleil » gewann das Swiss Team 19 Medaillen, 5 davon allein Nathalie Etzensperger. Die Schweizer-cuprennen melden Teilnehmerrekorde.

Ende Februar erkämpfte das Swiss Team an den 4. Skialpinismus-Weltmeister-schaften 19 Mal Edelmetall. 14 Athleten, gleich viele Frauen wie Männer, trugen zu diesem Medaillensegen im unterwal-liserischen Champéry bei. Dominatorin im Swiss Team war Nathalie Etzensperger aus Brig-Gamsen. Die Oberwalliserin startete an fünf Rennen, vier Mal stand sie auf dem Podest. Einzig zum Auftakt der Wettkampfwoche, beim Einzelrennen, musste sie sich mit dem 4. Platz begnügen. « Der 4. Rang ist der schlimmste, ich bin enttäuscht », gab sie den Medien zerknirscht zu Protokoll. Doch am nächsten Tag folgte Staffel-Gold, tags darauf die Silbermedaille im Teamwettkampf und nach nur einem Ruhetag Bronze im Vertical Race. Am letzten Wettkampf holte die 40-Jährige im Langdistanzrennen Bronze. Das fünfte Edelmetall wurde Nathalie Etzensperger für ihren 3. Gesamtrang im Nationenklassement der Damen umgehängt.

Sieg da, Haare weg

« Ich bin einfach glücklich, müde und freue mich sehr auf meine Familie », so die dreifache Mutter am WM-Schluss-abend. Genau so zufrieden wie die meisten Mitglieder vom Swiss Team war der Disziplinenchef Rolf Zurbrügg: « Ich hatte mit zehn, insgeheim mit 15 Medaillen spekuliert – und nun sind es 19. Das ist toll. » Zum Vergleich: Vor vier Jahren gewann die Schweiz 20 Medaillen, zehn vor zwei Jahren. Nachwuchstrainer Nicolas Combe kostete eine der vielen Medaillen sogar seine Haartracht. Während des Staffelwettkampfes der Damen, bei welchen die Schweizerinnen von Beginn weg in Führung gelegen hatten, versprach er, seine Haare bei einem allfälligen Sieg zu opfern. Der Genfer über sein eigenes Team: « Besonders glücklich bin ich über das Staffel-Gold unseres Nachwuchskaders. Ich werde diese motivierten, jungen Leute die nächsten Jahre weiterhin begleiten und alle ihre Möglichkeiten ausloten. »

Gebrochener Verschluss, zerstörte Medaillenhoffnung

Doch es gab auch Wettkampfpech. Am Langdistanzrennen musste der in den ersten zwei Aufstiegen führende Florent Troillet in der dritten von sieben Abfahrten seine Medaillenhoffnung begraben. Der Verschluss seines Skischuhs brach, und Troillet musste mit offenem Schuh weiterlaufen. Der Grenzwächter nahm dieses Missgeschick sehr sportlich: « Bis zum Materialdefekt war ich auf Silber-medaillenkurs. Es war sehr schade, diese Position zu verlieren. Aber ein Materialschaden kann auftreten. » Der Skialpinist aus dem Val de Bagnes hielt trotz diesem Handicap bis zum Rennende durch und kam nach drei Stunden ins Ziel. Dies bedeutete Platz 4 und nur sechs Minuten Rückstand auf den neuen Weltmeister aus Italien, Guido Giacomelli. Italien gewann auch die Nationenwertung mit 25 Medaillen vor der Schweiz mit 19 und Frankreich mit 17 Medaillen. Und noch eine Zahl: Sieben Mal errang ein Mitglied von Swiss Team den 4. Platz. Es fehlte also nicht viel, und wiederum hätte die Schweiz 20 Medaillen gewonnen. Insgesamt hatten 28 Nationen – von Andorra über « Silberfrauen »: Die Schweizerinnen Nathalie Etzensperger und Séverine Combe Pont freuen sich über den 2. Rang im Teamwettbewerb. Fotos: Gér ar d Ber thoud Die Schweizerinnen lassen sich während des Langdistanzren-nens auch nicht vom garstigen Wetter beeindrucken.

Schweizer WM-Medaillenspiegel Damen Nathalie Etzensperger, Brig: Staffel-Gold, Team-Silber, Vertical-Bronze, Langdistanz-Bronze und Bronze Nationenklassement Damen Gabrielle Magnenat, Vaulion: Staffel-Gold, Langdistanz-Silber, Team-Bronze Catherine Mabillard, Troistorrents: Team-Bronze Séverine Pont Combe, Genf: Staffel-Gold und Team-Silber Marie Troillet, Lourtier: Staffel-Gold Elite Juniorinnen Emilie Gex-Fabry, Val-d'lliez: Vertical-Sil-ber, Langdistanz-Silber, Einzel-Bronze Männer Florent Troillet, Lourtier: Einzel- und Staf-fel-Silber Martin Anthamatten, Zermatt: Staffel- Silber Didier Moret, Sâles: Staffel-Silber Elite Junioren Pierre Bruchez, Fully: Einzel-Silber, Staffel-Silber, Vertical-Silber Juniorinnen Laurence Mazzucco, Les Plans-sur-Bex: Staffel-Gold, Vertical-Silber, Einzel-Bronze Junioren Werner Marti, Grindelwald: Vertical-Silber Randy Michaud, Champéry, Staffel-Gold Alan Tissières, Saleinaz: Staffel-Gold, Ver-tical-Bronze Alles über die Skialpinismus-WM unter www.smwc2008.ch China, Chile, Griechenland und Polen bis hin zu Rumänien, Neuseeland und Venezuela – an der WM teilgenommen, an der systematisch auch Dopingtests durchgeführt wurden.

Schweizer Rennen mit hoher Beteiligung

Beim Blick auf die zum Schweizercup zählenden sieben Wettkämpfe dieser Saison fällt die – in Jahren mit der Patrouille des Glaciers ( PDG ) übliche – hohe Beteiligung auf. An der Team-Schweizer-meisterschaft der Trophée des Gastlosen beispielsweise waren 1105 Läuferinnen und Läufer am Start. Das erstmals auf dem Programm stehende Einzelrennen in Davos konnte mit 164 Rangierten aufwarten. Demgegenüber hatte das Nacht-staffelrennen von Bulle mit 46 Zweierteams mässigen Erfolg. Viele der anderen Nachtrennen auf beleuchteten Skipisten in der Deutsch- und in der Westschweiz stiessen auf regen Zuspruch. So gingen bei der legendären Trophées du Muveran rund 1000 Leute an den Start. Dieser über 60-jährige Wettkampf war das letzte Vorbereitungsrennen für die Patrouille des Glaciers, die Mitte April stattfand 1. Zu den Starts der PDG in Zermatt und Arolla waren insgesamt 1400 Dreierteams zugelassen. Zudem mussten über 1500 interessierte Läuferinnen und Läufer aus Kapazitätsmangel abgewiesen werden. Die Faszination Skitourenrennen mit dem Königsrennen PDG war im Winter 2007/08 besonders gross. a Ruth Oehrli, Gstaad 1 Die Patrouille des Glaciers fand nach Redaktionsschluss der April-Nummer der ALPEN statt. Die Trophée des Gastlosen konnte dieses Jahr mit prächtigem Wetter und vielen Teilnehmern aufwarten.

Viele Spuren führen bei der Trophée des Gastlosen nach oben, aber eine scheint ideal zu sein.

Foto: zvg/T rophée des G astlosen Foto: Gér ar d Ber thoud T E X T / F O T O SFrançoise Funk-Salamí

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ach einer alten Sage kam der liebe Gott einmal durch das Wallis und sah die grosse Trockenheit. Da sagte er zu einem Bauern, der schwitzend des Weges kam: « Es ist viel zu trocken in eurem Land, ich muss es nächstens wieder einmal regnen lassen. » – « Oh nein, Herr », erwiderte der Bauer, « das Wässern verstehen wir denn doch besser !» Diese Selbstüberhebung verdross den Herrgott so, dass er das Wallis von da an mit einem regenarmen Himmel bestrafte.

Nirgends in der Schweiz scheint die Sonne so heiss, fällt der Regen so spärlich und trocknet der Wind die

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