Wie viel Hüttenkomfort? – Ein altes Thema

Wie der Artikel « Von der Pritsche zur ‹Suite› » ( « Die Alpen » 2/2011 ) zeigt, liegen zwischen einst und jetzt Welten. Auch die unterschiedlichen Ansprüche an den Komfort sind ein altes, aber immer noch aktuelles Thema. Angeregt durch den lesenswerten Artikel von Daniel Anker in der « NZZ » vom 28. Januar 2011 über die erstmalige Skiumrundung des Ortlers vor 100 Jahren, habe ich den Originalbericht im « Jahrbuch des Schweiz. Skiverbandes 1911 » studiert. K. Steiner schrieb dort über die Capanna Milano: « Diese Klubhütte gefiel uns nun schon bedeutend besser als die der ( damals noch ) österreichischen Seite der Ortlergruppe. Sie ist zwar nicht so komfortabel eingerichtet wie jene. Doch gerade das war es, was uns anzog; denn wenn wir in die Berge ziehen, brauchen wir nicht allen Luxus der Städte, sondern nur das Nötigste zum Unterhalt; dafür aber wollen wir umso ausgiebiger die Hochgebirgswelt in ihrer ganzen majestätischen Ruhe geniessen. » Auch wenn wir und die Hüttenwarte heute um viele Verbesserungen sehr froh sind, scheint mir dieser Gedanke auch 100 Jahre später noch aktuell zu sein. Vielleicht erst recht heute, wo einem bei einigen grossen würfelförmigen Anbauten an die Hütten doch gewisse Zweifel aufkommen.

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