Vor 30 Jahren – Schweizer im Alpinstil auf einem Achttausender Nottaris und Zünd auf dem Gasherbrum II

1981 gelang den Tessinern Romolo Nottaris und Tiziano Zünd die erste Schweizer Besteigung eines Achttausenders im Alpinstil: Sie erreichten den 8035 Meter hohen Gipfel des Gasherbrum II ohne fremde Hilfe und ohne Flaschensauerstoff, wie das sonst beim Höhenbergsteigen üblich war.

Alpinstil – was ist das?

Keine Fixseile oder installierte Leitern, keine Träger oder andere Fremdhilfe, keine vorgängig präparierte Route oder im Voraus eingerichtete Hochlager, kein Sauerstoff aus der Flasche: Alpinstil ist puristisches Bergsteigen an grossen Bergen. Dabei werden hohe Gipfel wie in den Alpen bestiegen. Daher der Name Alpinstil, früher auch Westalpenstil genannt. Die gesamte Ausrüstung, auch das Zelt, wird mitgetragen. Der Alpinstil schliesst jedoch nicht aus, dass der Fuss des Berges bzw. das Basislager mithilfe von Trägern oder Tragtieren erreicht wird. Das Gegenstück zum Alpinstil ist der Expeditionsstil, bei dem eine Route mit den erwähnten Hilfsmitteln und evtl. mit Trägerunterstützung begangen wird. Dabei wird Hochlager um Hochlager bis unter den Gipfel aufgebaut, bevor die Alpinisten die eigentliche Besteigung wagen. Besteigungen im Alpinstil sind meist deutlich anspruchsvoller als jene im Expeditionsstil: Die Bergsteiger müssen konditionell und technisch sehr stark und beim Aufbruch perfekt akklimatisiert sein. Besonders bei objektiv gefährlichen Routen kann der Alpinstil auch mehr Sicherheit bieten, da sich die Bergsteiger weniger lang in den Gefahrenzonen aufhalten.

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