Wässerwasser

Bilgerverlag, Zürich 2009, ISBN 978-3-03762-006-9. Fr.39.–

Eines der letzten Paradiese, das der Klimaerwärmung noch nicht zum Opfer gefallen ist, wird bedroht. Unbekannte künden an, die Wälder anzuzünden, die das Luxusresort « Eden » im Wallis umgeben, falls die Besitzer ihre Wasservorräte nicht aufteilen. Bereits die Grundkonstellation seines neuen Romans « Wässerwasser » lädt der Schweizer Schriftsteller Urs Augstburger mit Spannung auf. Und der Autor beherrscht auch sonst die Schreibtechniken, mit denen Leserinnen und Leser bei der Stange zu halten sind: Er spielt mit starken Kontrasten, offenen Übergängen beziehungsweise Cliffhangern und einem Schuss Erotik. Zugespitzt ist auch die Lage der Welt durch die klimatischen Veränderungen. Augstburger hat bei der Schilderung der Folgen die einschlägigen Berichte studiert. Es werden die kritischen zwei Grade Erwärmung, der Kampf ums Wasser oder Klimaflüchtlinge genannt. Zudem fasziniert, wie der Autor Anleihen bei bekannten Orten in den Schweizer Alpen oder Personen macht, ohne sie zu nennen. Doch der Roman vermag nicht durchgehend zu fesseln. Das liegt vielleicht daran, dass Augstburger fast zu viele Personen auftreten lässt. Teilweise bemühend wirkt auch, wie viele aktuelle Themen – z.B. die Grippeepidemie oder die Wolfsansiedlung – der Autor zusätzlich in den Roman verpackt. Und vielleicht hätte Augstburger besser noch etwas mehr in die einzelnen Personen investiert, denn diese bleiben trotz den vielen offengelegten Gedankengängen merkwürdig schematisch. Vielleicht greift aber der Anspruch an die psychologische Tiefe in einem als Krimi angelegten Bergroman zu hoch; intelligente Unterhaltung ist er allemal.

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